Start für 2200 ABC-Schützen im Kreis
Von Volker Nies
Kreis Fulda
Erstklässler dürfen jetzt noch einmal ausschlafen: Heute beginnt für die 34 000 älteren Schüler im Kreis das Schuljahr, doch die 2207 ABC-Schützen werden erst Dienstag feierlich in ihrer Grundschule begrüßt. Die Kleinen haben einen kurzen Schulweg. Nach dem Willen des Schulamtes soll das so bleiben.
Es wird ein großer Tag für die Schulanfänger, ihre Eltern, Großeltern und Geschwister: Mit dem Beginn der Schulzeit ändert sich der Tagesrhythmus für die Kleinen – und das auf viele Jahre.
Da ist es gut, dass die Grundschule in der Nähe ist. An 66 Grundschulen im Kreis nehmen morgen 91 erste Klassen die Arbeit auf. „Das Prinzip ,Kurze Beine, kurze Wege‘ gilt weiter“, sagt Dr. Michael von Rüden, Leiter des Staatlichen Schulamtes Fulda. Bei rückläufigen Schülerzahlen sei der Erhalt einer wohnortnahen Grundschule aber nicht immer einfach.
Erstklässler
In Stadt und Landkreis Fulda schwanken die Zahlen der Schulanfänger deutlich.
2006 2364 Kinder
2007 2016 Kinder
2008 2093 Kinder
2009 2042 Kinder
2010 2036 Kinder
2011 2214 Kinder
2012 2207 Kinder
Quelle: Schulamt / vn
2006 2364 Kinder
2007 2016 Kinder
2008 2093 Kinder
2009 2042 Kinder
2010 2036 Kinder
2011 2214 Kinder
2012 2207 Kinder
Quelle: Schulamt / vn
Die großen Grundschulen, die aus dem Vollen schöpfen können, werden weniger – so wie die Bonifatiusschule in Fulda, an der mit 84 die größte Zahl Erstklässler eingeschult wird. Die wenigsten Erstklässler im Kreis – ganze fünf – werden in Schmalnau eingeschult. An sieben weiteren Grundschulen im Kreis reicht die Zahl der Erstklässler nicht, um die Mindestzahl für eine Klasse – 13 Schüler – zu erreichen: In Hofbieber-Schwarzbach, in Hofbieber-Langenbieber, in Großenlüder-Müs und in Eiterfeld-Großentaft werden nur jeweils acht Kinder eingeschult, in Ehrenberg-Wüstensachsen und in Großenlüder-Kleinlüder sind es je zehn, in Tann-Schlitzenhausen sind es elf.
Für eine eigene erste Klasse reicht es also nicht. Dennoch werden auch an diese Schulen Erstklässler eingeschult. „In diesen Fällen werden die ABC-Schützen jahrgangsübergreifend in einer Klasse mit Zweitklässlern unterrichtet. Bei kleinen Grundschulen ist das eine sinnvolle und gute Lösung“, sagt von Rüden. Diese Kombiklassen mit Schülern aus zwei Jahrgängen sind dann 17 bis 22 Schüler groß.
„Jahrgangsübergreifender Unterricht war vor 20 Jahren etwas ganz Normales“, sagt Michael Wiegand, Klassenlehrer der ersten/zweiten Klasse in Schmalnau. Der Stundenplan ist so gestaltet, dass die Schüler jeder Jahrgangsstufe jeweils drei Stunden allein Unterricht haben – also die Erst- und die Zweitklässler jeweils für sich.
In Schmalnau ist die geringe Schülerzahl nur ein überraschender Ausreißer. Im vergangenen Jahr wurden 14 Kinder eingeschult, im nächsten Jahr werden es bereits 18 sein.
Aber generell geht die Zahl der Schulanfänger in den nächsten Jahren weiter zurück. „2013 bleibt die Zahl stabil, 2014 und 2015 kommt ein Knick nach unten“, weiß von Rüden. Eine Debatte um die Schließung von Grundschulen wie derzeit im Main-Kinzig-Kreis erwartet der Schulamtsleiter aber nicht: „Schulamt, Stadt und Kreis Fulda sind sich einig: Wir wollen möglichst alle Schulstandorte erhalten. Höchstens im Einzelfall kann es sein, dass man über eine Schließung nachdenken muss. Falls es dazu kommt, wird die Entscheidung aber nicht aus heiterem Himmel kommen. Wir suchen den Konsens mit den Betroffenen.“
Zum Schulstart freut den Schulamtschef noch eine andere Entwicklung, die die Kinder wohl weniger erfreulich finden: Alle Lehrerstellen im Kreis sind besetzt, der im Lehrplan des Landes vorgesehene Unterricht ist zu 100 Prozent abgedeckt. Weniger Stunden im Stundenplan wegen Lehrermangels wird es im Schuljahr 2012/13 also nicht geben.
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