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20. Juli 2012



Möller: Keine Rolle rückwärts bei Windpark

Von Eike Zenner

Fulda
Der ÜWAG-Aufsichtsrat stellt sich in der Debatte um den Windpark der Trianel-Gruppe vor Borkum hinter ÜWAG-Vorstand Günter Bury.

„Der Vorstand hat mir gestern noch einmal Details und zeitliche Abläufe erläutert. Ein Fehlverhalten kann ich nicht erkennen“, sagt der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Fuldas OB Gerhard Möller (CDU). Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Fuldaer Kreistag, Mario Klotzsche, hatte in dieser Woche erklärt, sein Vertrauen in die ÜWAG-Spitze sei „erheblich beschädigt“. Die FDP wirft der ÜWAG vor, sie habe Öffentlichkeit und Gremien nicht rechtzeitig über Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des Windparks informiert. Die Anlagen vor Borkum gehen einige Monate später ans Netz als geplant, auf die 33 beteiligten regionalen Energieversorger – darunter die ÜWAG – kommen erhebliche Mehrkosten zu.

„Bei der von den 33 Gesellschaftern insgesamt zusätzlich zur Verfügung gestellten Summe von 44 Millionen Euro handelt es sich um Gesellschafterdarlehen“, erklärt die ÜWAG. Es werde kein neues Eigenkapital in die Projektgesellschaft eingebracht, so dass auch die Anteile aller am Windpark beteiligten Unternehmen unverändert blieben. Einige Gesellschafter leisten laut ÜWAG gar keinen zusätzlichen Beitrag, andere Gesellschafter beteiligen sich mit einer größeren Summe als der Fuldaer Versorger am zusätzlichen Investitionsbedarf.

„Der Aufsichtsrat wird darauf achten, dass der vorgegebene Kostenrahmen eingehalten wird“, versichert Möller. Sprich: Bei 22 Millionen Euro ist Schluss. „Wir werden uns im Aufsichtsrat sicher noch einmal ausführlich mit dem Projekt befassen, eine Rolle rückwärts wird es aber nicht geben“, sagt der OB. Möller betont, die ÜWAG habe sich seinerseits bewusst für ein Engagement in der Stromerzeugung – sprich für die Beteiligung an Kraftwerken oder Windkraftanlagen – entschieden. „Ich sehe hier einen großen Konsens“, so Möller.

FDP-Fraktionschef Klotzsche zeigt sich derweil verwundert über die Gesamtinvestition in den Windpark von 933 Millionen Euro. Weil das Projekt immer mehr koste, fürchtet er eine Verschlechterung der Rendite.



Die Trianel ist ein Verbund aus rund 50 Stadtwerken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Überlandwerk ist mit 7,47 Prozent einer der größten Gesellschafter. An den Windprojekt vor Borkum sind 33 Partner beteiligt.


Leser-Kommentare ( 3 )
  • aha21 (28) | 20. July 2012;20.07.2012;1342815046 --> 20 Juli 2012
    Rat an OB: AR Pflichten ernst nehmen

    Nach zahlreichen negativen Meldungen sei dem OB empfohlen, seine AR Aufgaben im eigenen Interesse sehr ernst zu nehmen, um mögliche weitere Baustellen bei kommunalen Beteiligungen zu vermeiden. Umso mehr als die Nachricht zu den weiteren Verzögerungen beim Windpark Borkum kurz nach der Aufsichtsversammlung noch im Juni kam! Mit Blick auf die GWV-Kooperation sollte er zudem alle Mitarbeiterinteressen angemessen berücksichtigen. Tip: unabhängige Mitarbeiterbefragung bei GWV+ÜWAG

  • bemofd (199) | 20. July 2012;20.07.2012;1342774659 --> 20 Juli 2012
    Offshore Windpark in der Nordsee hinter der Insel Borkum

    Die politisch Verantwortlichen in Fulda gehen mit Windparks in der Nordsee einen vollkommen falschen Weg. Wer will denn das Leitungsnetz bezahlen ? Die Wertschöpfung erfolgt nur bei regionalen Windanlagen im Kreis Fulda. Leider müssen das nun andere machen, wenn das die ÜWAG und der Oberbürgermeister Möller dies nicht können.

  • MythenMetzger (480) | 20. July 2012;20.07.2012;1342765339 --> 20 Juli 2012
    Verschlechterung der "Rendite" ?

    Hallo, gehts noch ? Die "Rendite" wird von den Kunden der ÜWAG bezahlt. D.h. die kommunaten Eigentümer bedienen sich völlig ungeniert und erwarten entspr. Überweisungen in die Haushalte. Die "Rendite" gehört den Kunden, die auch noch Ihre kommnalen Vertreter wählen, die dann für die Kommunen im Aufsichtsrat sitzen. Will Klotzsche Aufsichtsrat werden, brauch er das Geld ?
    Immer mehr werden sagen : die nächste Preiserhöhung ohne mich. Das versteht auch ein Aufsichtsrat.