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23. Mai 2011



"Mückenstich" begeisterte im Kulturkeller mit neuem Programm

Wolfgang Hohmann

Fulda
Mit langem Schlussapplaus dankte das stets amüsierte Publikum dem Fuldaer Kabarett Mückenstich im Kulturkeller nach der Premiere des neuen Programms. Unter dem Titel „Lobby“ hatten die Mücken zuvor alles ins Visier genommen, was kabaretttauglich ist.

Mit rund 20 Nummern gab es, abgesehen von drei musi-kalischen Anleihen, nur satirische Eigengewächse der Kabarettisten, bei denen vier Herren und vier Damen (wegen der Quote?) illustre Ty-pen auf die Bretter brachten. „Feuer frei!“, hieß es für zwei vergnügliche Stunden, in denen das Ensemble tätig wurde, um bei Beachtung von Schillers Unterscheidung zwischen lachender und strafender Satire einen abwechslungsreichen Mix zu präsentieren: mal an der Oberfläche bleibend, mal tiefer grabend.

Dass die Mücken nicht nur summen, sondern auch stechen wollen, intonieren sie frech schon beim Einmarsch, um danach bei „DoggyWell-ness“ alles, was Menschen heutzutage so widerfährt im Wellness-Milieu, auf den Hund zu bringen. Um Pfotenreflexzonenmassage geht es da, und für Herrchen ist der Hundewhirlpool „off limits“, um Doggy vor den Fußpilzen der Zweibeiner zu schützen.

Schon bei der ersten Nummer wird deutlich, wie das Ensemble gemeinsam mit Regisseurin Jessica Stukenberg arbeitet: Die thematischen Einfälle werden so aufbereitet, dass man die Pointen sicher setzt und die Szenarien nicht auswalzt. Das wird vom begeistert mitgehenden Publikum im voll besetzten Keller mit viel Applaus honoriert, zumal die Verortung des Geschehens in einer Hotel-Lobby ein illustres Personal versammelt: Politiker ebenso wie eine Klofrau, Theaterkartensucher und Zimmerbesteller, eine Erbengemeinschaft, ein Männerstammtisch und ein Frauenkränzchen (ein Plus für die Damen im Direktvergleich) und natürlich skru-pellose Lobbyisten in des Wortes neuer Bedeutung.

Bleibt man zumeist dort, wo es allgemein menschelt, so gibt es auch direkte An-spielungen, wenn es um den Hygieneskandal am Klini-kum geht, wenn die Kurie Sündenböcke sucht oder Osama und Obama erwähnt werden. Immer wieder gibt es andere Präsentationsformen, zum Beispiel mit Gesang, wenn Karin Klappstein als Klofrau in Diseusenmanier singt, wenn Hubert Kein jun. gerne einmal reich wär’, oder Johannes Hunold singend mit „Ja, Schatz“ den Gattinnenmord plant. Neben den singenden Solisten waren am Erfolg der Premiere beteiligt Brigitte Rübsam, Petra Hunold, Michael Helfrich, Sonja Repp und Stefan Kortüm.

Weitere Aufführungen finden am selben Ort am 18. Juni und am 9. September jeweils um 20 Uhr statt.



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