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3. Juni 2012



Wildpark holt Otter in die Rhön

Von Norman Zellmer

Gersfeld
Der Wildpark und das Biosphärenreservat setzen ihre Zusammenarbeit fort: In Kooperation entsteht am Rande des Parks ein Biotop für den Fischotter. Er soll Besucher auf den neuen Rhön-Bewohner vorbereiten.

Geht es nach Hermann Bleuel, Leiter des Wildparks, sollen ab diesem Herbst zwei Fischotter ihre Runde in einem Teich an der Stecheller drehen können und zwischen Sträuchern streunen. Das rund 250 Quadratmeter große Becken auf der früheren Areal des Forellen-Aufzuchtteiches am oberen Ende des Ehrengrundes ist bereits zu sehen. „In den zurückliegenden Wochen wurde der alte Teich von einer dreiviertel Meter dicken Schlammschicht befreit, das Ufer mit großen Steinen befestigt und Fundamente für einen Holzbohlensteg betoniert“, sagt Bleuel. Von dem Steg sollen Besucher später die Fischotter beobachten können. Neben dem Becken wird zudem ein Areal begrünt und Schlafboxen für die Tiere errichtet.

12 000 bis 13 000 Euro soll die neue Anlage kosten, 3000 Euro kommen von der hessischen Verwaltungsstelle des länderübergreifenden Biosphärenreservats. Diese will nach Auskunft von Martin Kremer, Leiter des Fachdienstes Biosphärenreservats beim Landkreis Fulda, damit ihre Umweltbildung ausbauen. Besucher können sich über Lebensweise und Vorkommen der Tierart informieren. Reservat und Park hatten im vergangenen Jahr eine Kooperation gestartet und gemeinsam eine Voliere für das Birkwild, eine der Leitarten der Mittelgebirgsregion und eine Art Maskottchen für Naturschutzexperten der Rhön, gebaut.

Doch anders als Birkhuhn und -hahn ist der Fischotter nicht heimisch in der Rhön. Noch nicht, wie Kremer betont. Er und seine Kollegen rechnen damit, dass die zur Familie der Marder gehörende Tierart in den kommenden Jahren zuwandern wird und die Rhön besiedeln wird. „Daher passt es doch gut, dass der Wildpark das Tier zeigt.“ Der Fischotter steht zwar auf der Roten Liste der bedrohten Arten in Deutschland, die Bestände haben sich in den vergangenen Jahren durch Schutzmaßnahmen vergrößert. Kremer prognostiziert, dass er im Gewässersystem der Fulda und Ulster heimisch wird.

Nach Voliere und Teich kann sich Kremer mittelfristig vorstellen, die wieder eingewanderte Wildkatze in der hessischen Rhön zu zeigen. Zwar sei ihm der Biber wichtiger, ihn zu halten, sei jedoch „sehr aufwändig und ambitioniert. Das ist eine andere Kategorie“, so der Fachdienstleiter. Das „Handling der Wildkatze sei jedoch machbar. Ähnlich sieht das Wildpark-Leiter Bleuel: „Der Biber braucht täglich viel Holz, das ist kaum zu leisten.“


Leser-Kommentare ( 1 )
  • Ali (551) | 3. June 2012;03.06.2012;1338734115 --> 03 Juni 2012
    Immer einen Besuch wert

    Der Wildpark in Gersfeld ist immer wieder einen Besuch wert. Insbesondere bemüht man sich, die Tiere in einer möglichst naturnahen Umgebung zu zeigen. Mit den Ottern wir der Park um eine Attraktion reicher. Die Beliebtheit des Parks bei der Bevölkerung ist aber auch der Kompetenz des Wildparkleiters, Herrn Bleul, zu verdanken.