Seltene Schlingnatter gefunden
ag
Fulda
Im Fuldaer Tümpelgarten ist gestern eine äußerst seltene Schlingnatter entdeckt worden.
Der Fund gelang den Mitgliedern des Vereins „Scalare“, Matthias Frank und Sven Haustein. Sie fanden die Schlingnatter (lateinisch: Coronella austriaca) ruhig auf einem Stein liegen, der von der Sonne aufgeheizt war. Das Vorkommen der Schlingnatter zeige, dass sich auch der Bestand von Zaun- und Waldeidechsen wieder zu erholen scheine, da diese Reptilien von den selten gewordenen Schlangen bevorzugt gefressen werden, meint Sven Haustein.
In Osthessen findet man nach seinen Angaben nur noch drei Schlangenarten; die ungiftige Ringelnatter (Natrix natrix), die ebenfalls im Tümpelgarten anzutreffen ist, die giftige Kreuzotter (Vipera berus) und die hier beschriebene Schlingnatter (Coronella austriaca), die in unserer Heimat fast ausgestorben sei. Ihr Name geht laut dem Internetlexikon „Wikipedia“ auf das Verhalten zurück, dass größere Beutetiere umschlungen und erstickt werden, bevor sie gefressen werden.
Die Ähnlichkeit zu der giftigen Kreuzotter wurde der Schlingnatter laut Haustein früher zum Verhängnis. Da die Menschen glaubten, dass von ihr eine Gefahr ausgehe, wurde sie getötet und nahezu ausgerottet. „Dabei sind einheimische Giftschlangen scheue Tiere und würden einen Menschen in freier Wildbahn wohl kaum angreifen, zumal er auch nicht in das Beuteschema dieser Tiere passt“, meint Sven Haustein.
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