Mountainbiker stiften Unruhe im hessischen Wald
DOSSIER: Streit um Waldgesetz
Von Sabine Ränsch, dpa
Fulda
Der hessische Wald steht allen offen - auch Mountainbikern und Reitern. Künftig sollen sie aber Strecken mit den Eigentümern absprechen. Das gefällt ihnen gar nicht. Andere Waldbesucher sind dagegen zufrieden. Und die Eigentümer auch.
Mit der Waldesruhe ist es vorbei: Die Mountainbiker haben mit ihrem Protest gegen das neue hessische Waldgesetz das Umweltministerium in Erklärungsnot gebracht und Widerspruch zahlreicher Verbände provoziert. Soll, wie die Radler befürchten, künftig das Fahren auf schmalen Waldwegen verboten sein?
«Nein», versichert Ministeriumssprecher Sebastian Wysocki. Die Mountainradler hätten hier etwas missverstanden. Allerdings solle künftig die Zustimmung des Waldeigentümers nötig sein, wenn schmale Pfade befahren oder neu angelegt werden sollen. Damit werde erst die Möglichkeit für Angebote an die Biker geschaffen. Freilich schließe die Pflicht zur Zustimmung auch die Möglichkeit der Ablehnung ein. Das selbe soll künftig für Reiter gelten.
«Ja», sagen dagegen die Biker. Im Internet hat die Deutsche Initiative Mountainbike (DIMB) inzwischen mehr als 40.000 Unterschriften gegen den Gesetzentwurf gesammelt. «Die Resonanz übertrifft unsere Erwartungen», sagt DIMB-Vorsitzender Thomas Kleinjohann. Auf die Seite der Radler haben sich auch die Reiter und der Naturschutzbund (Nabu) geschlagen. Ministeriumssprecher Wysocki verspricht, dass alle Anregungen und Verbesserungsvorschläge in der Debatte um die endgültige Gesetzesfassung berücksichtigt werden.
Mit dem neugefassten Betretungsrecht im Wald will das Ministerium eigentlich Konflikte entschärfen und gefährliche Begegnungen zwischen Fußgängern und schnellen Radlern auf schmalen Pfaden verhindern. Der Waldbesitzerverband, der in Hessen 60.000 Waldeigentümer vertritt, hält eine Klärung für überfällig: «Die Regelung schließt eine Gesetzeslücke, die einen Wildwuchs besonders des Mountainbikings im Wald ermöglicht hat», heißt es in einer Resolution der Waldbesitzer und des Landesjagdverbandes an die Landesregierung.
Die Waldbesitzer fürchten, dass aus den schmalen Radspuren, die einzelne Mountainbikes ziehen, bald Pfade entstehen, wo zuvor keine Wege waren. «Diese sogenannten Trails werden schnell auch von anderen Erholungssuchenden wie Spaziergängern und Reitern angenommen.» Dabei sei das Wegeangebot von rund 23.000 Kilometern im hessischen Wald schon so umfangreich, dass eigentlich alle zufrieden sein müssten, meint Verbandssprecher Stefan Retter.
Mountainbiker: Die Forstbehörden sind untätig
Die Biker wie auch die Reiter und der Naturschutzbund (Nabu) werfen der Landesregierung vor, sie wolle das gesetzlich verbriefte Betretungsrecht einschränken und es in das Belieben der Waldeigentümer stellen, wo Rad gefahren oder geritten werden dürfe. Das Querfeldeinfahren sei nach dem jetzigen Forstgesetz in Hessen schon jetzt verboten, argumentiert der Nabu. Von den Radfahrer-Verbänden fordern die Naturschützer eine Selbstverpflichtung zur Rücksichtnahme auf die Natur, den Wald und die übrigen Waldbesucher.
Das sehen die Mountainbiker selber gar nicht anders. «Wir sind für Besucherlenkung», sagt DIMP-Vorsitzender Kleinjohann. Allerdings müssten die Angebote für die Sportler schon attraktiv sein, damit sie auch angenommen würden. Die 500 Kilometer Radwege im Geonaturpark Odenwald seien jedenfalls komplett misslungen, weil nicht sportlich genug. «Naturfeste Strecken mit fahrtechnischem Anspruch - da dürfen auch Steine und Felsplatten drin sein» wünschen sich die Mountainbiker. Eine solche Strecke wäre aus ihrer Sicht am Taunus-Südhang ideal. Vorschläge hätten die Mountainbiker schon im vergangenen September gemacht - aber «die Forstbehörden sind untätig». Auf Anregungen für den Odenwald sei seit eineinhalb Jahren keine Reaktion gekommen.
Eine Selbstverpflichtung der Radfahrer halten andere Verbände für unrealistisch. In der Debatte haben sich zehn so unterschiedliche Verbände wie die Gewerkschaft IG Bau über BUND und Vogelschützer bis zu Jägern und Waldbesitzern in einer Resolution für eine Reglementierung des Verkehrs im Wald zusammengefunden. Sie plädieren für eine Lenkung im Wald nach dem Prinzip der Rücksichtnahme aller Waldbesucher, ob sie nun wandern, Reiten, Fahrrad oder Mountainbike fahren, Tiere und Pflanzen beobachten oder joggen wollen.
