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14. September 2012



Wiesn-Auftakt wie aus dem Bilderbuch

Von Ulrich Schmid

Fulda
Standesgemäß mit Bayerischem Defiliermarsch und Fassanstich wurde am Freitag kurz nach 18 Uhr die erste Fuldaer Wiesn auf dem Messegelände eröffnet.

 „Dieses Fest wird es auch noch in 100 Jahren geben“, versprach Verlagsleiter Rudolf Lechner vom Veranstalter Parzeller im Jubel der über 2000 Besucher. Mit zwei Schlägen hatte Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller (CDU) den Zapfhahn ins Fass getrieben. „Mit jeder Wiesn werde ich besser“, versprach Möller, bevor sich die Verantwortlichen der großen Festzelt-Veranstaltung auf die Gemütlichkeit zuprosteten. „Dass wir heute hier zusammenkommen, gibt allen Recht, die gesagt haben, das machen wir“, sagte Fuldas Oberbürgermeister.

„Dass eine Heimatzeitung ein solches Fest veranstaltet, sorgte für Verwunderung, doch eine Heimatzeitung steht für Verbundenheit und Zusammenhalt, und diese soll und wird durch die Wiesn wachsen. Es wird a sauguate Wiesn“, versprach der aus Österreich stammende Verlagsleiter, der eine kurze Hirschlederne trug.
Seinem Beispiel waren fast alle Gäste am ersten Wiesn-Abend gefolgt. Dirndl dominierten bei den Frauen, Trachten-Lederhosen bei den Herren.

„Es ist eine besondere Ehre für mich, hier zu sein. Wir verdanken dies den vielen Menschen, die eine Idee in die Tat umgesetzt haben“, sagte Markus Stodden, Vorstand Vertrieb und Marketing der Kulmbacher Brauerei. Und der gebürtige Rheinländer sprach wie viele andere auch, die vielen attraktiven Dirndl-Trägerinnen und feschen Mannsbilder im Publikum an.

Als ein „herrliches Fest, bei dem es eine tolle Stimmung geben wird“ bezeichnete Landrat Bernd Woide (CDU) die erste Fuldaer Wiesn. Um dann Mikrofon gegen Dirigentenstab zu  tauschen.  Mit den Bimbacher Musikanten, die den Einzug musikalisch umrahmten, intonierte er den Deutschmeister Regimentsmarsch und spätestens beim Refrain: Mir san vom k.-und-k-Infantrieregiment, Hoch und Deutschmeister Nummro vier, klatschten und sangen die erwartungsfrohen Wiesn-Gäste zum ersten Mal gemeinsam alle ausgelassen mit.

Dass die Wiesn auch überregional Gäste anziehen wird, davon geht Verlagsleiter Lechner aus. Und er nannte in diesem Zusammenhang das Rosenheimer Herbstfest, dass in diesem Jahr 1,2 Millionen Besucher angezogen habe.



So geht´s weiter
Nach dem furiosen gestrigen Wiesn-Auftakt mit den Wilderern und den spätsommerlichen Wetteraussichten dürfte es an diesem verlängerten Festzelt-Wochenende kaum einen zu Hause halten. Denn auf der Fuldaer Wiesn geht‘s rund – und so geht es weiter!

Wer einmal Wiesn-Atmosphäre ohne Eintritt zu zahlen Schnuppern möchte, der sollte sich gleich nach der Lektüre seiner Tageszeitung auf den Weg machen. Denn am Samstag steht von 11 bis 17 Uhr der Familientag auf dem Programm. Sechs Stunden lang beweisen heimische Gruppen, dass sie in Sachen Stimmungsmusik den von weit angereisten Abend-Bands in nichts nachstehen. Ob die Musiktruppe des Geselligkeitsvereins Künzell, die Bimbacher Musikanten, die Lichtbergkrainer und die Rhöner Säuwänzt – sie alle werden zum Prosit der Gemütlichkeit aufspielen und allen Besuchern einen unvergesslichen Nachmittag bescheren.

Am Samstagabend heißt es dann aber leider „ausverkauft“, wenn die Lechschwaben Showband, auch liebevoll die „Lechis“ genannt, von 18 bis 23 Uhr für Stimmung sorgen werden. Doch schon am Sonntag stehen die Zeichen wieder auf Einlass. Zwischen 12 und 17 Uhr werden beim Generationennachmittag die schönsten Volksmusik-Schlager erklingen. Dafür sorgen unter anderem Marianne und Michael, das München-Steirische Traumpaar, die man nach ihren zahlreichen Fernsehauftritten auf der Fulda Galerie einmal live und hautnah erleben kann. Umrahmt werden die beiden Stars der Volksusikszene von der Trachtenkapelle Elters und dem Musikverein Cäcilia aus Weyhers.

Und für den sonntäglichen Abend gibt es auch noch Restkarten an der Abendkasse. Die Mädels namens Isartaler Hexen werden so manch männlichen Fan aufmüden, um ihn gen Wiesn-Festzelt streben zu lassen. Und ganz egal, wie die beiden vorausgegangenen Abende auch endeten. Die Isartaler Hexen bringen alle wieder in Schwung.

Was wäre ein Fest in Osthessen ohne den obligatorischen Festausklang am Montag. Da betreten die feschen Burschen aus Oberbayern namens Simmisamma die Bühne und werden noch einmal so richtig Gas geben. Die Kult-Band aus dem Münchner Hippodrom – dort sind sie wieder während des gesamten Münchner Oktoberfestes zu hören – verspricht authentische bajuwarische Stimmung. Und die gute, ja die beste Nachricht, zum Schluss: Selbst für Simmisamma gibt es noch Karten an der Abendkasse. Also: Auf zur ersten Fuldaer Wiesn und die Premiere live miterleben.


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