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4. September 2012



Konsens in Wartenberg über Windkraftstandort

vn

Wartenberg
Wartenberg als Standort für Windkraftanlagen – diese Perspektive rückt näher. Am Steinberg, 1,7 Kilometer nördlich vom Angersbacher Bahnhof, sollen fünf Windräder erlaubt werden.

In der Kommunalpolitik herrscht Konsens, auch das Regierungspräsidium unterstützt das Projekt. „Die Vorstellungen der Regionalplaner in Gießen decken sich weitgehend mit unserem Entwurf. Das ist eine sehr gute Basis für weitere Gespräche“, sagte der Wartenberger Bürgermeister Manfred Dickel (parteilos) gestern bei der Informationsveranstaltung des Regierungspräsidiums für die Vogelsberger Bürgermeister.

Als Standort ausgewählt hat die Wartenberger Politik den Steinberg, der zum Teil der Gemeinde Wartenberg, zum Teil der Familie Riedesel gehört, einem der größten privaten Waldbesitzer Hessens. Die Gemeindevertreter hatten die Hessen-Energie beauftragt, mehrere mögliche Standorte zu prüfen. Alleingesellschafter der 1991 von der Hessischen Landesregierung gegründeten Energieagentur Hessen-Energie ist der oberhessische Energieversorger OVAG.

Strom für 10 000 Haushalte

Hessen-Energie ist Projektentwickler, soll aber auch als Investor zur Verfügung stehen. Wartenberger Bürger sollen die Möglichkeit haben, sich an den Windkraftanlagen zu beteiligen. Die Beteiligungsmöglichkeiten sollen erst Wartenberger Bürgern, dann auch einem weiteren Investorenkreis angeboten werden. Diese Festlegung war den Gemeindevertretern besonders wichtig. Alle Fraktionen wollten, dass Wertschöpfung auch in ihrer Gemeinde stattfinden kann. In der Gemeindevertretung herrschte die Haltung, dass die Gemeinde wegen der Vorgaben der Landesplanung um das Ausweisen von Flächen für Windkraftanlagen grundsätzlich nicht herumkommen werde und deshalb das Beste daraus machen müsse.

Hessen-Energie wird vermutlich zwei Beteiligungsformen anbieten, eine besser verzinsliche, aber risikoreichere Anlage und eine risikolose, mager verzinste Anlage. Insgesamt fünf Anlagen sollen auf dem 140 Hektar großen Gebiet Steinberg aufgestellt werden. 4000 Quadratmeter Wald sollen für die Fundamente der Anlagen gerodet werden. Dickel nennt den Standort als besonders geeignet, weil keine Bürger beeinträchtigt würden. Bei einer Informationsveranstaltung in Angersbach erklärten Vertreter von Hessen-Energie, die fünf Windkraftanlagen könnten insgesamt 35 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von 10 000 Haushalten, also etwa der Einwohnerzahl von Alsfeld und Lauterbach zusammen.

Die für eine Genehmigung notwendige Untersuchung der Natur an den Windkraftstandorten hat bereits im Frühjahr begonnen. Sie war von den Gemeindevertretern zu Jahresbeginn vorsorglich in Auftrag gegeben worden. Bei den weiteren Abstimmungen für die Planungen wird die Hessen-Energie nach Angaben von Bürgermeister Dickel auch das Funkfeuer bei Großenlüder-Lütterz berücksichtigen. „Das Funkfeuer ist eine zusätzliche Hürde, aber es bedeutet kein Tabu. Bei der Hessen-Energie sitzen erfahrene Planer, die sich mit dem Problem bereits beschäftigt haben“, erklärt Dickel. Bis die Behörden angesprochen werden, vergingen noch drei bis vier Wochen.

Hessen-Energie hat sich das Ziel gesetzt, die Angersbacher Windkraftanlagen noch 2014 ans Netz zu bringen. Danach verschlechtern sie die Bedingungen für die Stromeinspeisung. Die Höhe der dann gezahlten Einspeisevergütungen liegen für 20 Jahre fest.


Leser-Kommentare ( 5 )
  • Frohnapfel (369) | 5. September 2012;05.09.2012;1346833552 --> 05 September 2012
    Kreis Fulda setzt auf Norddeutschland

    Bis die Stromleitungen von Norddeutschland gegen hunderte von Bürgerinitiativen in die Rhön verlegt sind vergeht noch viel Zeit. Dazu kommt noch die Abhängigkeit von Strom-Giganten. Es wird höchste Zeit den Strom selbst vor Ort zu produzieren, egal wie.

  • bemofd (199) | 4. September 2012;04.09.2012;1346747059 --> 04 September 2012
    Glückwunsch Ihr Wartenberger

    Glückwunsch nach Wartenberg, Ihr bekommt die Energiewende einvernehmlich hin. Im Kreis Fulda geht dafür überhaupt nichts. Im Kreis Fulda ist man sich bisher darin einig, dass man Windräder ablehnt. Nur in Neuhof tut sich ein bischen was.

  • wickie (47) | 4. September 2012;04.09.2012;1346784955 --> 04 September 2012
    In die Fulda ticken.....

    die Uhren eben anders. Da ist es wichtig, dass die Sonnenschirme nicht mehr blau sind bzw. eine einheitliche Farbe haben müssen. Wahrscheinlich können sich die Politiker in Fulda nicht über die Windradfarbe einigen - weiß ist ja auch so langweilig - schwarz vielleicht?