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5. Februar 2012



Wartenberg kämpft für Mittelpunktschule

Von Volker Nies

Wartenberg
Die Gemeinde Wartenberg unterstützt die Mittelpunktschule (MPS) Angersbach „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“, wie es Gemeindevertreter Wolfgang Post (SPD) formulierte, im Kampf um ihre Förderstufe und die Hauptschulklassen. Die Mittel der Gemeinde sind aber wohl begrenzt.

SCHULENTWICKLUNGSPLAN

Die Schließungen in Angersbach hat der Vogelsberger Kreistag mit dem Schulentwicklungsplan im Januar 2011 einstimmig beschlossen. Ab Sommer 2013 sollen die Förderstufe und die Hauptschule schrittweise schließen. Bis Sommer 2014 wird die 6. Klasse der Förderstufe fortgeführt, die 9. Hauptschulklasse läuft bis Sommer 2015. Beide Schulformen seien bei rückläufigen Schülerzahlen nicht überlebensfähig, erklärte der Kreis. Die Wartenberger Kinder werden dann in Lauterbach unterrichtet. Die zwei Grundschulklassen pro Jahrgang in Angersbach bleiben erhalten. Dabei sinkt die mittlere Klassengröße von heute 20 bis 22 auf dann etwa 15 Schüler. / vn

Der Vogelsbergkreis hat die im Sommer 2013 beginnende Schließung bereits vor einem Jahr beschlossen (siehe Kasten). Vor einigen Wochen entwickelte sich in Wartenberg Widerstand gegen diese Pläne. „Eine der besten Schulen des Kreises soll auf dem Altar des Sparwahns geopfert werden. Während Milliarden zur Rettung der Banken verschleudert werden, wird hier auf dem Rücken der Wartenberger Kinder und Eltern der Rotstift angesetzt“, schrieb Björn Claaßen, Vorsitzender des Schulelternbeirats der MPS, an Bürgermeister Manfred Dickel (parteilos).

Die Schließung treffe eine Schule mit „exzellentem Renommee bei Ausbildungsbetrieben und weiterführenden Schulen“ und eine „kleine überschaubare Einheit mit hoch qualifiziertem und überdurchschnittlich engagiertem Lehrkörper“. Die Schließung werde kein Geld sparen, weil der Kreis in Zukunft für die Schülerbeförderung nach Lauterbach zahlen und das Schulgebäude ohnehin – nämlich für Grundschüler – unterhalten müsse, erklärte Claaßen.

Die Gemeindevertreter waren sich einig, dass sie den Elternbeirat unterstützen wollen. „Die Pläne zur Schließung der Förderstufe und der Hauptschule sind ein neues Beispiel dafür, dass der ländliche Raum von der Politik benachteiligt wird“, beklagte Wolfgang Post.

Um die Position der Gemeinde zu verdeutlichen und nach Alternativen für eine Schließung zu fragen, wollen die Gemeindevertreter Kreis-Schuldezernent Hanns-Michael Diening (FDP) und einen Vertreter des Staatlichen Schulamts zur nächsten Haupt- und Finanzausschusssitzung einladen. Dazu sollen dann auch alle Gemeindevertreter eingeladen werden.



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