Migros: Aufsichtsrat wird nicht getauscht
DOSSIER: Tegut-Verkauf
Von Leoni Rehnert
Fulda
Bei der neuesten Meldung in Sachen „Migros kauft Tegut“ lag die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS) offenbar falsch – und damit alle, die aus dem Artikel zitierten.
Migros Zürich (MZ) werde nach der Übernahme des Tegut-Handelsgeschäftes den Aufsichtsrat komplett neu besetzen, schrieb am Sonntag die FAS und berief sich auf eine Erklärung von Jörg Blunschi, dem MZ-Geschäftsleiter. Demnach würden alle Aufsichtsräte bei Tegut ausgetauscht und durch Migos-Leute ersetzt.
Jetzt stellen die Schweizer und Tegut klar: Das eine habe mit dem anderen überhaupt nichts gemein. „Der bestehende Aufsichtsrat, den die FAS mal eben schnell nach Hause geschickt hat, hat mit dem Verkauf und mit Migros gar nichts zu tun“, sagt Tegut-Vorstandsvorsitzender Thomas Gutberlet. Der Aufsichtsrat, der unter anderen mit Götz Werner (dm-Drogerie) und dem Fuldaer Rechtsanwalt Rudolf Karras besetzt ist, gehöre zur Tegut-Stiftung und nicht zur verkauften Handelsgesellschaft.
Ob die Schweizer Genossenschaft für ihre neue Tochter Tegut-Handel einen Aufsichtsrat gründen werde, sei noch gar nicht entschieden, erklärt Georg Echter für Migros Zürich und ergänzt: „Im Grunde ist rein rechtlich gar kein Aufsichtsrat nötig.“ Allerdings sei es „Migros-Logik“, Aufsichtsräte beziehungsweise Verwaltungsgremien zu installieren und mit Internen und Externen zu besetzen. Was die FAS dazu geschrieben hat, entbehre jeder Grundlage.
Unterdessen werden bei den Mitarbeitern der Tegut-Märkte weiterhin Info-Gespräche geführt. Betriebsratsvorsitzender Harald Bottin (56) war gestern zum Beispiel im Raum Bebra, um offene Fragen zu beantworten. „Ich glaube, dass die Entscheidung gut für Teguts Zukunft ist und wir dadurch wachsen können“, sagt Bottin.
Alle Mitarbeiter, die bereits in die neue Handelsgesellschaft übergewechselt sind, seien tarifgebunden – „und sie bleiben das auch künftig, das ist uns sichergestellt worden“, sagt der Betriebsratsvorsitzende, der mit seinen Kollegen der Arbeitnehmervertretung unter das Dach der Schweizer wechselt. „Wir gehen gestärkt ins neue Jahr. Ich sehe jedenfalls viele, viele Chancen“, ist sich Harald Bottin, der seit 35 Jahren bei Tegut arbeitet, sicher.
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