Theatergruppe der Caritas Wohnheime besteht seit 30 Jahren
Von Anne Hämel
Fulda
30 Jahre gibt es nun schon die Theatergruppe der Caritas-Wohnheime in Fulda. Ein Mann der ersten Stunde, Martin Reus, und Thomas Vogel erzählen von der Entwicklung einer Idee.
„Guten Tag, was haben Sie für Beschwerden?“ Närrische Patienten und verrückte Ärzte – im Krankenhaus geht es chaotisch zu. Der Oberbürgermeister bekommt vorsorglich die Ohren entfernt, damit er nach der Wahl nicht mehr hören muss. Das Publikum geht mit, lacht herzlich und klatscht bei Musikeinlagen.
Die Theatergruppe der Caritas begeistert bereits seit 30 Jahren ihr Publikum. Beim letzten Stück wirkten 27 Menschen im Alter von 21 bis 72 Jahren, mit und ohne geistige oder körperliche Behinderung mit. „Die Idee war, etwas gruppenübergreifendes zu organisieren“, berichtet der Initiator Martin Reus. „Während einer Freizeit auf einen österreichischen Bauernhof, wo der Bauer selbst Theaterschauspieler war, entstand die Idee“, erzählt der 54-Jährige.
„Bei unserem Projekt kann jeder mitmachen“, fügt der stellvertretende Leiter der Caritas Wohnheime Thomas Vogel hinzu. Das Theater für Freunde und Angehörige ist an das Bauerntheater angelehnt. „Die Stücke entstehen dann mit den Schauspielern“, erklärt Stückschreiber Reus. Er baue die Schauspieler nach ihren Fähigkeiten ein. Das erste Stück, das Brüllermännchen, war nur etwa fünf Minuten lang und mit acht Schauspielern besetzt. Heute haben die Schauspieler selbst schon viele Jahre Bühnenerfahrung. Auch das Bühnenbild und die Requisiten sowie Licht und Ton haben sich professionell entwickelt.
Während der Aufführung läuft natürlich nicht alles reibungslos. „Es passiert immer etwas ungeplantes“, sagt Souffleur Vogel. In Vorbereitung auf eine Aufführung verlor der Hauptdarsteller die Nerven und musste kurzfristig ersetzt werden. Ein anderes Mal musste auch mal eine Aufführung ausfallen.
„Generell läuft aber alles reibungslos“, sagt Vogel über die Vorbereitungsarbeit. Die wöchentlichen Proben mit gemeinsamem Essen sind für die Mitwirkenden von Herbst bis Frühling ein fester Bestandteil des Lebens. Manche Schauspieler reagieren sauer oder enttäuscht, wenn die Probe ausfällt. Einen Schauspieler konnten nicht einmal Epilepsieanfälle während der Generalprobe von seinem Auftritt abhalten. „Es besteht ein großes Wir-Gefühl“, berichtet Vogel. Eine Entwicklung von Stück zu Stück sei erkennbar. „Die Menschen wachsen daran“, sagt Vogel.
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