Kreisabfalldeponie wird 30
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Kalbach
Die Entscheidung war nicht unumstritten, aber sie war zukunftsweisend: Vor 30 Jahren nahm die Kreisabfalldeponie in Kalbach ihren Betrieb auf.
Bis 2005 wurden hier alle im Landkreis angefallenen Haus- und Gewerbeabfälle gelagert – etwa drei Millionen Tonnen. Zum Deponie-Geburtstag findet am Sonntag ein Tag der offenen Tür statt. Während in anderen Landkreisen in den 1980er Jahren Deponieflächen fehlten, war der Landkreis Fulda gut versorgt. Mit dem Abfallbeseitigungsgesetz von 1971 wurden die Landkreise verpflichtet, geeignete Deponien einzurichten. Der Landkreis Fulda nutzte zunächst eine bestehende Ablagerungsstelle in Steinau bei Petersberg. Zugleich wurden die gemeindlichen Müllkippen geschlossen; lediglich die Stadt Fulda hatte bis Mitte der 70er Jahre ihre Deponie in Löschenrod. Wegen der großen Abfallmengen waren die Kapazitäten in Steinau nach knapp zehn Jahren erschöpft.
Ein neuer Standort für eine Kreis-Deponie musste her. Im Basaltsteinbruch in Mittelkalbach wurde ein neuer Platz gefunden. Bei den Eigentümern des Steinbruchbetriebs Wendelin und Eberhard Schrimpf sowie dem Betriebsleiter Alfred Gesang fand man engagierte Partner. Nicht zuletzt trug die Gemeinde Kalbach unter Bürgermeister Karl-Heinz Kaib (CDU) dazu bei, dass nach kurzer Planungs- und Bauphase die Deponie am 18. August 1982 ihren Betrieb aufnahm.
Die steigenden Müllmengen machten es erforderlich, dass der Kreis bereits 1989 über eine Erweiterung nachdachte. Dagegen formierte sich in Kalbach Widerstand. Der damalige Erste Kreisbeigeordnete Gerhard Möller (CDU) suchte mit Vertretern der Gemeinde Kalbach eine Lösung. In einem offenen Prozess wurden die Gemeinde und die Bürgerinitiative, die sich gebildet hatte, in alle Planungsschritte eingebunden. Im Oktober 1996 wurde der Planfeststellungsbeschluss für die Erweiterung erteilt.
Auf der zehn Hektar großen Fläche des Nordabschnitts, die seit 1982 genutzt wurde, und auf einer drei Hektar großen Fläche im Erweiterungsbereich lagern heute drei Millionen Tonnen Abfall, die der Nachsorge bedürfen: Sickerwasser wird gereinigt, das Deponiegas schadlos verwertet.
Ein Einschnitt für die Deponie war 2005, als zum 1. Juni die Anforderungen an die Ablagerung von Abfällen so erhöht wurden, dass eine Deponierung des Gewerbemülls und der Siedlungsabfälle faktisch nicht mehr möglich ist. Abfälle müssen seitdem verbrannt werden. Das Material aus dem Landkreis Fulda werden zuvor in einer Anlage bei Eschwege für eine Verwertung vorbereitet.
Wegen der Entfernung wird die Aufbereitungsanlage nicht direkt von den Müllfahrzeugen angefahren. Hier werden seit 2005 alle anfallenden Abfälle zusammengeführt, umgeladen und mit Groß-Lkw zu den Aufbereitungsanlagen abgefahren. Um die Abfälle witterungsgeschützt umladen zu können, hat der Landkreis eine Halle (66 Meter lang, 27 Meter breit und 18 Meter hoch) errichtet, die am Sonntag eingeweiht wird.
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