Neues OP-Zentrum wohl Mitte 2015 fertig
Von Volker Nies
Fulda
Das Klinikum Fulda hat Großes vor: Für 25 Millionen Euro soll von Frühjahr 2013 bis Mitte 2015 am Standort der alten Kinderklinik ein neues, zweigeschossiges OP-Notfallzentrum mit 14 Operationssälen, Notaufnahme und Intensivbetten entstehen.
Erste Überlegungen, den OP-Bereich zu erneuern, gibt es seit 2000, erläutern die Vorstände Dr. Thomas Menzel und Dietmar Pawlik. Die Sanierung bei laufendem Betrieb sollte 2010 beginnen. Dieser Zeitplan wurde aber durch die Krisen um Salmonellen und Sterilisation durchkreuzt. Als Menzel und Pawlik im Sommer 2011 ins Amt kamen, haben sie die Pläne für die OPs überprüft. „Wir brauchten eine Lösung, die nicht nur das Vorhandene modernisiert, sondern die für die Zukunft Potenzial besitzt und die die Risiken eines Umbaus im laufenden OP-Betrieb minimiert. Die Lösung war: Wir bauen den OP-Trakt neu“, berichtet Pawlik.
Der neue OP-Trakt soll 14 Operationssäle umfassen – zwei weniger als bisher. Die geringere Zahl soll reichen, weil der OP-Betrieb neu organisiert wird. Die Narkose der Patienten und die Vorbereitung der Instrumente finden in sterilen Zonen außerhalb des OPs statt. „Damit werden die Wechselzeiten im OP kürzer. Die Operateure haben weniger Leerlauf zwischen den Eingriffen. Die Umorganisation sorgt für mehr medizinische Qualität“, ist Menzel überzeugt.
Der Neubau soll zwei weitere Probleme lösen: Das Klinikum besitzt zu wenige Intensivbetten, und die Notfallaufnahme, die ja erst 2009 neue Räume erhalten hatte, platzt aus allen Nähten. „Binnen fünf Jahren ist die Zahl der Patienten, die wir in der Notaufnahme im Monat betreuen, von 1200 auf 2000 angestiegen – auch wegen des Rückzugs der Hausärzte aus den Bereitschaftsdiensten. Diese Entwicklung war nicht vorhersehbar“, sagt Menzel.
Die neue Notaufnahme soll im Untergeschoss Platz finden. In der heutigen Notaufnahme sollen in Zukunft Patienten mit geplanten Eingriffen aufgenommen werden; im heutigen OP-Bereich werden vier bis sechs Säle erhalten. Hier sollen ab 2015 die ambulanten OPs stattfinden.
Auf der Ebene der Operationssäle werden eine zusätzliche Intensivstation mit 16 Betten sowie eine neue IMC-Station („Intermediate Care“ als Zwischenglied zwischen Intensiv- und Normalstation) mit 20 Betten geschaffen. Mit dem Bau will das Klinikum im Frühjahr 2013 beginnen. Der Abrissantrag für die alte Kinderklinik ist bereits gestellt. Die Förderanträge in Wiesbaden sollen im November gestellt werden. Die Zusage über 13,5 Millionen Euro wird im März 2013 erwartet. „Wir haben bereits positive Signale vom Land“, berichtet Menzel.
Beim Bau des OP-Zentrums sollen die Voraussetzungen für zwei weitere Baumaßnahmen geschaffen werden, die aber derzeit nur Zukunftsmusik sind: An das Mutter-Kind-Zentrum, das an das zukünftige OP-Zentrum angrenzen wird, soll für die Frauenklinik angebaut werden. Zudem sollen weitere Pflegestationen geschaffen werden, um Patienten aufzunehmen, die während einer zukünftigen Sanierung des großen Hauptgebäudes, des so genannten Bettenhauses, nicht im Bettenhaus bleiben können.
Dass die Stadt die Investition und damit den nötigen Eigenanteil von 12,2 Millionen Euro schultere und das Klinikum die Ausgabe dann über 40 Jahre zurückzahle, sei unter vielen geprüften Modellen die günstige Variante, sagt Pawlik. „Angesichts hoher Investitionen in den vergangenen Jahren und der Ausfälle durch die Krisen ist die Unterstützung durch die Stadt für das Klinikum jetzt notwenig“, erklärt Menzel.
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