Jugendhilfe-Kosten sind auf stabilem Niveau
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Fulda
Heimaufenthalte, Inobhutnahmen, Vormundschaften, Hilfen zur Erziehung: 6,2 Millionen Euro wendete die Stadt Fulda im Jahr 2011 insgesamt für die Jugendhilfe auf.
Drei Jahre zuvor waren es noch 7,6 Millionen Euro, 2006 rund 6,7 Millionen. Dem Anstieg der Kosten folgte eine Stabilisierung. Die Ursache für diese positive Entwicklung liegt laut Fuldas Sozialdezernent Dr. Wolfgang Dippel (CDU) in der Umstrukturierung der Jugendhilfe und der Einbindung anderer sozialer Netzwerke.
Im Einzelnen verteilten sich die Aufwendungen über die Jahre ganz unterschiedlich, wie Dippel erläutert: 2006 wurden vom Amt für Jugend und Familie der Stadt noch rund drei Millionen Euro für die Heimerziehung aufgewendet. Bis 2009 reduzierte sich der Aufwand auf 2,1 Millionen. In den Jahren 2010 und 2011 waren es je 2,7 Millionen.
Bei der Inobhutnahme – also der Herausnahme von Kindern aus ihren Familien – gab es 2006 einen finanziellen Aufwand in Höhe von 320 000 Euro. 2007 und 2008 waren es jeweils 490 000 Euro, 2009 und 2010 je 460 000 Euro. Im vergangenen Jahr wurden 340 000 Euro für Inobhutnahmen aufgewendet. Die Zahl der Fälle schwankte in den abgelaufenen Jahren zwischen 38 und 53; 2011 waren es 42.
Anstieg und Stabilisierung
Der finanzielle Aufwand für stationäre Erziehungshilfen ist von 2006 bis 2011 um eine Million Euro auf 4,7 Millionen Euro gesunken. Betroffen davon waren im vergangenen Jahr insgesamt 194 junge Menschen. Gleichzeitig stieg jedoch der Aufwand für ambulante und teilstationäre Hilfen gegenüber 2006 um rund 500 000 Euro auf 1,5 Millionen Euro. Davon profitierten 2011 insgesamt etwa 170 Familien. ImJahr 2009 nahmen 258 Familien diese Hilfen in Anspruch. Dabei handelt es sich etwa um eine sozialpädagogische Familienhilfe oder Tagesgruppen.
Situation und Biografie der Familien, die diese erzieherischen Hilfen in Anspruch nehmen, sind laut Wolfgang Dippel sehr unterschiedlich. Überwiegende Gründe seien jedoch eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern, unzureichende Förderung des jungen Menschen in der Familie, Auffälligkeiten im sozialen Verhalten des Kindes oder Jugendlichen sowie Entwicklungsauffälligkeiten.
Eine Untersuchung aus dem Jahr 2003 habe ergeben, dass Zwei-Eltern-Familien – im Verhältnis zu ihrem prozentualen Anteil an den Familien insgesamt – deutlich seltener Hilfen zur Erziehung in Anspruch nehmen. Und umgekehrt gelte: Alleinerziehende Eltern und Patchwork-Familien, wo Kinder Trennungs- und/oder Scheidungssituationen erfahren haben, haben mit erheblich höherer Wahrscheinlichkeit einen Bedarf an Hilfen zur Erziehung, erläutert der Sozialdezernent.
Bei den Unterhaltsvorschüssen verzeichnet die Stadt Fulda in den vergangenen acht Jahren nahezu unveränderte Fallzahlen: Rund 540 Kinder erhalten Unterhaltsvorschussleistungen. Das heißt, die Stadt springt vorübergehend für jene ein, die Unterhalt für ihre Kinder zahlen müssen, es jedoch nicht tun. Jährlich wird dabei rund eine Million Euro gezahlt. Etwa 135 000 Euro erhält die Stadt jedes Jahr von den Pflichtigen zurück.
Von den 545 Kindern, für die die Stadt im 2011 Vorschüsse zahlte, waren 17 Prozent aus geschiedenen Ehen, 32 Prozent waren Kinder dauernd getrennt lebender Eltern und 48 Prozent waren Kinder von nicht verheirateten Eltern.
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