Kindergärten und Grundschule Gersfeld als Modellstandort ausgewählt
Von Rainer Ickler
Gersfeld
Der evangelische und der katholische Kindergarten sowie die Grundschule Gersfeld nehmen ab dem Kindergartenjahr 2012/2013 am Projekt „Qualifizierte Schulvorbereitung“ teil.
Als einzige Kommune im Landkreis Fulda wurde Gersfeld mit den drei Einrichtungen dafür vom hessischen Kultus- und Sozialministerium ausgewählt.
„Ziel ist es, den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule für die Kinder zu erleichtern, indem eventuell festgestellte sprachliche und motorische Defizite ausgeglichen werden“, erklärt die Rektorin der Gersfelder Grundschule, Manuela Goldbach. Ein Grund, warum sich Gersfeld beworben hat, ist die Tatsache, dass der Migrationshintergrund in der Rhönstadt immer noch relativ groß ist, so Goldbach. Durch das Modellprojekt und das frühzeitige Eingehen auf Defizite soll die Chancengleichheit der Kinder in der Schule verbessert werden.
„Im Kindergarten werden zwei Jahr vor dem Übergang zur Schule Tests durchgeführt und nach der Auswertung diejenigen Kinder gefördert, bei denen Defizite festgestellt werden“, erläutert die Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte Gersfeld, Ursula Seibert. Zwei speziell ausgearbeitete Förderprogramme stehen dafür den Erzieherinnen zur Verfügung.
Prinzip des Tandems
Das Bindeglied zur Schule ist Lehrerin Petra Frormann von der Grundschule. Die Zusammenarbeit zwischen den zwei Kindergärten in Gersfeld und der Grundschule sei schon immer gut gewesen, jetzt bestehe die Möglichkeit, sie noch weiter zu verbessern, erklären Goldbach und Seibert. Allerdings müssten auch die Eltern ihren Part erfüllen. Denn zum Programm gehören auch Hausaufgaben. Alle Defizite könnten nicht im Kindergarten behoben werden, erläutert Seibert.
Der evangelische Kindergarten, der katholische Kindergarten sowie die Otto-Lilienthal-Schule Gersfeld wurden als sogenanntes „Tandem“ als einer der 30 Modellstandorte für das Projekt „Qualifizierte Schulvorbereitung“ in Hessen ausgewählt. Sie können nun im Rahmen des Projektes ihre Zusammenarbeit noch intensivieren und ausbauen.
Nur wenn Bildungsprozesse gemeinsam mit allen an der Erziehung Beteiligten bewältigt werden, können Kinder davon profitieren. Die „Qualifizierte Schulvorbereitung“ bietet die Möglichkeit, gemeinsam mit den Eltern die beiden letzten Kindergartenjahre zu gestalten und Hilfen für den Übergang zu geben.
„Besondere Schwerpunkte bilden im Rahmen des Projektes die Förderung der sprachlichen Entwicklung, der Motorik, der sozialen und der lernmethodischen Kompetenz“, erklären Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) und Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP).
Die beiden Minister beglückwünschten bei der Auftaktveranstaltung in Wiesbaden die ausgewählten „Tandems“ und dankten für die Bereitschaft, sich in dem wissenschaftlich begleiteten Projekt auf zusätzliche Arbeit in ihrem pädagogischen Alltag einzulassen.
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