Verlagsgeschäftsführer Rudolf Lechner über Heimatzeitungen
Fulda
Wir sind noch alle ganz begeistert vom großen Erfolg des Seifenkisten-Charity-Events am vergangenen Wochenende, und es dauert nicht mehr lange, da steht schon das nächste Highlight ins Haus: die Fuldaer Wiesn. Ideengeber und Parzeller Verlagsgeschäftsführer Rudolf Lechner (59) erklärt, warum sich das Medienhaus Parzeller in und für die Region engagiert und welchen Wert die Heimatzeitung hat.
Was ist für Sie persönlich das Besondere einer Heimatzeitung?
Charakteristisch ist die aktive Rolle, die eine Heimatzeitung im regionalen Geschehen einnimmt, sich manchmal auch angreifbar macht und Blessuren erleidet. Aber vor allem muss sie mitten auf dem Spielfeld präsent sein und damit das Spiel mitgestalten.
Welches sind die Kernkompetenzen unserer Tageszeitung?
Unsere ganz große Kernkompetenz ist die tiefe Verwurzlung in der Region – und das schon über viele Generationen hinweg. Die Fuldaer Zeitung ist ein wichtiges Stück Heimat und nicht nur das: Die Tageszeitung macht die Heimat für die Menschen in der Region erlebbar. Hier können unsere Leser verfolgen, was in ihrem unmittelbaren Umfeld geschieht, denn unsere Redakteure und Volontäre sind ganz, ganz dicht am Geschehen in der Region dran. Genauso wichtig ist es für uns, weltoffen zu sein, und das große Tagesgeschehen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu verfolgen. In der Flut von Informationen liefert die Tageszeitung Hintergründe und hilft maßgeblich dabei, das nachrichtliche Geschehen einzuordnen. Der Wert der Zeitung ist die aufbereitete und überprüfte Auswahl der Informationen.
Studien belegen: Zeitungsleser haben mehr Bildung. Was tut unsere Zeitung, um auch den Nachwuchs der Region für unsere Heimatzeitung zu begeistern?
Wir tun eine ganze Menge: Zeitungstreff Grundschule ist eine Erfolgsstory. Zeitung in der Schule (ZiSch) ebenso. Und für die Kleinsten in unserer Region gibt es seit dem vergangenem Jahr sogar den Zeitungstreff Kindergarten. Auch das ist riesig eingeschlagen. Mit diesen Projekten, die den Kindern Spaß machen, aber auch anspruchvoll sind, stellen wir uns unserer sozialen Verantwortung und fördern von klein auf die Lesekompetenz der Kinder in unserer Region. Denn das Lesen ist die wichtigste Weichenstellung für das spätere Berufsleben. Wer nicht lesen kann, der kann sich nicht weiterbilden – in Zeitungen oder in Büchern. Im schlimmsten Fall bleiben Menschen mit einer Leseschwäche minderqualifiziert, können keinen Beruf ausüben und sind irgendwann auf Leistungen des Staates angewiesen. Es gehört auch zur Aufgabe und zum Profil einer verantwortungsvoll agierenden Heimatzeitung, sich für die Region zu engagieren und Potenziale zu fördern. Dabei haben wir zuverlässige Partner, für die wir sehr, sehr dankbar sind: Möbel Buhl, den Energieversorger ÜWAG und die VR-Genossenschaftsbank. Sie unterstützen uns bei unseren Schul- und Kinderprojekten. Aber kostendeckend sind die Aktionen für uns lange nicht. Darum geht es aber auch nicht. Es geht um den Auftrag und um den Anspruch, den wir als Partner in der Region mit Partnern aus der Region für die Menschen in der Region haben – und den wir wahrnehmen.
Das Verlagshaus Parzeller bietet weitaus mehr als Leseförderung. Da wäre der AUTOJOURNAL Autotag, der Radelspaß, die Fuldaer Wiesn. Warum engagiert sich unsere Zeitung für die Region?
Wenn nicht eine Tageszeitung dafür prädestiniert ist, wer dann? Als expandierendes Medienhaus geht es uns dabei um zwei Dinge: Wir wollen für die gute Sache einstehen und unsere Kraft nutzen, um anderen in der Region zu helfen. So haben wir mit dem Seifenkisten-Charity-Event etwa die St.-Antonius-Stiftung mit 66 000 Euro unterstützt. Ein weiterer Grundgedanke unserer Projekte ist die Stärkung der Region: Die Aktivitäten des Traditionshauses Parzeller sind der Wirtschaftsmotor und ein Zugpferd für die gesamte Region – etwa mit dem AUTOJOURNAL-Autotag oder mit unserem neusten Coup: der Fulda Wiesen.
Die geplante Gaudi auf dem Fuldaer Messegelände hat ja in der Vergangenheit für ein wenig Aufregung gesorgt.
Ja, das stimmt. Mit der Fuldaer Wiesn wollen wir ein Highlight für die Region schaffen, von dem alle profitieren. Einige haben das noch nicht überblickt: Zur Gaudi nach bayerischem Vorbild erwarten wir mindestens 10 0 00 Besucher, denn das Programm wird auch überregionale Besucher anziehen. Und das wird sich auch für die Hotels in der Region spürbar bemerkbar machen – man darf von hunderten zusätzlicher Übernachtungen ausgehen. Die Fuldaer Wiesn soll sich in den nächsten Jahren als Magnet für Fulda etablieren – davon profitiert die gesamte regionale Wirtschaft.
Dürfen wir uns dann noch auf weitere Highlights freuen?
(schmunzelt) Ideen haben wir viele, aber wir wollen nicht zu viel verraten ...
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