Musical von Domgymnasiasten und Schülern der Starbahn erfolgreich
FULDA
Es geschieht nicht oft, dass ein schulisches Partnerschaftsprojekt als Szene in ein Musical eingearbeitet wird. Wie gut dies gelingen kann, zeigten zwei begeisternde Aufführungen von „Der kleine Tag“ im Fuldaer Domgymnasium mit etwa 1500 Zuschauern.
Dessen Musical-AG unter der Regie von Lehrerin Renate Muhl hatte das schwungvoll-bewegende Stück bereits im Herbst gespielt, doch nun besitzt es einen neuen Mittelteil. Kreativ vorgestellt wird darin die junge Partnerschaft zwischen der 9 a vom Domgymnasium und der Klasse GL (Garten-Landwirtschaft) von „Startbahn“, der Förderberufsschule des St. Antoniusheims. „Diese Partnerschaft ist für alle eine Bereicherung, deshalb bringt sich unsere AG gern mit ein“, betont Muhl im Gespräch. So sind diese Aufführungen Benefizveranstaltungen für die Startbahn. Die gesamte 9 a engagiert sich ebenfalls, unter anderem durch einen Getränkeverkauf zugunsten der Startbahn.
Regisseurin und Mitwirkende haben die zusätzliche Szene entwickelt. Die Idee dazu entstand auch, weil Ann-Sophie Trost und Julia Krieg aus der 9 a ohnehin bei dem Musical mitwirken – Ann-Sophie in der Hauptrolle als „Kleiner Tag“, der auf die Erde kommt und sich interessiert dort umschaut. Zu dem Schönen, was er (sie) sieht, gehört nun auch das schulübergreifende Miteinander. Auf der Bühne setzen sich die Begegnungen zwischen Jugendlichen aus den beiden Klassen quasi fort.
Begegnungen auf Augenhöhe
Eingeblendet werden Fotos von der gemeinsamen Adventsfeier und von den praktischen Tätigkeiten der Startbahn-Schüler, wie dem Kartoffeln-Sortieren. David Dechant, Pauline Fladung, Talita Höhl und Lara Leinweber aus der 9 a führen kurze Unterhaltungen mit den Jugendlichen, die aufgrund ihrer Einschränkungen nicht so wortgewandt sind wie sie selbst. So können die Zuschauer in der vollen Aula Katharina Möller, Moritz Diehl, Manuel Grunwald, Roberto Petrera und Glenn Siebert von der Startbahn ein bisschen kennenlernen und geben immer wieder Szenenapplaus. Als Lara mit Katharina spricht, geht sie neben deren Rollstuhl in die Hocke, was etwas über die gesamte Partnerschaft ausdrückt: Angesagt sind Begegnungen auf Augenhöhe. Am Rande machen David, Pauline, Talita und Lara für die 9 a deutlich, dass sie bewundern, wie die Jungen und Mädchen der Förderberufsschule mit ihren Handicaps umgehen. „Sie sind sehr offen, locker und achten nicht auf Äußeres“, betonen die Vier. Entscheidend für das Miteinander sei, einander anzunehmen und keine Barrieren aufzubauen. Glenn von der Startbahn kommt dazu und begrüßt die Gruppe herzlich. Er hat die Partnerschaft, wie er sagt, „im Gefühl“.
Matthias Höhl, Schulleiter des Domgymnasiums, dankt gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Hiltrud Jahn den Mitwirkenden und allen am Musical Beteiligten, besonders Regisseurin Muhl. Auch die Klassenlehrer Martina Hoogen (GL Startbahn) und Ralf Mihm (9 a Domgymnasium) werden für ihren Einsatz gewürdigt. Die Botschaft des Musicals an jeden einzelnen Menschen „Es ist ganz wichtig, dass Du da bist, dass Du so bist und bei uns bist“ passe auch gut zu der Partnerschaft, erklärt Höhl. Ihn freut, dass zusätzlich zu den Domgymnasiasten insgesamt über 1100 Jungen und Mädchen als Gäste aus anderen Schulen die beiden Aufführungen gesehen und offensichtlich toll gefunden haben. Hoogen äußert Begeisterung dafür, wie leicht Muhl die Begegnungen zwischen den beiden Klassen in das Musical integriert habe und wie sympathisch die Startbahn-Schüler von der 9 a auf der Bühne begleitet worden seien. Nach Mihms Angaben soll die Partnerschaft, „die das Sozialverhalten schult und auch von den Eltern mitgetragen wird“, sich weiterentwickeln.
Von unserer Mitarbeiterin
Bea Nolte-Schunck
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