ÜWAG will sich an Windparks beteiligen
Von Volker Nies
Eichenzell/Ebersburg
Die ÜWAG will sich mit Millionenbeträgen an Windparks beteiligen, die auf Höhenzüge im Grenzgebiet zwischen Ebersburg und Eichenzell sowie zwischen Eichenzell und Ebersburg bis Ende 2014 gebaut werden sollen – falls sich die Standorte als geeignet erweisen.
Die ÜWAG übernimmt die Planungskosten. Die Gemeinden Eichenzell und Ebersburg unterstützen das Projekt.
Zwei Standorte nehmen die ÜWAG-Tochter Synenergie und die Energiegenossenschaft Eichenzell gemeinsam unter die Lupe:An der Grenze zwischen Eichenzell und Ebersburg liegt der Höhenzug mit dem Burkhardser Kopf (Eichenzell) und dem Rossberg (Ebersburg). Hier sollen insgesamt mindestens drei, maximal sechs Windräder aufgestellt werden.
„Wir beginnen jetzt die Untersuchung. Es kann am Ende sein, dass die Standorte nicht geeignet sind und kein Windrad aufgestellt wird“, soEbersburgs Bürgermeisterin Brigitte Kram (CDU) gestern bei der Vorstellung des Projekts.
Der zweite Standort ist der Südhang des Rippbergs auf der Gemeindegrenze zwischen Eichenzell und Neuhof. „Hier haben wir das grundsätzliche Einverständnis der Gemeinde Eichenzell. Mit der Gemeinde Neuhof müssen wir aber erst noch reden“, berichtete Helmut Gladbach, ehrenamtlicher Vorstand der Energiegenossenschaft Eichenzell. Am Rippberg sollen, falls er geeignet ist, fünf bis sechs Windräder aufgestellt werden.
Prüfung kostet 250.000 Euro
Die Energiegenossen haben für die Investition in Windräder einen starken Partner gesucht. Denn allein die Prüfung möglicher Standorte kostet 250.000 Euro:Die Natur, vor allem der Vogelflug, müssen ein Jahr lang untersucht werden. An den möglichen Standorten sollen auch Windmess-Masten aufgestellt werden, um festzustellen, wie stark der Wind wirklich ist – und um zu klären, ob sich die Investition lohnt. Diese Planungskosten, die ein hohes Risiko darstellen, übernimmt die ÜWAG.
Ein Windrad kostet zwischen vier und fünf Millionen Euro. Es wird bei einer Nabenhöhe von 140 Metern und einem Rotordurchmesser von 110 bis 120 Meter insgesamt 200 Meter hoch sein, berichtete Synenergie-Projektleiter Wolfgang Ruch. Die Tochtergesellschaft Synenergie soll für die ÜWAG das Projekt vorantreiben.
Gladbach, Bürgermeisterin Kram und der Eichenzeller Rathauschef Dieter Kolb (parteilos) berichteten, dass sich bei ihnen mehrere Investoren beworben hätten, um in Ebersburg oder Eichenzell Windkraftanlagen aufzustellen. Der Genossenschaft und den Gemeinden sei es jedoch wichtig, mit der ÜWAG einen Partner zu haben, der sich in kommunalem Besitz befindet, dessen Gewinne in der Region bleiben und der nicht allein bestimmen will. Bürger aus der Region sollen bei den geplanten Windparks am östlichen und am westlichen Rand der Gemeinde Eichenzell die Mehrheit haben, versicherte Ruch.
Eine Anlage soll sieben Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr produzieren. Das entspricht dem Stromverbrauch von 2000 Privathaushalten. Das wären alle Haushalte der Gemeinde Ebersburg, erklärte Ruch. Er ist, ebenso wie der zweite Projektingenieur Christian Schmuck, in Sachen Windkraft erfahren. Schmuck hat mehrere Jahre bundesweit Windanlagen geplant, Wolfgang Ruch, freier Mitarbeiter der Synenergie, ist Geschäftsführer von Bürger-Windparks bei Schenklengsfeld (Kreis Hersfeld-Rotenburg).
Falls sich die jetzt zu prüfenden Standorte als geeignet erweisen, wird es in der Gemeinden Ebersburg keine weiteren Windkraftstandort geben. „Diese Konzentrationswirkung ist uns sehr wichtig“, sagte Volker Reinhold, SPD-Gemeindevorstand und Mitglied der Ebersburger Arbeitsgemeinschaft Windenergie.
Der Standort Rossberg/Burkhardser Kopf hat aus Sicht der Synenergie den Vorteil, dass er nahe der Autobahn liegt und auf ihm schon ein Tagebau betrieben wird.
Kolb ist es wichtig, dass Ebersburg und seine Gemeinde keinen Alleingang wagen, sondern, dass ihr Vorstoß mit der Lenkungsgruppe der Bürgermeister des Kreises abgestimmt ist, der derzeit die Eignung von Windkraftstandorten prüft. Am Abend zuvor hatten die Gemeindevertreter von Eichenzell und Ebersburg dem Vorhaben, Windkraftstandorte zu erkunden, zugestimmt.
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