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6. Juli 2012



Markus Röder wird von allen Fraktionen im Wahlkampf unterstützt

nz

Elters
Sein Wahlslogan „Mit mir können Sie rechnen!“ ist nicht nur als Bekenntnis zu verstehen, selbstbewusst um das Amt des Bürgermeisters zu werben und als Bürgermeister anzupacken. Markus Röder ist ein Mann der Zahlen und wird von allen fünf Fraktionen des Gemeindeparlaments unterstützt.

Der 41-Jährige aus dem Ortsteil Elters hatte sich auf einen öffentlichen Aufruf von CDU, SPD, CWE, Grünen und FDP bewerben und sich intern durchgesetzt. Ihm sei wichtig, dass die Fraktionen „geschlossen hinter“ ihm stehen. Wäre das Fünfer-Bündnis in der Phase der Kandidatenfindung auseinander gefallen, sei er wohl nicht angetreten. Seinen Hut in den Ring geworfen hatte Röder, nachdem ihn Freunde und Vereinskollegen mehrfach angesprochen hatten.

Seit zwei Legislaturperioden engagiert er sich im Ortsbeirat, ist aber kein Mitglied einer Partei. Zudem spielt er seit drei Jahrzehnten in der Trachtenkapelle Elters, ist Mitglied in der Feuerwehr Elters, im Rhönklub-Zweigverein, der Sportgemeinschaft und im Trägerverein Dorfgemeinschaft Elters. / nz Ob ihm das Quintett als Kandidat bei der Wahl eine Hilfe wird sein können, darüber ist Röder unsicher: Einerseits könnten die Fraktionen ihre jeweiligen Wählergruppen für ihn mobilisieren, andererseits haben die fünf den Amtsvorgänger zum Rücktritt gedrängt und ihrer Absichten dafür nicht transparent genug gemacht. „Es ist schwer einzuschätzen, wie die Bürger dies sehen“, sagt er. Sein 18 Punkte umfassendes Wahlprogramm sei jedenfalls seins, nicht das der Fraktionen, wie er betont, denn eine Bürgermeisterwahl ist eine Persönlichkeitswahl, bei dem der Kandidat im Vordergrund steht.

Der 41-Jährige wolle mit Fachkompetenz überzeugen: „Ich war jahrelang in der Privatwirtschaft tätig, nun kann ich wertstiftend etwas zurückgeben, wo ich lebe.“ Der gelernte Bankkaufmann und diplomierte Betriebswirt ist Leiter im Controlling beim Energiedienstleister Techem in Eschborn, kennt sich mit Zahlen aus und übernimmt seit mehr als achteinhalb Jahren Führungsaufgaben. „Ich kann mit Zahlen“, sagt er. Seinen Wahlslogan „Mit mir können Sie rechnen!“ will er daher auch in diese Richtung verstanden wissen. So, wie er im Beruf anhand der Konzernzahlen strategische Entscheidungen für die Zukunft von Unternehmen trifft, will er als Bürgermeister die Gemeinde ausrichten. „Ich will Hofbieber heute auf das Morgen vorbereiten.“

Ziel: Den Haushalt konsolidieren
Serie
Unsere Zeitung stellt in einer Mini-Serie die Bürgermeister-Kandidaten in Hofbieber vor:
Teil 1: Michael Wingenfeld
Teil 2: Bernd Hoyer
Teil 3: Gerhard Rudi Pelz
Teil 4: Jürgen Goldbach
Teil 5: Markus Röder

In der Gemeinde will er den Haushalt „sinnvoll und sukzessive“ konsolidieren. Alles müsse auf den Prüfstand und wirtschaftlich transparent gemacht werden. „Die Frage ist, was wollen wir uns leisten, was ist uns wichtig und welche Investition ist nützlich und welche neben nützlich noch schick?“ Ein regelmäßiger Austausch mit den Ortsbeiräten und Bürgern soll die Meinungsbildung unterstützen.

Für nützlich und nachhaltig hält Röder den Erhalt und die Verbesserung der Infrastruktur, etwa indem der Wirtschaftsstandort mit kleinen und mittleren Betrieben, „die zu Hofbieber passen“, gestärkt wird. Ein Investor solle schnelles Internet („eine essenzielle Infrastruktur“) verlegen, Ortsbilder über Ehrenamtsinitiativen erhalten und gepflegt werden und die Attraktivität der Gemeinde für junge Familien gesteigert werden, etwa mit dem Ausbau der U-3-Betreuung und dem Verkauf von Bauflächen in den Dorfkernen.

Profitieren können die Gemeinde von Werbung: Mit Milseburg(-radweg), Günter-Grass-Ausstellung und Pfundsmuseum beispielsweise kann die Gemeinde ihr Image im kulturellen Bereich stärken und überregionale Bekanntheit erlangen. „Wir sollten mit unseren Pfunden wuchern und offensiver auftreten“, sagt er.

Zu seinen Zielen gehört auch, die Struktur der gemeindlichen Organisation zu optimieren, indem etwa Mitarbeiter sich als Teil eines „schlagkräftigen Teams“ mit „besserer Außenwirkung“ und „Spaß an der Arbeit“ versteht und Abläufe und Aufgabenverteilungen hinterfragt werden. Personal soll nicht eingespart werden. „Das sollte man sich genau überlegen, denn dabei geht Know-how verloren.“ Mit der Stärkung des Wir-Gefühls in der Verwaltung arbeite diese effizienter.

Zu der derzeit diskutierten Ortskernentwicklung und dem umstrittenen Pflegezentrum am Hofberg hat Röder eine klare Meinung: Es brauche ein tragfähiges Konzept, das den Ortskern nachhaltig stärkt und zu Hofbieber passe. Eine Einrichtung im Ortskern und am Hofberg könnten sich ergänzen, für eine Pflegeeinrichtung sei das Areal im Ortskern jedoch zu klein. Langfristig müssen nach Ansicht Röders seniorengerechte Angebote in der Gemeinde ausgebaut werden. „Der demografische Wandel macht vor unserer Gemeinde nicht halt.“ Zwar gebe es das kommunale Netzwerk Humandienste Hofbieber (KNHH), jedoch müssten sich auch Gedanken um professionelle Pflege gemacht werden.

Zur Person
Markus Röder ist 41 Jahre alt, wohnt seit seiner Kindheit in Elters und ist gelernter Bankkaufmann und diplomierter Betriebswirt. Er arbeitet als Leiter im Controlling bei Techem und pendelt täglich nach Eschborn. Röder ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Seit zwei Legislaturperioden engagiert er sich im Ortsbeirat, ist aber kein Mitglied einer Partei. Zudem spielt er seit drei Jahrzehnten in der Trachtenkapelle Elters, ist Mitglied in der Feuerwehr Elters, im Rhönklub-Zweigverein, der Sportgemeinschaft und im Trägerverein Dorfgemeinschaft Elters.

Zur Homepage von Markus Röder


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