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11. August 2012



Minister lobt das Pilotprojekt Demenzbegleiter in Gersfeld und Ebersburg

Von Rainer Ickler

Weyhers
Der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) hat sich gestern in Weyhers über das Modellprojekt Demenzbegleiter des Vereins Miteinander–Füreinander Ebersburg-Gersfeld informiert.

Seit Anfang des Jahres setzt der Generationenverein eigens auausgebildete ehrenamtliche Demenzbegleiter ein, die Angehörige von an Demenz Erkrankten für einige Stunden entlasten. Eine davon ist Anne-Rose Ebenberger-Sinke aus Fulda. Sie betreut seit zwei Monaten die Mutter von Gabriele Storch-Werdecker aus dem Ebersberger Ortsteil Ebersberg. Sie wurde eigens dafür ausgebildet und fährt zweimal die Woche in die Rhön. Zwei Stunden kümmert sie sich dann um die 84 Jahre alte Frau, die unter Demenz leidet, und kann dabei auch auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, denn auch ihre Mutter war an Demenz erkrankt. Doch Ebenberger-Sinke stellt fest: „Die Betreuung ist ohne eine Ausbildung nicht denkbar.“ Mit dem vermittelten Wissen könne man sich besser auf die erkrankten Personen einstellen.

Gabriele Storch-Werdecker ist dankbar für die Unterstützung. „Zwei Stunden kann ich die Verantwortung abgeben und etwas entspannen.“ Sie empfindet den Einsatz der Demenzbegleiterin nicht als Eingriff in ihre Privatsphäre.
Neben Ebenberger-Sinke berichteten gestern noch Ilse Gutmann-Friedel, Doris Schiebelhut und Marlies Himmelreich (alle aus Gersfeld) über ihre Erfahrungen und ihren Antrieb, ehrenamtlich zu arbeiten. „Wir möchten etwas Gutes tun“, sagten sie übereinstimmend.

Der Minister lobte das Projekt:„Die Gemeinde Ebersburg und die StadtGersfeld leisten hier vorbildliche Arbeit. Sie haben mit dem Verein Miteinander–Füreinander ein Netzwerk geschaffen, durch das Hilfeleistungen so früh wie möglich und so nah wie möglich in das jeweilige Wohnumfeld gebracht werden. „Das Projekt Demeinzbegleiter ist dabei ein wichtiger Baustein.“ Daneben werden Fachvorträge, ein Erzählcafe, das Bürgerkino, Wohnberatung und eine Informationen für Angehörigengruppen angeboten.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung unterstütze das Land seniorenpolitische Initiativen in Hessen. Die Demenzbegleiter gehören dazu. Das Projekt bekommt 33 000 Euro. Das Ministerium ist neugierig, ob es zukunftsträchtig ist, sagte Grüttner. Derzeit stehen neun ausgebildete Demenzbegleiter demVerein zur Verfügung. Im Einsatz sind sechs, erklärt Brigitte Kirchner vom Verein Miteinander–Füreinander. Doch trotz der neun ausgebildeten Kräfte stellt sie fest:„Es ist nicht so einfach Personal zu bekommen. Vielleicht scheuen sich einige davor, zu verbindlichen Zeiten zu betreuen.“ Die nächste Schulung beginnt im Herbst, kündigt sie an.

Dr. Hans Unbehauen, Vorsitzender des Generationenvereins, erklärte, wichtig sei die Einbindung anderer Organisationen in das Projekt. Die Ausbildung übernehme der Kreisverband Fulda des DRK, die wissenschaftliche Begleitung liege in den Händen der Hochschule Fulda, die finanzielle Unterstützung komme vom Ministerium. Die Pflegekassen übernehmen die Kosten der Begleiter (sechs Euro pro Stunde bekommen sie für ihren Einsatz).


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