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26. Oktober 2012



Prozessauftakt: Über Jahre hinweg Mädchen missbraucht

Von Sebastian Kircher

Fulda
Die Vorwürfe sind unfassbar: Ein 51-jähriger Mann soll drei Mädchen mehrere Jahre lang sexuell missbraucht haben. Am Donnerstag begann der Prozess gegen ihn im Fuldaer Landgericht.

Wegen insgesamt 65 Einzelfällen in den Jahren von 1997 bis 2007 muss der in Neudietendorf in Thüringen Geborene sich verantworten. Staatsanwalt Stephan Müller-Odenwald, der die Anklage in dem Prozess vertritt, wirft dem Mann vor, seine siebenjährige Nichte, eine achtjährige Bekannte der Nichte sowie eine elfjährige andere Verwandte sexuell missbraucht zu haben. Die Taten hätten immer kurz vor dem 14. Geburtstag der Mädchen geendet.

Der Angeklagte wohnte der Staatsanwaltschaft zufolge mit seinem Zwillingsbruder in Erfurt. Dort habe der 51-Jährige ab 1997 über Jahre hinweg seine Nichte zum Beischlaf und Oralverkehr gezwungen. 2002 zog er laut Staatsanwaltschaft nach Fulda und verging sich an dem achtjährigen Mädchen. 2004 sei er schließlich nach Hünfeld gezogen und habe dort sein drittes Opfer, die Elfjährige, missbraucht. Von allen drei Kindern habe er zudem Fotos und Videos von den Taten aufgenommen.

Im September 2011 wurde der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Angeklagte schließlich in Marokko festgenommen. Nach neun Monaten Auslieferungshaft sitzt er derzeit in der JVA Kassel in Untersuchungshaft.
Ob der Angeklagte überhaupt verhandlungsfähig ist, ist noch unklar. „Mir geht es schlecht“, sagte er zu Richter Simon Trost. Der 51-Jährige klagte über Kreuz- und Armschmerzen. Zudem hätten ihn 2009 und 2011 zwei Schlaganfälle ereilt, die er noch nicht überwunden habe. In der Haft in Marokko habe es nur schlechte medizinische Versorgung gegeben. Aktuell müsse der Thüringer Medikamente wie Blutverdünner nehmen. „Vielleicht wäre es sinnvoller, wenn einArzt anwesend ist“, sagte Richter Trost. Bis zum nächsten Verhandlungstermin am 7. November soll geprüft werden, ob die Verhandlungen fortgeführt werden können.

Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Knut Hillebrand, kündigte an, dass sich sein Mandant bei dem nächsten Termin zu den Vorwürfen äußern wolle.


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