Uhrenklau: Anonyme Briefe belasten Mitarbeiterin
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Fulda
Eine 48-jährige Mitarbeiterin eines Fuldaer Kaufhauses soll in der Schmuckabteilung mit ihrem Ehemann Uhren und Schmuck gestohlen haben.
So steht es in der Anklageschrift, und so stand es auch in zwei anonymen Briefen, die den Hausdetektiv auf die Spur brachten. Am Dienstag war die Verhandlung. Ein Urteil gab es noch nicht. Einen Wagen mit sechs gelben Postkisten schob Richter Joachim Becker gestern in den Saal des Amtsgerichts. Darin das mutmaßliche Diebesgut des Ehepaares, das bei einer Hausdurchsuchung von der Polizei sichergestellt wurde: Schmuckstücke und Uhren, einige im Wert von 600 Euro, teilweise noch originalverpackt.
„Wir haben in dem Haus Unmengen an Schmuck und Uhren gefunden, für die die Angeklagte keine Belege hatte“, sagte ein Polizeibeamte als Zeuge. Einige der Stücke seien in einem Schrank gebunkert gewesen, andere bereits benutzt. „Die Menge wirkte auf mich fast schon krankhaft“, erklärte der Beamte.
Der 48-Jährigen wird vorgeworfen, neunmal zwischen Mitte Februar und Ende März 2009 gestohlen zu haben. Mitangeklagt ist ihr 54 Jahre alter Ehemann. Er habe bei drei Taten geholfen, heißt es. Das Ehepaar schwieg zu den Anklagepunkten. Dass die beiden verdächtigt und vom Hausdetektiv beobachtet wurden, liegt an zwei anonymen Briefen, in denen die Frau beschuldigt wird. „Wir konnten leider bis heute nicht herausfinden, wer die Briefe geschrieben hat“, sagte der Polizist. Recherchen blieben wohl erfolglos.
Die 48-Jährige, die seit einigen Jahrzehnten in dem Kaufhaus tätig ist, war bei der Belegschaft offenbar sehr beliebt. Und auch der Detektiv, der sie schließlich überführte, war perplex: „Ich hätte sie niemals verdächtigt.“ Vor Gericht sagte er aus, dass er die Angeklagte Mitte Februar dabei beobachtet habe, wie sie zwei Uhren und ein Armband entwendete. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ihr Mann dabei geholfen habe. Er sei auffallend oft im Kaufhaus gewesen, berichtete der Detektiv. „Wir haben uns schon gefragt, ob er eifersüchtig ist, aber im Nachhinein ist mir klar, warum er kam und dabei immer so nervös war.“
Auch an jenem Tag Mitte Februar habe der Mann seine Gattin besucht. „Die Angeklagte hatte zwei Uhren aus der Vitrine genommen und zeigte sie ihrem Mann. Der legte seine Hände darüber.“ Laut der Zeugenaussage waren am Abend die Uhren verschwunden – ebenso ein Armband. „Das hatte die Frau am Tag als Reservierung in eine Tüte in den Schrank gelegt“, erklärte der Detektiv, und er betonte, dass die Angeklagte genau dieses Armband getragen habe, als die Polizei ihr Haus durchsuchte.
Tatsächlich gehört das Armband in der Akte jetzt gar nicht mehr zum Diebesgut. Und das kam gestern dem Gericht eigentümlich vor, deshalb sollen die Umstände nun geklärt werden. Auch die Schadenshöhe konnte bislang nicht genau beziffert werden. Seltsam mutete gestern auch an, was auf dem Flur gesprochen wurde: Dem Kaufhaus seien insgesamt 250 Uhren abhanden gekommen, und es habe über mehrere Jahre eine auffällige Differenz bei der Inventur gegeben.
Für den nächsten Verhandlungstermin vor dem Amtsgericht – ein Datum steht noch nicht fest – sind weitere Zeugen geladen.
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