Mut und ein Herz für Kinder in Uganda
Von Volker Nies
Fulda
Sie knüpft schnell herzliche Kontakte zu Kindern und Jugendlichen. So war es in der Mensa der Freiherr-vom-Stein-Schule, die sie bis August 2011 leitete; und so ist es jetzt in Mukisa in Uganda, wo sie ein Jahr lang arbeitet. Mit Hilfe aus Osthessen und viel Mut baut Heike Harth (43) aus Petersberg-Steinau dort eine Behinderten-Tagesstätte auf.
Afrika fesselte sie schon immer. Der schwarze Kontinent ließ sie gar nicht mehr los, nachdem sie in den Sommerferien 2010 erstmals in Uganda war und in Bujuni im Norden Ugandas an einer Schule half, die das Bistum Fulda bereits seit vier Jahren unterstützt. „Unter den 600 Schülern waren 20 behinderte Kinder, auch Blinde und Taubstumme. Um diese Kinder kümmerte sich niemand. Behinderte werden völlig ver- und missachtet“, blickt sie schockiert zurück. Für 300 Euro, die die Stein-Schüler gesammelt hatten, kaufte sie Teller, Töpfe und Essen.
An Weihnachten 2010 und Ostern 2011 verbrachte sie die Ferien erneut in Uganda und reiste dann im Sommer für ein Jahr nach Uganda mit dem festen Entschluss, dort eine Behinderteneinrichtung aufzubauen. Um sich besser mit den Verhältnissen vor Ort vertraut zu machen, absolviert sie jetzt eine Art Lehre in der Mukisa Foundation, einer von zwei Deutschen gegründeten Behinderteneinrichtung in der Nähe der Hauptstadt Kampala.
Spendenkonto
Heike Harth und Gerhard Winter bitten um Spenden für ihr Projekt in Uganda. Die Spenden werden über das Kindermissionswerk Aachen abgewickelt, das Spendenquittung für Finanzamt ausstellt. Spenden gehen an: Kindermissionswerk Aachen, Konto 10 31 bei der Pax-Bank, Bankleitzahl 370 601 93, Betreff: Projekt D1011 58011 Uganda, Spendername und -adresse. / vn
Seit Jahren plant Winter Fotovoltaikanlagen. Damit Harths Projekt für die nächsten 20 Jahre eine solide Basis hat, will er auf zwei Dächern der Stein-Schule Solaranlagen installieren, die im Jahr 4000 Euro einbringen. 25 000 Euro will er selbst investieren. „Zusammen mit zugesagten 4000 Euro vom Bistum und 2000 Euro Spenden ergäbe das den benötigten Jahreszuschuss von 10.000 Euro“, rechnete Heike Harth vor. Die endgültige Zusage der Stadt steht noch aus, aber Schulleiter Helmut Sämann (62) hat bereits seine Unterstützung zugesichert, weil ihn Heike Harths Idee begeistert.
n der neuen Behinderteneinrichtung bei Kinshasa sollen eine Kindergartengruppe sowie ein bis zwei Schulklassen für 50 bis 60 Kinder entstehen. „Wir wollen auch den Eltern helfen, ihr Kind anzunehmen“, sagt sie. An der Schule werden einheimische Logopäden und Ergotherapeuten eingesetzt. Ein eigener landwirtschaftlicher Anbau soll die Ernährung der Kinder und Eltern erleichtern. Eine Mitarbeiterin aus Uganda, die die Einrichtung dauerhaft leiten wird, hat Heike Harth bereits im Visier – damit den Kindern auch dann weiter geholfen wird, wenn sie wieder zurück in Fulda ist.
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