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22. Juli 2012



Oliver Krasel durchquert Nordamerika per Rad

von Hartmut Zimmermann

Großenlüder/ Fulda-Minnesota
Wie weit ist es von Großenlüder nach Fulda? Oliver Krasel wohnt in Großenlüder und weiß es genau: 41 Tage. Denn am 15. Mai ist der 36-Jährige mit seinem Fahrrad in New York losgefahren, und am 25. Juni erreichte er Fulda. Genauer: Fulda im US-Bundesstaat Minnesota.

Von New York am Atlantik nach San Francisco am Pazifik ist Krasel unterwegs. Aber auch wenn dieses Zwischenziel nicht hundertprozentig an seiner Route liegt: Ein Abstecher nach Fulda im Bundesstaat Minnesota musste sein. Gut 1300 Meilen wären das mit dem Auto – sagt das Internet. Oliver Krasels Fahrrad-Tacho zeigt 1700 Meilen (2735 Kilometer), als er seinen vorne und hinten mit Packtaschen beladenen Drahtesel in Fulda abstellt.
Zitat
„Ich würde die Tour wieder machen, allerdings würde ich im Vorfeld mehr trainieren und mir etwas mehr Zeit für die Tour nehmen. Es ist eine tolle Erfahrung.“
Oliver Krasel

Klar, dass Krasel in seinem Internet-Blog von diesem Tag berichtet: „Als ich vor dem Welcome-Schild mein kleines Stativ aufbaue und wild umher posiere, werde ich mehrere Male ziemlich komisch beäugt. Offensichtlich kommen hier nicht so viele deutsche Touristen vorbei, die am Ortseingang ein Selbstportrait machen. Ich habe schon die Befürchtung, dass jemand den Sheriff informiert und mein Besuch in Fulda beendet ist, bevor er überhaupt angefangen hat. Ich halte bei der Public Library und beim Grocery Store, bevor ich zur Fulda Free Press marschiere, schließlich will ich ja mal ein Foto mit jemand Offiziellem. ...“ Ein Foto mit Police Chief Paul Kenney ziert schließlich die örtliche Zeitung, und die Kollegen von der „Fulda Free Press“ helfen gern mit einem Foto.

Reifenpannen auf der Schlussetappe

Inzwischen hat Krasel, der in einem Fuldaer IT-Unternehmen arbeitet, sein Ziel fast erreicht – aber nicht ganz allein aus eigener Beinkraft: „Von New York bis zu Sioux Falls im Staat South Dakota war ich mit dem Fahrrad unterwegs“, schreib Krasel in einer Mail. Dann habe er, einerseits um noch etwas m,ehr von den USA zu sehen, aber auch um ein wenig rascher voranzukommen, eine einwöchige Tour mit dem Auto eingeschoben – rund 2000 Kilometer war er auf vier Rädern unterwegs. „Seit dem 7. Juli sitze ich ab Idaho Falls wieder im Sattel und komme morgen – gemeint ist der heutige Samstag– in Portland, Oregon, an. Den Pazifik plane ich Anfang nächster Woche zu erreichen“, schreibt Krasel in einer Mail, die am Freitag in der FZ-Redaktion ankam. „Insgesamt habe ich nun rund 6000 Kilometer auf der Uhr (rund 4000 per Rad, knapp 2000 mit dem Auto und ein paar Kilometer mit der Fähre).“

Bei so vielen Zweirad-Meilen könnte man denken, dass auch so manches Mal das Flickzeug ausgepackt werden musste, doch Krasel zieht eine positive Bilanz: „Für eine sehr lange Zeit hatte ich nur einen einzigen Platten.“ Doch in der letzten Zeit häuften sich die Pannen: Allein in den letzten fünf Tagen habe er fünf Mal Schläuche austauschen oder flicken müssen. „Ich schätze das liegt daran, dass ich in den letzten Tagen viel auf der Interstate fahren musste, was ich davor vermied. Und an den Fernstraßen liegt viel Müll auf dem Seitenstreifen.“

Das Material halte aber gut Stand: ,Durchgefahren‘ habe er noch keinen Reifen, „doch habe ich inzwischen den hinteren, der bis an die Verschleißgrenze abgefahren ist, ist, vorne montiert, um den restlichen Weg mit diesem Reifenpaar absolvieren zu können.“


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