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22. Februar 2010



Richtig viel Schnee zur richtigen Zeit

WASSERKUPPE Eine dicke Schneedecke verwandelt die Rhön rund um die Wasserkuppe derzeit in ein wahres Paradies für Wintersportler. Auch Liftbetreiber und Hotelbesitzer sind mit der Saison bis jetzt zufrieden.

Schnee, Eis und klirrende Kälte – in den vergangenen Wochen zeigte sich der Winter von seiner schönsten, aber auch von seiner frostigsten Seite. Was Autofahrer und Winterdienste beinahe zur Verzweiflung brachte, bescherte den Liftbetreibern und Hotelbesitzern in der Rhön viele Besucher. Bei Temperaturen weitgehend unter dem Gefrierpunkt liegt dort seit über 70 Tagen eine geschlossenen Schneedecke. Perfekte Bedingungen also zum Ski und Schlitten fahren sowie zum Langlaufen. Und das wird auch noch eine Weile so bleiben. „Zurzeit liegen hier 86 Zentimeter Schnee. In den kommenden Tagen werden sich die Temperaturen etwas über dem Gefrierpunkt bewegen. Aber bis alles weggeschmolzen ist, wird es noch dauern“, erklärt Birgit Wegstein von der Wetterstation auf der Wasserkuppe.

Roland Frormann hofft, dass diese Prognose stimmt. Der Geschäftsführer der Rhön Tourismus & Service GmbH wünscht sich wenigstens noch drei oder vier Wochen Schnee. „Eigentlich bräuchten wir noch die Tage bis Ende März, um ungefähr an die Besucherzahlen des Vorjahres heran zu kommen. Die Saison 2008/2009 war mit über 100 Tagen, an denen man Wintersport treiben konnte, wirklich super“, erklärt er. Dennoch sei er bis jetzt sehr zufrieden. „Wir hatten den Schnee auch zur richtigen Zeit. Besonders um Weihnachten war viel los.“ Seine Freude teilt auch Josef Wiegand, Geschäftsführer der Ski- und Rodelarena Wasserkuppe. Seit etwa 70 Tagen würden die Lifte nun laufen und Tag für Tag zahlreiche Wintersportler befördern. Auch am Skilift Zuckerfeld konnte sich Liftbetreiber Ortwin Jörges bereits über unzählige Wintersportfreunde freuen. Besonders in der vergangenen Woche, als in Bayern Schulferien waren, seien viele Besucher gekommen.

Andrea Müller, Leiterin der Tourist-Information in Poppenhausen weiß aber, dass die meisten nur als Tagesgäste auf die Wasserkuppe kommen. Auf die Übernachtungen hätten die guten Wintersportbedingungen relativ wenig Einfluss. Vor allem aus dem Raum Frankfurt und Limburg kämen die Besucher, blieben aber meist nur zum Ski- oder Schlittenfahren und würden Abends wieder nach Hause fahren. Bei Monika Liebig-Sehmisch im Landhaushotel Hof Wasserkuppe in Poppenhausen sind die Betten dennoch immer schnell belegt. Vor allem am Wochenende sei das Haus oft bis unters Dach ausgebucht. Aber auch in der Woche könne die Inhaberin mit der Anzahl ihrer Gäste zufrieden sein. Skifahrer und Snowboarder zählen dabei ebenso häufig dazu wie Besucher, die einfach nur die Natur in ihrem weißen Kleid genießen wollen. Glaubt man den Wettervorhersagen, werden sie dazu noch bis weit in den März Gelegenheit haben.

Von unserer Volontärin
Sarah Seitz



Leser-Kommentare ( 1 )
  • Reader36 (1) | 23. February 2010;23.02.2010;1266914415 --> 23 Februar 2010
    Natursportgemeinde?

    Dass sich in Poppenhausen trotz des genialen Winters nichts tut, könnte vielleicht daran liegen, dass es in der Natursportgemeinde keine einzige Loipe gibt! Wer bei dieser bergigen Lage und diesem Winter kein touristisches Kapital rausschlagen kann, ist selbst Schuld. Poppenhausen ist in einen hoffentlich verdienten Winterschlaf gefallen, währen Gersfeld, Hilders und Ehrenberg die Wintersportbegeisterten aus ganz Hessen anzieht.