Willi Kropp kauft Verlagsanstalt-Gelände
vn
Fulda
Das Gelände der insolventen Fuldaer Verlagsanstalt in der Dalbergstraße hat einen neuen Eigentümer. Die Unternehmensgruppe von Willi Kropp, dem bereits die benachbarten Dalberg-Höfe gehören, hat das Areal gekauft.
„Die innenstadtnahe Lage ist ungeheuer attraktiv für verschiedene mögliche Nutzungen. Dieser Bereich besitzt ein großes Entwicklungspotenzial. Man kann eine ganze Menge daraus machen, wenn man klug investiert“, sagt Juniorchef Oliver Kropp. Die Großenlüderer Unternehmensgruppe werde jetzt gemeinsam mit den Gremien und Ämtern der Stadt Fulda mögliche Konzepte zur zukünftigen Nutzung des Geländes prüfen.
Die Prüfung stehe allerdings erst ganz am Anfang, denn Kropp Immobilien hätten das Gelände erst vor zwei Wochen gekauft. „Die Schaffung von Handelsflächen steht nicht im Fokus unserer Überlegungen. Eine Nutzung durch Büros, Dienstleistungen oder Wohnungen ist näher liegend – schon allein deshalb, weil man für Handel eine bessere Verkehrsanbindung und viele Parkplätze bräuchte“, erklärt Willi Kropp. Aber er wolle auch nicht endlos beraten: „Wir werden unseren Überlegungen schnell Taten folgen lassen“, sagt er. Direkt nebenan, in den Dalberg-Höfen, auf dem früheren Gelände der Molkerei, werden Rewe und der Bäcker Wempen voraussichtlich am 19. Juni öffnen, berichtet Willi Kropp. 16 Millionen Euro investiert das Unternehmen in die Dalberg-Höfe. Auch eine Villa zwischen den Dalberg-Höfen und dem Gelände der Verlagsanstalt gehört bereits der Familie Kropp.
Die Fuldaer Verlagsanstalt hatte im März 2011 wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben unter der allgemeinen, angespannten Situation in der Druckindustrie gelitten. Ein Brand auf dem Betriebsgelände zwei Wochen vor dem Insolvenzantrag hatte die wirtschaftliche Lage des Unternehmens noch zusätzlich verschärft. Im Juni 2011 stellte die Fuldaer Verlagsanstalt dann den Betrieb endgültig ein, nachdem verschiedene Gespräche über eine Fortführung des insolventen Unternehmens und eine Übernahme gescheitert waren. Der damalige Eigentümer, Jürgen Krawczyk, war im Jahr 2004 selbst im Zuge eines Insolvenzverfahrens Inhaber der Firma geworden.
Die Fuldaer Verlagsanstalt hatte seit dem Jahr 1950 als Dienstleister für mehr als 200 Verlage und Industriekunden im In- und Ausland agiert. Am 23. Dezember 2003 hatte das Unternehmen, das zwischenzeitlich in Fuldaer Verlagsagentur umbenannt worden war, schon einmal Insolvenzantrag gestellt. Im Jahr 2004 übernahm dann Jürgen Krawczyk, bis dahin Leiter für den Einkauf und die Logistik der FVA, das Unternehmen. Danach ging es zunächst bergauf – bis zur Insolvenz im März 2011.
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