Kombikarte für Freibäder wird von Betreibern abgelehnt
Von Daniela Petersen
Kreis Fulda
Einmal zahlen – überall schwimmen: Eine Kombikarte, die in allen Freibädern des Landkreises gilt, wäre besucherfreundlich und war auch schon einmal im Gespräch. Die Idee einer solchen „Flatrate“ wurde jedoch wieder verworfen.
Morgens um 9 Uhr als erster im Petersberger Freibad Waidesgrund schwimmen. In der Mittagszeit im Fuldaer Rosenbad die Rutsche runter sausen, und abends in Hünfeld vom Dreier hüpfen: Gerade jetzt, wo das Quecksilber auf 30 Grad steigt und richtiges Schwimmbadwetter ist, wäre eine Kombikarte, die im ganzen Landkreis Fulda gilt, aus Sicht der Besucher sicher ein Gewinn. Vor allem, weil die Öffnungszeiten unterschiedlich sind und die Freibäder in Petersberg oder Hünfeld zum Beispiel schon um 9 Uhr öffnen, das Rosenbad aber erst um 10 Uhr.
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Auch Peter Egerer, Schwimmmeister in Petersberg, ist gegen eine solche Verbundkarte: „Das geht abrechnungstechnisch gar nicht. Die Gemeinde Petersberg betreibt das Freibad, und wir sind eine eigenständige Großgemeinde. So etwas kann ich mir nur vorstellen, wenn alle Bäder dem Landkreis gehören würden.“
Die Stadt Fulda betreibt über die Bäder-Betriebs-Gesellschaft mit dem Freibad Rosenau, dem Stadtbad Esperanto und dem Sportbad Ziehers insgesamt drei Bäder. Doch auch ein Verbund zwischen den Hallenbädern und dem Freibad sei schwierig: „Wir haben unterschiedliche Automatensysteme, eine einheitliche Technik würde einen erheblichen finanziellen Aufwand bedeuten“, erklärt Schwab und sagt, dass die Stadt Fulda mit dem Betrieb der Bäder jährlich zwei Millionen Euro drauf legen müsse. „Auch in diesem Jahr könnte die Besucherzahl größer sein“, zieht Schwab eine Zwischenbilanz.
Verschiedene Kassensysteme
Ein Zuschussgeschäft ist der Bäderbetrieb auch in Hünfeld, wie Horst Höfer, Abteilungsleiter Technik bei den Stadtwerken Hünfeld, erklärt. Das Defizit, das durch den Betrieb des Hünfelder Hallenbads und des Freibads Haselgrund entsteht, liege jährlich zwischen 150 000 und 250 000 Euro. „Grundsätzlich sind wir für alles offen, was die Attraktivität und die Besucherzahlen steigert“, sagt Höfer, betont aber, dass sich in seinen Augen eine Kombikarte weder zwischen den Freibädern im Landkreis, noch zwischen den Hünfelder Bädern rechnen würde. „Unser Hallenbad ist in der Unterhaltung viel teurer als das Freibad. Wir bieten für das Hallenbad auch nur Zwei-Stunden-Karten und gar keine Dauerkarten an, weil der Preis für den Badegast nicht attraktiv wäre – ähnlich würde es bei einer Kombikarte aussehen.“
In Gersfeld wird das Konzept einer Verbundkarte praktiziert: Mit einer Dauerkarte, die 50 Euro kostet, können Erwachsene sowohl im Freibad im Ehrengrund in Gersfeld als auch im Freibad Dalherda schwimmen. „Beide Bäder werden von der Stadt Gersfeld betrieben“, sagt Betriebsleiter Claus-Peter Herzig. Doch auch er ist gegen eine Kombikarte, die den ganzen Landkreis umfassen würde. „Das wäre ein riesiger Verwaltungsaufwand. Außerdem bleiben vor allem Dauerkartenbesitzer eher bei einem Freibad. Gäste, die sonst in Dalherda schwimmen, kommen selten nach Gersfeld und umgekehrt ist es genauso.“ Zwischen den Freibädern wechseln würden eher Besucher, die Einzelpreise zahlen. Eine Kombikarte sei in seinen Augen nicht nötig.
Leser-Kommentare ( 1 )
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ExFuldaer (798) | 25. July 2012;25.07.2012;1343199772 --> 25 Juli 2012
Benutzerfreundlich ja, aber....
Zweifellos wäre eine solche Verbundkarte sehr benutzerfreundlich, aber die Abrechnungsprobleme, die für die Betreiber und die Bäder entstehen würden sind ein guter Grund, die Idee nicht umzusetzen.Das sollte auch Jeder verstehen.
Gibt es denn eigentlich im Rosenbad und im Petersberger Bad auch noch die gute alte ( Jahres-) Dauerkarte?
In Frankfurt kennt man so etwas gar nicht, da ist mit der Monatskarte Schluss....Leider...









