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15. Juni 2012



Spielgeräte am Uniplatz erfüllen ihren Zweck noch nicht

Von Eike Zenner

Fulda
Sind die Holz-Hunde für die Katz? Der Sozialausschuss jedenfalls lässt kein gutes Haar an den Spielgeräten, die die Stadt am Universitätsplatz aufgestellt hat.

Die Spielobjekte hatten schon vor der Anschaffung Diskussionen hervorgerufen. Zu modern, hieß es da. Zu abstrakt. Und: zu wenig praktisch.

Noch ist die „Hunde-Meute“ nicht komplett. Drei weitere Spielgeräte – gestaltet übrigens von einem Künstler – sollen das tierische „Ensemble“ (diesen Begriff verwendet die Stadt tatsächlich) vervollständigen. Die Kosten: 13 000 Euro. Das Problem: Die Vorhut – zwei Hunde stehen schon – hat den Praxistest offenbar nicht bestanden. Kein einziges Kind habe sie dort bisher schaukeln sehen, meldete sich die SPD-Stadtverordnete Edith Bing im Sozialausschuss zu Wort. Und überhaupt: Die Hunde stünden doch „ziemlich am Rand“, in der Schulstraße nämlich, im Bereich des Patronatsbaus.

Die Vorsitzende des Sozialausschusses, Margarete Ziegler-Raschdorf (CDU), befand, die Kinder könnten womöglich nichts mit den Geräten anfangen. Warum? Diese wackelten schlicht zu wenig – was sie aber sollen und auch tun, wenn man nur kräftig genug daran zerrt. Fuldas Bürgermeister Dr. Wolfgang Dippel (CDU) versuchte gar nicht erst zu retten, was ob der Einigkeit im Ausschuss ohnehin nicht zu retten war. „Vielleicht“, räumte Dippel schnell ein, sei es „eine Fehlentscheidung“ gewesen, die Hunde aufzustellen – oder sie zumindest dorthin zu stellen, wo sie stehen. Bei einem Spaziergang, so gab Dippel zu Protokoll, habe er unlängst ein Kind beobachtet, das vor den Hunden stehend allen Ernstes seine Mutter fragte, wozu diese denn da seien. Nun ist Humor bekanntlich, wenn man trotzdem lacht. Und so erklärte Dippel gestern auf Nachfrage: „Als Ordnungsdezernent würde ich die freilaufenden Hunde am liebsten an die Leine nehmen.“

Übrigens: Auch die Wasserspiele vor dem Baumhain waren im Sozialausschuss – anders als im Bauausschuss – zunächst umstritten. Hier haben die vielen Kinder, die Tag für Tag mit (und in) den Fontänen spielen, die Stadtpolitiker eines besseren belehrt.


Leser-Kommentare ( 4 )
  • Aufpasser (685) | 15. June 2012;15.06.2012;1339750496 --> 15 Juni 2012
    So verschwendet man Geld

    Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber die Dinger sehen recht unbequem aus.

  • erschonwieder (200) | 15. June 2012;15.06.2012;1339748881 --> 15 Juni 2012
    Aber ....

    ... immerhin ist eine gewisse Selbsterkenntnis bei den Entscheidern vorhanden. Und das hat ja bei der Fuldaer CDU schon mehr als Seltenheiswert und ist damit das eigentlich Bemerkenswerte!

  • MythenMetzger (480) | 15. June 2012;15.06.2012;1339747612 --> 15 Juni 2012
    He !

    Eine Aussenstelle der Dokumenta in Fulda, das ist kein Spielzeug, das ist Kunst.