Hubert Heil kritisiert Vorgehen der Bahn bei der defekten Rolltreppe
Von Sebastian Kircher
Fulda
Die Diskussion um die Fahrtreppe, die nicht mehr rollt, geht weiter. Nun meldet sich der Fuldaer Bahnexperte Hubert Heil zu Wort. Er erhebt schwere Vorwürfe an die Deutsche Bahn (DB), aber auch an die Stadt.
Der 81-jährige Eisenbahngewerkschafter gehört zu Fuldas „Bahn-Urgesteinen“. Er werde oft auf die Situation mit der stillstehenden Treppe angesprochen. „Auswärtige, die zum Beispiel für einen Kongress im Esperanto mit dem Zug anreisen, fragen mich immer: ‚Wann kümmert ihr euch endlich mal um die Rolltreppe?‘“, sagt Heil. Er verstehe selbst nicht, warum sich niemand früher des Problems angenommen habe. Eine mögliche Erklärung sieht Heil darin, dass der Barockstadt von der DB ein geringer Stellenwert eingeräumt werde. „Als wir noch ein eigenes Bahnhofsmanagement in Fulda hatten, hätte es das nicht gegeben. Jetzt läuft alles über Kassel, da kümmert sich keiner richtig um uns“, meint der Bahnexperte. In einem Bahnhof wie Frankfurt sei es undenkbar, dass eine Rolltreppe so lang defekt wäre.
Ein weiteres Problem ist laut Heil, dass der Drogeriemarkt im oberen Stockwerk geschlossen habe. „Durch die Insolvenz von Schlecker sieht die Bahn keinen Handlungsbedarf. Wäre dort ein anderes Geschäft drin, wäre viel mehr Druck da, die Situation zu beheben“, erklärt Heil. Immerhin teilte die Bahn gestern mit, sie befinde sich in „konkreten Verhandlungen mit einem Interessen“. Wer das ist oder wie weit fortgeschritten die Verhandlungen sind, ließ die Bahn jedoch offen. Zu der Kritik vom Fahrgastverband „Pro Bahn und Bus“ in den letzten Tagen äußerte sich die DB nicht. Ein Sprecher teilte aber mit, dass die neue Fahrtreppe wie die jetzige auch nur nach oben führen werde.
Heil sieht auch Stadt Fulda in der Pflicht
Die Stadt Fulda erklärte bereits gestern, dass sie den Bahnhof als „Entree und Aushängeschild“ einer Stadt sehe. Deswegen bedauere sie die derzeitigen Zustände. Doch Bahnexperte Hubert Heil sieht auch die Stadt in der Pflicht. Erst vor kurzem war Dr. Klaus Vornhusen, DB-Konzernbevollmächtigter für Hessen, zu Gast bei Oberbürgermeister Gerhard Möller (CDU). Dort sei die nicht funktionierende Rolltreppe nicht einmal angesprochen worden, so Heil. „Wir haben in Fulda 120 ICE-Stopps täglich, alles soll moderner, schneller und besser werden. Aber so eine blöde Treppe bekommen wir nicht hin“, ärgert sich der Künzeller. Hier habe die Stadt die Chance vertan, bei einem Direktor der Bahn die Situation zu beklagen.
Hubert Heil kündigt an, das Thema auch „nach ganz oben“ zu tragen – am 2. November trifft er Bahnchef Rüdiger Grube in Frankfurt. „Da werde ich noch mal nach der Rolltreppe fragen. Schließlich ist so eine schlechte Leistung direkt rückwirkend auf die Zufriedenheit der Kunden.“
Leser-Kommentare ( 16 )
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fz2011 (77) | 1. November 2012;01.11.2012;1351749206 --> 01 November 2012
Es ist schon beschämend, dass der dynamische 81-jähriger Hubert Heil...
...aufzeigen muss – wie sich die Stadt-Fürsten für Bürger, Geschäftsleuten und Gästen einzusetzen haben.
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fuldafan (26) | 31. October 2012;31.10.2012;1351662764 --> 31 Oktober 2012
Mein Tipp
Mein Tipp: Ich denk mal am 1. April ist die Rolltreppe spätestens wieder in Ordnung !
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Frohnapfel (368) | 25. October 2012;25.10.2012;1351163077 --> 25 Oktober 2012
Irgendwo muss das Geld ja herkommen
Die Hünfelder bekommen gerade einen neuen Bahnhof mit Rampen. Natürlich ohne Aufzug oder Rolltreppe, wir sind halt bescheiden.









