Streit um Waldgesetz: Mountainbiker bekommen Gegenwind
Fulda
Der Wald ist Erholungsort für alle - aber sollen sich auch alle darin frei bewegen dürfen? «Natürlich», sagen Reiter und Mountainbiker. Zehn Verbände meinen dagegen: «Nein, keineswegs».
Zu den Unterstützern der Resolution gehören neben dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Wanderverband, der Waldbesitzer- und der Landesjagdverband sowie die Gewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt. Hintergrund ist der Protest der Mountainbiker gegen das geplante neue hessische Waldgesetz, in dem sie eine Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit im Wald sehen. Künftig sollen sie die Waldeigentümer um Erlaubnis fragen müssen, wenn sie abseits von breiten Wegen durch den Forst fahren wollen.
Das Papier zeige, dass es mehrere Sichtweisen gebe, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Er verwies auf die Anhörung aller beteiligten Interessengruppen, die noch bis zum 22. August Gelegenheit zur Stellungnahme hätten. Die Positionen würden für die endgültige Gesetzesfassung berücksichtigt. «Das Gesetz soll allen Belangen gerecht werden.»
Die Verbände sehen einen wachsenden Konflikt zwischen Mountainbikern und allen Formen der stillen Erholung. Deshalb seien verbindliche Regelungen nötig, um das Biken zu begrenzen. «Dabei muss der Grundsatz gelten, dass der Stärkere auf den Schwächeren Rücksicht nimmt», heißt es in der Resolution. Traditionelle Fußpfade und schmale, speziell angelegte Wanderwege sollten nach Auffassung der Verbände ausschließlich zu Fuß begangen werden. Die Anlage spezieller Strecken für den Mountainbike-Sport könne eine Lösung sein.
Die Deutsche Initiative Mountainbike (DIMB) fürchtet dagegen eine deutliche Verschlechterung ihrer Freiheiten. Kreuz und quer durch den Wald fahren wollen sie nach eigenem Bekuncden nicht. Allerdings seien nun bestimmte Strecken ausgeschlossen. «Wir brauchen regionale Lenkung, und wir verschließen uns Lösungen nicht», sagt DIMB-Vorsitzender Thomas Kleinjohann. Bisher offiziell ausgewiesene Mountainbike-Strecken seien aber wie im Odenwald völlig ungeeignet. Vorschläge der Biker seien nicht beachtet worden.
«Haarsträubend»
Die Initiative wehrt sich mit einer Online-Petition gegen den Gesetzesentwurf und spricht in ihrem Aufruf von einem «umfassenden Bikeverbot». Bislang haben rund 40 900 Menschen virtuell unterschrieben, darunter etwa die Hälfte aus Hessen. Bis zum 22. August, wenn die Anhörung der Verbände endet, wollen die Biker ihre Petition die Unterschriften übergeben.
Wie die Radsportler protestieren auch die Freizeitreiter gegen Beschränkungen, die künfig auch für sie gelten sollen. «Die Gelände- und Wanderreiter tun niemanden weh und stören auch das Wild nicht», sagte Albert Schwan vom deutschen Freizeitreiter-Verband VFD. Er nannte das Gesetz «haarsträubend».
Nach dem neuen Gesetz, das im Herbst in den Landtag kommen soll, ist das Radfahren und das Reiten wie bisher nur auf Waldwegen erlaubt, auf denen auch ein kleines Auto wie zum Beispiel ein Smart fahren kann. Im neuen Waldgesetz heißt es detailliert: «Feste Waldwege sind befestigte oder naturfeste Wege, die von nichtgeländegängigen, zweispurigen Kraftfahrzeugen ganzjährig befahren werden können.»
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Naturbiker (2) | 6. August 2012;06.08.2012;1344240967 --> 06 August 2012
Bananen-Republik Hessen
Man schaue sich bitte mal die Verbände an, die hinter der Pro-Walggesetz-Resolution stehen. Dann soll jeder für sich selbst entscheiden, ob dieser "Lobbyistenverband" die Interessen der breiten Öffentlichkeit oder nur einige Partialinteressen vertritt. Wer nicht gerade Waldbesitzer oder Jäger ist, wird da wenig Überschneidungen finden. Sorry, ich habe noch die "Pseudo-Naturschützer" vom BUND vergessen. Aber die haben ja schon vor einiger Zeit auf die Seite der Wirtschaftslobby gewechselt.
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wutbuerger (145) | 5. August 2012;05.08.2012;1344126471 --> 05 August 2012
Darf man fragen
wozu diese neue Regelung dient?
der Erholung? Wenn keiner mehr in den Wald darf, kann sich auch niemand erholen.
Befürworter sind Bauern, Waldbesitzer und Jäger. Das sind jetzt aber nicht die typischen Erholer oder? Also die holen schon auch aber eher Früchte und zwar jeweils mit großem Gerät.
Also meine Frage: Wozu? oder muss man hier doch fragen cui bono?









