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13. Oktober 2012



Migros-Tegut: Optimismus allenthalben

DOSSIER: Tegut-Verkauf
lr/dpa

Fulda
„Einen rundum positiven Eindruck“ hat Oberbürgermeister Gerhard Möller (CDU) von Jörg Blunschi. Gut eine Stunde war der Migros-Zürich-Chef gemeinsam mit Thomas Gutberlet im Stadtschloss, sozusagen zum Antrittsbesuch in der Heimatstadt der jüngsten Migros-Tochter Tegut.

„Es waren interessante Gespräche, und ich gehe davon aus, dass man das, was man angekündigt hat, auch umsetzen wird“, erklärte Möller und meinte damit beispielsweise, dass Migros investieren wolle  und die Zentrale tatsächlich in Fulda belassen werde. „Oft ist es ja so, dass nach einem Kauf relativ schnell die Zentrale in den Stammsitz verlegt wird. Das befürchte ich hier nicht“, sagte der OB.  „Ich glaube, Tegut hat mit Migros eine gute Perspektive, als Marke bundesweit zu expandieren. Und ich halte die Geschäftsleitung für glaubwürdig.Die Firmenphilosophien von Tegut und Migros scheinen mir sehr ähnlich.Diese Nähe in der genetischen Codierung ist sehr wichtig“, erklärte Möller.

Positiv äußerte sich auch  Stefan Schunck, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer  (IHK) Fulda: „Es ist einerseits sehr bedauerlich, dass Tegut nun kein klassisches Familienunternehmen mehr ist. Andererseits sehe ich –  nach all dem was wir derzeit wissen –  große Chancen in der neuen Konstellation für das Unternehmen.  Gut und wichtig ist auch die Botschaft, dass Arbeitsplätze erhalten werden, dass die Unternehmenskulturen zusammenpassen und die Tegut-Konzeption weiterentwickelt wird.“ „Die Situation ist jetzt für alles neu“, sagte Landrat Bernd Woide (CDU), „aber ich finde, man sollte jetzt in Chancen denken.“   

Die Tegut-Übernahme durch den Schweizer Handelsriesen Migros ruft indes die Gewerkschaften auf den Plan. Unia und Verdi verlangten am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung, Migros müsse die bestehenden Flächentarifverträge in Deutschland respektieren und die Arbeitsplätze in den etwa 300 Tegut-Filialen erhalten: «Die von der Migros angekündigte "Expansionsstrategie" darf weder in Deutschland noch in den Schweizer Grenzregionen zu einem Stellenabbau führen.»

Migros und Tegut hatten den Eigentümerwechsel am Donnerstag bekanntgegeben. Die Vereinbarung beschränkt sich auf das Handelsgeschäft des Fuldaer Unternehmens mit seinen insgesamt etwa 6400 Mitarbeitern vor allem in Hessen, Thüringen und Nordbayern. Das Industrie- und Landwirtschaftsgeschäft von Tegut bleibt in Händen der Gründerfamilie Gutberlet. Tegut-Zentrale soll weiterhin Fulda sein.


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