Fulda +10°/-2°C
> >     
Social Plugins können Daten übertragen (siehe Datenschutzbestimmungen)
21. September 2012



Unterschiedliche Reaktionen zu Holzhunde-Rüge

Von Eike Zenner

Fulda
Der Vorwurf, die Stadt Fulda gehe sorglos mit Steuergeld um, hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Die Vorsitzende des Sozialausschusses hält die Kritik für verfrüht, der OB tut die Hunde als „Randbegebenheit“ ab. Das Medieninteresse ist groß.

Der Bund der Steuerzahler rügt die Stadt, weil sie – kurz gesagt – 13 500 Euro für fünf Spielgeräte ausgibt, auf denen man nicht spielen kann. Die Holzhunde sind im Schwarzbuch aufgeführt, in dem der Steuerzahlerbund jedes Jahr zahlreiche Fälle von Steuergeldverschwendung auflistet. Fuldas OB Gerhard Möller (CDU) sagt, er finde es verwunderlich, dass die Hunde eine solche Aufmerksamkeit erführen. Der Sprecher der Stadt, Michael Schwab, verweist darauf, dass bislang lediglich zwei der fünf angeschafften Hunde aufgestellt worden seien. „Die Hundemeute wird nach der Sanierung der Schulstraße komplettiert“, erklärt Schwab. „Wir hoffen, dass die Kinder die Spielgeräte, die dann auch beweglich sind, annehmen.“

Heißt: Es wird drei weitere Holzhunde geben, die die Stadt schon bezahlt und angeschafft hat und auf denen man auch schaukeln kann. Die Vorsitzende des Sozialausschusses, Margarete Ziegler-Raschdorf (CDU), bezeichnet die Kritik des Steuerzahlerbundes vor diesem Hintergrund als verfrüht. „Noch ist der Platz ja nicht fertig“, sagt sie. Ziegler-Raschdorf erklärt zugleich, es habe sie verwundert, zu sehen, dass die aufgestellten Spielgeräte deutlich kleiner seien, als zunächst geplant – und dass die Hunde nicht wackeln. Daran hatte sich im Juni die Kritik des Ausschusses entzündet, die den Stein ins Rollen brachte. Ziegler-Raschdorf: „Man fragt sich schon: Was soll der starre Hund da?“ Die Stadt erklärt, es habe mehrere Entwürfe gegeben.

Die großen Oppositionsfraktionen sind beim Thema Holzhunde uneins: Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ernst Sporer, erklärt, es gebe „wirklich Wichtigeres“ als die Holzhunde, teilt aber die Einschätzung Ziegler-Raschdorfs, dass die in den Gremien vorgestellte Meute „für die Platzgestaltung attraktiver“ gewesen wäre. Sporer wirft der Stadt vor, sie habe die Hunde „kastriert“, weil ansässige Händler gegen die Spielgeräte Front gemacht hätten.

Müssen die Hunde weg? Sporer sagt Nein. „Da die Tiere ja bereits bestellt und bezahlt sind, sollten sie jetzt auch aufgestellt werden, sonst wäre es erst recht ein Fall für den Steuerzahlerbund.“ Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Bernhard Lindner, erklärt hingegen, er halte die Hunde für „teuer und nutzlos“. Lindners Vorschlag: „Die Hunde sollten beiderseits der Einfahrt zum Schlosshof aufgestellt werden – zur Mahnung an die Vermeidung unnützer Ausgaben.“

Die Schwarzbuchfälle finden jedes Jahr bundesweit Beachtung. In den vergangenen Tagen sind bereits eine  Reihe von Anfragen bei der Magistratspressestelle aufgelaufen. Mehrere TV-Teams haben in Fulda gedreht. Und auch diverse Zeitungen haben das Thema aufgegriffen.


Leser-Kommentare ( 5 )
  • Aufpasser (685) | 21. September 2012;21.09.2012;1348245100 --> 21 September 2012
    Wahnsinn

    Ein Leistungsbezieher nach dem SGB II müsste von diesem Geld annähernd 2 Jahre seinen Lebensunterhalt bestreiten. Zudem sind diese Köter nicht zu benutzen und extrem hässlich. 135 Hunderter in einem Ofen verbrannt, hätten wenigstens etwas Wärme erzeugt.

  • Steffi (204) | 21. September 2012;21.09.2012;1348216123 --> 21 September 2012
    Realitätsfremd

    Die Fuldaer Tafel oder sonstige caritative Einrichtungen hätten sich mit Sicherheit über eine Randbegebenheit in Höhe von 13000€ gefreut.
    Für die Aussage vom OB muß man sich schämen.Aber wer nicht hart für sein Geld arbeiten muß der macht halt solche Aussagen.

  • janosch12 (72) | 21. September 2012;21.09.2012;1348215268 --> 21 September 2012
    holzhunde als spielgeräte am uniplatz

    als "randbegebenheit" wird ein betrag von 13 500 euro vom oberbürgermeister abgetan. viele tausend altenpfleger/innen, bäckereifachverkäufer/innen..... verdienen diesen betrag im jahr. nur um einmal die verhältnissmäßigkeit zurechtzurücken. auch die anmerkung, der platz ist ja noch gar nicht fertig, läßt nur noch mehr raum für weiteren unfug. man/frau möchte gar nicht wissen welcher künstler hier zugange war.