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13. September 2012



Telekom-Gebäude: Denkmalamt hat sich immer noch nicht festgelegt

Von Leoni Rehnert

Fulda
Für Stadtbaurätin Cornelia Zuschke (parteilos) dauert die Entscheidungsfindung um das alte Fernmeldeamt viel zu lange: „Das Verfahren muss endlich zu Ende gebracht werden. Der Anblick ist eine Zumutung für Einheimische und für Touristen.“

Zuschke will so schnell wie möglich alle Beteiligten an einen Tisch holen – und wartet auf die Einschätzung der Denkmalbehörde.

Die Zukunft des Telekom-Gebäudes schwebt schon viele Jahre zwischen Abriss und Verkauf.  Einst sollte mit dem Niederreißen eine Achse von der Bahnhofstraße zum Gemüsemarkt geöffnet werden. Ein andermal  sah man Unterm Heilig Kreuz schon ein neues Kaufhaus. Doch nichts passierte. Und im Prinzip scheiterten die Pläne damals wohl daran, dass die Telekom ihre Liegenschaft nicht verkaufte – wegen Umstrukturierungen offenbar nicht verkaufen konnte.

Ob die Telekom die  Immobilie heute veräußern möchte oder ob sie den Bau lieber abreißen würde, das ist derzeit nicht in erster Linie von Belang. Denn die entscheidende Frage ist immer noch unbeantwortet: Steht das Gebäude, in dem auch Ideen des renommierten Architekten Sep Ruf stecken, unter Denkmalschutz oder nicht? Darauf hat das Hesssiche Landesamt für Denkmalpflege immer noch nicht nicht abschließend geantwortet.

Im Herbst 2011 hieß es, dass die Denkmalbehörde einen Abriss für möglich halte.  Dann wurde erneut geprüft. Vor rund zwei Wochen dann die Einschätzung: „Das Gebäude ist konstitutioneller Bestandteil der Fuldaer Innenstadt“, erklärt Cornelia Zuschke. Kurz darauf erfuhr sie, das Landesamt „tendiere in die Richtung, das Gebäude als Denkmal auszuweisen“.  Eine abschließende Festlegung ist das aber noch nicht.

Die Stadtbaurätin wartet auf eine Entscheidung, nicht zuletzt, um über den vorliegenden Abbruchantrag entscheiden zu können: „Wenn das Gesetz sagt, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht, dann muss ich den Abriss versagen.“   Falls  der Eigentümer allerdings belegen kann,  dass der Erhalt der Immobilie unwirtschaftlich ist, dann wäre ein Abbriss womöglich doch erlaubt.

Wie auch immer: „So kann es jedenfalls nicht bleiben“, sagt Cornelia Zuschke: „Es muss  etwas geschehen. Ungeachtet der Zuständigkeiten werden wir jetzt alle an einen Tisch holen“, sagt sie und hat alle Beteiligten angeschrieben und aufgerufen, sich zu einer „schnellen Abstimmungsrunde“ zu äußern.  Schließlich werde der beklagenswerte Zustand des Telekom-Gebäudes  bald noch auffälliger werden, wenn das Kanzlerpalais gegenüber frisch saniert in neuem  Glanz erstrahlt.


Leser-Kommentare ( 6 )
  • Bombadil (45) | 13. September 2012;13.09.2012;1347527849 --> 13 September 2012
    Vorgängerbau

    Wenn ich das richtig sehe, stand doch früher an dieser Stelle das schöne Gebäude des Postamtes. Warum wurde damals eigentlich dieses Schmuckstück abgerissen und durch den heutigen hässlichen Klotz ersetzt?

  • FuldaerJunge (1) | 13. September 2012;13.09.2012;1347520623 --> 13 September 2012
    Denkmalschutz?

    Wie bitteschön kann jemand auf die Idee kommen, dieses Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen? In Vergleich zu Gebäuden, die tatsächlich unter Denkmalschutz stehen, ist dies doch wirklich unzutreffend.

    Ein Einkaufszentrum / eine Passage käme der Innenstadt zu Gute und würde den Wirtschaftsstandort Fulda Mitte stärken.

  • ExFuldaer (798) | 13. September 2012;13.09.2012;1347542642 --> 13 September 2012
    Denkmalschutz ? Braucht kein Mensch !

    Denkmalschutz...! Auf dieses Wort reagiere ich absolut allergisch...Erstens braucht man einen solch hässlichen Kasten nicht zu schützen, und zweitens sollte der Staat einem privaten Besitzer nicht vorschreiben dürfen, ein Gebäude teuer zu erhalten. Oder er müsste die Kosten für den "Denkmalschutz" übernehmen....