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10. September 2012



ÜWAG lässt Glasfaserkabel in die Leerrohre einblasen

Von Hartmut Zimmermann

Flieden
Flieden freut sich auf die lange Leitung: Insgesamt 45 Kilometer Glasfaserkabel werden in diesen Tagen im „Königreich“ unter die Erde gebracht. Doch „unter die Erde bringen“ sagen die Fachleute natürlich nicht: Experten benutzen das Wort „einblasen“.

Und man kann durchaus sagen, dass mit Hochdruck gearbeitet wird. Mit einem Druck von bis zu 13 Bar transportieren die Fachleute das Glasfaserkabel durch die Leerrohre, die seit dem Frühjahr in der Gemarkung Flieden verlegt worden sind. Die ÜWAG hatte, nachdem zu Beginn des Jahres die Verträge für das Breitbandprojekt mit der Gemeinde unterzeichnet worden waren, im Mai mit den Tiefbauarbeiten begonnen. „Das war an vielen Stellen im Ort sehr deutlich zu bemerken“, sagte Bürgermeister Christian Henkel (CDU).

Am Montag war das Verlege-Team zwischen Kautz und Laugendorf ein paar Hundert Meter westlich der A 66 im Einsatz. Von einem Schacht, an dem die Leerrohre aufgeschnitten waren, wurde der nächste Strang verlegt. Bevor Andreas und Silvio Schmidt und Polier Thomas Heinzmann die 1400 Meter  Kabel von der Trommel abspulen konnten, waren allerhand Vorbereitungen erforderlich. Zunächst schüttete  Andreas Schmidt eine Gleit- und Reinigungsflüssigkeit in das Rohr, dann wurde ein Schwamm zusammengedrückt und in die Leitung gestopft, bevor der Kompressor – zunächst mit verhaltenem Druck – zum Einsatz kommt. „So werden eventuell noch vorhandene Verunreinigungen aus der Leitung transportiert“, erläutert Heinzmann.

Dann wird das knapp anderthalb Zentimeter dicke Kabel  – es bündelt 145 Glasfaser-Stränge – in das Rohr eingeführt, und nach und nach wird der Kompressor-Druck erhöht. „Das Kabel schwebt dann richtig durch das Rohr“, sagt Silvio Schmidt. Für die Distanz, die an diesemVormittag zu überwinden ist, muss  aber nicht allzu viel „Rückenwind“ hinzugegeben werden: Die Experten schicken das Kabel mit einem Luftdruck von fünf, sechs Bar auf die Reise. Das Ziel ist ein weiterer Kabelschacht im Industriegebiet Flieden-Süd. „Für anderthalb Kilometer Länge reicht der Druck“, so Schmidt.

Jens Schilling, der ÜWAG-Abteilungsleiter für die Breitbandversorgung, und Bürgermeister Henkel sind zufrieden: Die Arbeiten liegen im Zeitplan. „In weiten Bereichen Fliedens werden  noch vor Jahresende endlich zeitgemäße Internetanschlüsse verfügbar sein. Dank der Initiative des Landkreises und mit der ÜWAG als  Partner werden wir damit ein wesentliches Hindernis für die weitere Entwicklung der Gemeinde aus dem Weg schaffen“, so der Bürgermeister. Im Dezember werden dann die Internet- und Telefonieprodukte mit Bandbreiten bis zu 50 MBit/s zur Verfügung stehen.


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