Holzpreis ist in vergangenen Jahren gestiegen
bh
Margretenhaun
Holzmarkt, Forstpolitik und Windkraft im Landkreis Fulda sind Themen bei der Jahresversammlung der Kreisgruppe Fulda im Hessischen Waldbesitzerverband gewesen.
Dies stieß bei Waldbesitzern, Forstbeamten und Behördenvertretern auf großes Interesse, wie die große Resonanz zeigte. Gangolf Hosenfeld (Hosenfeld-Hainzell) erläuterte die Lage der Sägewerksbesitzer. Nur ein Betrieb bei Lauterbach verarbeite jährlich zirka eine Million Festmeter, sieben weitere mehr als je 100 000 Festmeter. Die größte Zahl an Unternehmen machen laut Hosenfeld die 85 Betriebe mit einer Jahreskapazität von je 1000 bis 24 000 Festmetern aus. Die Holzversorgung bezeichnete der Sägewerker als ausreichend in den letzten Jahren.
Trotz der Ansiedlung des überdimensionierten Betriebes Heckenstaller bei Lauterbach würden die regionalen und alteingesessenen Betriebe gegenüber anfänglicher Bedenken weiterhin und ausreichend durch Hessen-Forst und die Waldbesitzer mit Holz beliefert, erklärte er. Die Verkäuferpreise hätten im vergangenen Jahr stark angezogen. Hosenfelds Prognose für das Jahr 2012: verhaltener Optimismus.
Die Forstwirtschaft in Deutschland unterliege heute weitreichenden Beschränkungen, weil sie international vereinbarte Regelwerke umsetze, die zum Beispiel in den Wäldern auf der Südhalbkugel nicht realisiert würden. Dort gehe der Raubbau mit Holz weiter, erklärte Michael Freiherr von der Tann als Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes. „Trotzdem nehmen Teile der Bevölkerung das hier Erreichte nicht wahr oder erkennen es nicht an“, erklärt er. In Hessen seien 21 Prozent der Landesfläche nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) unter Schutz gestellt, und dennoch liege von Seiten der Umweltverbände die Forderung vor, noch weitere 240 000 Hektar alte Buchenwälder aus der Nutzung zu nehmen.
Hessens Wald
42 Prozent der Landesfläche von Hessen sind mit Wald bedeckt. Rund 60 000 private Waldbesitzer, 400 waldbesitzende Kommunen und der Staatsforstbetrieb versorgen die Betriebe der Holzbranche in Hessen mit dem nachwachsenden Rohstoff. In den Betrieben der Forst- und Holzwirtschaft Hessens werden jährlich 3,3 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung erwirtschaftet. Hessen ist das Bundesland mit dem höchsten Laubholzanteil und dem größten Vorkommen naturnah bewirtschafteter Buchenwaldgesellschaften. / bh
Dass die Windkraft immer mehr auch für Waldbesitzer an Bedeutung gewinne, war dem Vortrag von Joachim Wirlemann vom Bundesverband Windkraft zu entnehmen. Auch die Rhön komme als Standort dafür infrage, sagte er. Dies jedoch bedürfe einer Diskussion – auch mit den Naturschutzverbänden. Man wolle keine Natur zerstören, betonte er.
Kein Anlass zu Hektik bei diesem Thema sieht Landrat Bernd Woide (CDU). Er stellte aber fest, dass es erst interessant werde, wenn es um die Standorte von Windkraftanlagen im Landkreis gehe. Er setzt auf ein „miteinander reden in der Region“. Man benötige die Aufstellung eines neuen Regionalplanes. „Der Druck für Windenergie wird zunehmen“, so seine Einschätzung, und es gebe eine Vielzahl von Ausschlusskriterien. Dass sich in der Rhön aus Sicht des Naturschutzes mit der Windkraft nicht sehr viel tun werde, erklärte Landtagsabgeordneter Dr. Norbert Herr (CDU).
Seinen Dank für die gute Zusammenarbeit mit den Privat- und Kommunalwaldbesitzern zollte Hessen-Forst- Landesbetriebsleiter Michael Gerst. Er verwies auf eine nötige Wildtierbejagung, insbesondere bei Wald-Neubegründungen, sowie auf eine gute Pflege und die Durchforstung der Bestände. Diese seien Voraussetzung für einen produktiven Wald und die Wertschöpfung daraus. In seiner Begrüßung lobte der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Christoph Müller die gute Zusammenarbeit mit Hessen-Forst. Eine besondere Ehrung wurde Hugo Vogel aus Neuhof zuteil. In Anerkennung seiner Verdienste um die Förderung und den Erhalt des Privat- und Kommunalwaldes überreichte ihm Michael von der Tann eine Ehrenurkunde. Vogel bekleidet seit nunmehr 35 Jahren das Amt des Vorsitzenden der Forstbetriebsvereinigung Neuhof und ist seit 15 Jahren Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Neuhof.
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