Schüler des Domgymnasiums siegen bei „Jugend forscht“
Von Volker Nies
Fulda
Die Bekämpfung der giftigen Herkulesstaude ist für die Behörden ein Riesenproblem. Selbst Ausgraben hilft nicht immer. Schüler des Domgymnasiums setzten auf ein unorthodoxes Gegenmittel, das Rhönschaf, und gewannen damit bei „Jugend forscht“ auf Regionalebene.
as Thema Ökologie wird an der Rabanus-Maurus-Schule groß geschrieben. Sie besitzt das Prädikat Umweltschule und hat auf ihrem Gelände einen Schulteich angelegt. Betreut wird er vom Diplom-Biologen Dr. Klaus-Dieter Koch aus Schlitz, der Biologie und Ökologie unterrichtet.
In dem Schulteichprojekt arbeiten auch Viesturs Leibold (13) aus Rönshausen und Noah Mehler (14) aus Langenbieber, beide aus der Klasse 8e, mit. Sie entschlossen sich, bei „Jugend forscht“ mitzumachen und hatten gleich ein Projekt im Visier: Sie wollten zeigen, wie man auf umweltverträgliche Weise die Herkulesstaude, die am Schulteich und am Sportplatz wuchert, in den Griff kriegt.
„Die Stadt Fulda hat uns toll unterstützt“
„Ich habe mich an Erzählungen meiner Eltern erinnert, dass die Herkulesstaude in Lettland eigens als Futter für Schafe angebaut wird“, erzählt Viesturs. Da Koch Rhönschafe züchtet, deren dunkle Schnauze unempfindlich für das Gift der Staude ist, war ihr Projekt klar: Sie wollten sehen, ob Rhönschafe zur Bekämpfung der Pflanze geeignet sind. Dazu setzten sie vier Schafe auf einem Gelände bei Horas ein, das ihnen die Stadtverwaltung vermittelt hatte. „Die Stadt Fulda hat uns toll unterstützt“, berichtet Koch. „An den ersten Tagen waren die Schafe skeptisch, doch dann fraßen sie die Staude mit großem Vergnügen. Binnen einiger Woche waren 77 Prozent der Pflanzen gefressen und damit vernichtet“, berichtet Noah.
„Jugend forscht“ beginnt eigentlich erst ab einem Alter von 14 Jahren, so dass Viesturs und Noah zunächst in der Sparte „Schüler experimentieren“ antraten. Doch beim Regionalentscheid in Kassel belegten sie nicht nur den ersten Platz, sondern erhielten auch den Innovationspreis der Firma SMA und qualifizierten sich als einzige der insgesamt 27 Teilnehmer aus allen naturwissenschaftlichen Fächern für den Landesentscheid, der am 14. und 15. März bei Merck in Darmstadt ausgetragen wird. „Ihre Forschung wurde von der Jury sehr gelobt, weil die Ergebnisse hohe praktische Anwendbarkeit besitzen und die Schüler mit kleinem Einsatz ein großes Resultat erreichten“, berichtet Bio-Lehrer Koch, der mit seiner ansteckenden Begeisterung eine ganze Menge zum Erfolg seiner Schüler beigetragen hat.
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