Thüga will ein Stück vom neuen Versorger
Von Volker Nies
Fulda/München
Es geht um Einfluss und viel Geld: Bei der geplanten Fusion von ÜWAG und GWV will der Stadtwerkeverbund Thüga einen Anteil von 15,1 bis 25,1 Prozent an der neuen Firma erhalten. Dafür müsste er Stadt und Kreis Fulda einen zweistelligen Millionenbetrag zahlen.
Die Thüga hält heute bereits 25,1 Prozent an der GWV. Würde man ihren heutigen Anteil an der relativ kleinen GWV auf den zukünftigen, fusionierten Versorger hochrechnen, bekäme sie einen Anteil von rund sechs Prozent. „Das ist der Thüga zu wenig“, erklärte OB Gerhard Möller (CDU) den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses in deren jüngster Sitzung.
Wichtig für eine Beteiligung sind bestimmte Schwellen:Ab 15,1 Prozent genießt die beteiligte Firma Vorteile bei der Gewerbesteuer; ab 20,1 Prozent kann das Mutterunternehmen die Tochter in der Bilanz führen. Ab 25,1 Prozent hat man eine Sperrminorität und kann Satzungsänderungen blockieren. Deshalb möchte die Thüga mindestens 15,1 Prozent, am liebsten aber 25,1 Prozent.
Klar ist:Die Fusion findet nur statt, wenn die Thüga zustimmt. Alt nannte es „ein partnerschaftliches Signal“, dass die Thüga mit 15,1 Prozent zufrieden wäre. Klar ist auch:Die Thüga müsste für eine größere Beteiligung tief in die Tasche greifen. Dazu ist sie, so Möller, bereit.
Die Berechnung des Wertes von ÜWAGund GWV läuft gerade. Deshalb kann über den Preis einer höheren Beteiligung nur spekuliert werden. Basis dafür ist vor allem der Jahresgewinn von ÜWAG und GWV, der 2010 bei 28 Millionen Euro lag. Dieser würde bei der Ermittlung eines Verkaufspreises wohl mit dem Faktor acht bis neun multipliziert. Einzuberechnen sind auch die stille und die offene Reserve. Allein die ÜWAG meldete ein Eigenkapital von 168 Millionen Euro. Für eine Aufstockung auf 20,1 Prozent müsste die Thüga einen hohen zweistelligen Millionenbetrag hinlegen. Empfänger wären Stadt und Kreis Fulda. Dafür würden aber deren Dividenden in Zukunft geringer ausfallen.
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Aufpasser (685) | 7. September 2012;07.09.2012;1347014190 --> 07 September 2012
Schlecht, aber nicht das Schlimmste
Besonders schlecht finde ich, dass das komplette Unternehmen der öffentlichen Kontrolle entzogen werden soll. Die Anteile der Stadt und des Landkreises bedeutet eigentlich nichts anderes, als dass dieses Unternehmen zu einem großen Teil uns, den Bürgern und Steuerzahlern gehört. Uns die Kontrolle zu entziehen gleicht einer Enteignung.
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Civis (293) | 7. September 2012;07.09.2012;1347029334 --> 07 September 2012
Richtig
es ist schon erstaunlich wie die Politik, nicht nur in diesem Fall, mit meinem/unserem Eigentum umgeht.Mich erinnert das alles immer an die Zeit der absolutischten Feudalherrscher.Wobei ich dachte das diese Zeit seit langem überwunden wäre.Aber wahrscheinlich täusche ich mich da einfach.









