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9. November 2010



Sein ganzes Leben für die Straßenkinder in Bolivien

fulda
Die Aula des Domgymnasiums war komplett gefüllt. Pfarrer Josef Neuenhofer – Padre José, wie er in Bolivien genannt wird – hatte für diesen Tag seinen Besuch in Fulda angekündigt. Er setzt sich für Kinder in dem Land ein.

Alle zwei Jahre kommt Pfarrer Josef Neuenhofer für einige Monate nach Deutschland und absolviert einen wahren Besuchsmarathon bei allen Kirchengemeinden, Schulen, Pfadfindergruppen und vielen anderen, die seine Organisation Arco Iris unterstützen. Auch die Rabanus-Maurus-Schule ist seit drei Jahren an der Hilfe für Straßenkinder und arme Familien in La Paz, der Hauptstadt Boliviens, beteiligt.

Padre José, in Pullover und Cordhosen, aber ohne sein Markenzeichen, den breitkrempigen Hut, wirkt trotz seiner 72 Jahre jugendlich, als er vor der versammelten Schüler- und Lehrerschaft über sein Lebenswerk Arco Iris spricht. Die Arbeit für die Straßenkinder sei sein Lebensinhalt geworden. Diese Kinder und Jugendlichen, „die niemals zu einer Frau Mutter gesagt haben und zu einem Mann Vater“, liegen ihm am Herzen. Seine Organisation will auch für die Kinder, die keiner je haben wollte, mehr sein als ein Ort für materielle Hilfe. „Padre“ ist Neuenhofer im wahrsten Sinne des Wortes. Diese innere Haltung der Wertschätzung all denen gegenüber, die wie Straßenhunde leben, ist der Kern von Padre Neuenhofers Arbeit.

Nachdenken wurde angeregt

Sehr bewegend waren Filmausschnitte, die die Lebensbedingungen der Straßenkinder für die Schülerinnen und Schüler in der Aula darstellten. In dem Film sieht man, dass zwölfjährige Mädchen durch Prostitution auf der Straße überleben, dass Straßenkinder unter freiem Himmel oder in Gräbern schlafen, dass Familien so arm sind, dass sich die Kinder ein Paar Schuhe oder Hosen teilen müssen, dass Polizisten weder Freund noch Helfer sind und sogar Kinder ins Gefängnis müssen – die Schilderungen von Pfarrer Neuenhofer gaben Anlass, über die Unterschiedlichkeit in unserer Welt nachzudenken.

Pfarrer Neuenhofer richtete auch Grüße von dem ehemaligen Abiturienten Paul Berbée aus, der bei Arco Iris ein freiwilliges soziales Jahr absolviert und der in seinem Internetblog jeden an seinen Erfahrungen teilhaben lässt. Die Betreuerin des Hilfsprojekts Arco Iris, Angelika Greif, überreichte gemeinsam mit dem Schulleiter Matthias Höhl einen Scheck über 2500 Euro, die im Laufe des Jahres in der Schule gesammelt worden waren. Pfarrer Neuenhofer bedankte sich für die Spende und betonte, dass jeder Beitrag wichtig sei, denn er bedeutet Leben für die Kinder in Bolivien. 

kir



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