Neues Flugzentrum entsteht
Von Rainer Ickler
Wasserkuppe
Das Flugzentrum auf der Wasserkuppe ist der erste Schritt zur Realisierung des Masterplans. Im Herbst soll der Gebäudekomplex mit Hangar, Tower, Besucherterrasse und Funktionsräumen eingeweiht werden.
Der Bau wächst – für jeden sichtbar – direkt neben der Straße, die über die Wasserkuppe führt. Wasser, Abwasser sowie Stromleitungen sind schon gelegt. Das Stahlgerüst für den Hangar steht, die Firma Rensch wird vermutlich ab Juni in Holzständerbauweise die Gebäudehülle aufstellen. In einem letzten Arbeitsschritt werden dann die Inneneinrichtungen eingebaut.
Am meisten freut sich Harald Jörges, Leiter der Fliegerschule Wasserkuppe, über das Gebäude. Endlich kann das Team der Fliegerschule – immerhin zwölf Angestellte – aus dem Provisorium, einer Baracke, umziehen. „Das war keine Werbung für uns. Wir sind immerhin eine der renommiertesten Fliegerschulen in Deutschland, haben vielleicht die modernsten Flugzeuge und verzeichnen seit Jahren einen starken Zulauf. Da gehört dann auch ein angemessenes Flugzentrum auf den Berg der Flieger, damit wir konkurrenzfähig bleiben“, begründet er den Bau. Büro- und Seminarräume ließen endlich ein besseres Arbeiten für das Team zu.
Flugvorbereitungsräume stehen für Piloten und Schüler bereit, der zehn Meter hohe Tower gewährleiste einen guten Überblick über das Geschehen auf dem Flugfeld. Bislang muss aus einer kleinen Hütte der Flugverkehr geregelt werden.
Viele Neuerungen hält das Gebäude nicht nur für die Piloten, sondern auch für die Besucher bereit. Von der Besucherterrasse kann nicht nur das Geschehen auf dem Flugfeld und in der Luft beobachtet werden, sondern dort hat man auch einen tollen Blick auf die Rhön, schwärmt Jörges. In einem Bistro können sich die Besucher stärken und bekommen gleichzeitig aus den Schulungsflugzeugen Live-Bilder aus der Luft geliefert.
Ein Kinderspielplatz neben dem Zentrum komplettiert das Angebot. „Zigtausend kommen bei schönem Wetter, schauen wie die Flugzeuge starten und landen, denen müssen wir doch was bieten,“ führt Jörges aus. Durch das neue Angebot könne den Besuchern das Fliegen näher gebracht und zudem erlebbar gemacht werden. Wichtig ist der neue Hangar, der an das Zentrum angebaut wird. In der 25 mal 14 Meter großen Halle werden die fünf Motorflugzeuge, mit denen die Segelflugzeuge in die Luft gezogen werden, und die für die Schulung sowie Rundflüge benutzt werden, untergebracht.
Teil des Masterplans
„Es ist ein wichtiger Akzent bei der Umsetzung des Masterplans“, erklärt Landrat Bernd Woide (CDU), der zugleich Präsident des Gesellschaft zur Förderung des Segelflugs auf der Wasserkuppe (GFS) ist. „Mit dem Zentrum haben wir was Vorzeigbares, das den Ankunftscharakter auf Hessens höchstem Berg auch optisch herausstellt. Woide freut sich, dass fast alles, was den Flugsport betrifft, in einem Haus vereint ist.
Zu teuer wäre ein Hangar für die elf Segelflugzeuge der Fliegerschule in dem neuen Zentrum geworden, erklärt Jörges. Die bleiben weiter im großen Hangar neben der jetzigen Fliegerschule untergebracht. Das Flugzentrum wird von der GFS finanziert. Es kostet nach Angaben von Woide rund eine Million Euro. Die GFS vermietet es an die Fliegerschule Wasserkuppe.
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