«Nein», versichert Ministeriumssprecher Sebastian Wysocki. Die Mountainradler hätten hier etwas missverstanden. Allerdings solle künftig die Zustimmung des Waldeigentümers nötig sein, wenn schmale Pfade befahren oder neu angelegt werden sollen. Damit werde erst die Möglichkeit für Angebote an die Biker geschaffen. Freilich schließe die Pflicht zur Zustimmung auch die Möglichkeit der Ablehnung ein. Das selbe soll künftig für Reiter gelten.
«Ja», sagen dagegen die Biker. Im Internet hat die Deutsche Initiative Mountainbike (DIMB) inzwischen mehr als 40.000 Unterschriften gegen den Gesetzentwurf gesammelt. «Die Resonanz übertrifft unsere Erwartungen», sagt DIMB-Vorsitzender Thomas Kleinjohann. Auf die Seite der Radler haben sich auch die Reiter und der Naturschutzbund (Nabu) geschlagen. Ministeriumssprecher Wysocki verspricht, dass alle Anregungen und Verbesserungsvorschläge in der Debatte um die endgültige Gesetzesfassung berücksichtigt werden.
Mit dem neugefassten Betretungsrecht im Wald will das Ministerium eigentlich Konflikte entschärfen und gefährliche Begegnungen zwischen Fußgängern und schnellen Radlern auf schmalen Pfaden verhindern. Der Waldbesitzerverband, der in Hessen 60.000 Waldeigentümer vertritt, hält eine Klärung für überfällig: «Die Regelung schließt eine Gesetzeslücke, die einen Wildwuchs besonders des Mountainbikings im Wald ermöglicht hat», heißt es in einer Resolution der Waldbesitzer und des Landesjagdverbandes an die Landesregierung.
Die Waldbesitzer fürchten, dass aus den schmalen Radspuren, die einzelne Mountainbikes ziehen, bald Pfade entstehen, wo zuvor keine Wege waren. «Diese sogenannten Trails werden schnell auch von anderen Erholungssuchenden wie Spaziergängern und Reitern angenommen.» Dabei sei das Wegeangebot von rund 23.000 Kilometern im hessischen Wald schon so umfangreich, dass eigentlich alle zufrieden sein müssten, meint Verbandssprecher Stefan Retter.
Mountainbiker: Die Forstbehörden sind untätig
Die Biker wie auch die Reiter und der Naturschutzbund (Nabu) werfen der Landesregierung vor, sie wolle das gesetzlich verbriefte Betretungsrecht einschränken und es in das Belieben der Waldeigentümer stellen, wo Rad gefahren oder geritten werden dürfe. Das Querfeldeinfahren sei nach dem jetzigen Forstgesetz in Hessen schon jetzt verboten, argumentiert der Nabu. Von den Radfahrer-Verbänden fordern die Naturschützer eine Selbstverpflichtung zur Rücksichtnahme auf die Natur, den Wald und die übrigen Waldbesucher.
Das sehen die Mountainbiker selber gar nicht anders. «Wir sind für Besucherlenkung», sagt DIMP-Vorsitzender Kleinjohann. Allerdings müssten die Angebote für die Sportler schon attraktiv sein, damit sie auch angenommen würden. Die 500 Kilometer Radwege im Geonaturpark Odenwald seien jedenfalls komplett misslungen, weil nicht sportlich genug. «Naturfeste Strecken mit fahrtechnischem Anspruch - da dürfen auch Steine und Felsplatten drin sein» wünschen sich die Mountainbiker. Eine solche Strecke wäre aus ihrer Sicht am Taunus-Südhang ideal. Vorschläge hätten die Mountainbiker schon im vergangenen September gemacht - aber «die Forstbehörden sind untätig». Auf Anregungen für den Odenwald sei seit eineinhalb Jahren keine Reaktion gekommen.
Eine Selbstverpflichtung der Radfahrer halten andere Verbände für unrealistisch. In der Debatte haben sich zehn so unterschiedliche Verbände wie die Gewerkschaft IG Bau über BUND und Vogelschützer bis zu Jägern und Waldbesitzern in einer Resolution für eine Reglementierung des Verkehrs im Wald zusammengefunden. Sie plädieren für eine Lenkung im Wald nach dem Prinzip der Rücksichtnahme aller Waldbesucher, ob sie nun wandern, Reiten, Fahrrad oder Mountainbike fahren, Tiere und Pflanzen beobachten oder joggen wollen.
Leser-Kommentare ( 1 )
-
pelmazo (94) | 4. August 2012;04.08.2012;1344080532 --> 04 August 2012
Wenn ich
in unserer Gegend im Wald mit dem Mountainbike unterwegs bin, dann sehe ich sehr wenige Fußgänger, Jogger, andere Radfahrer. Schneisen in unberührte Natur schlagende Zweirad-Rowdys habe ich noch nie gesehen. Ein umherliegender Ast, der sich beim querfeldein aufstellt und in die Speichen kommt : Der schmerzhafte Abgang über den Lenker ist da und das Rad ist auch kaputt. Nur in Köpfen nutzniessender Lobbyisten existiert, was da bekämpft werden soll.









