Woide und FDP ringen um ÜWAG-Kurs
vn
Fulda
Drei Tage vor der Verbandsversammlung der ÜWAG übt die Kreis-FDP heftige Kritik an der Strategie des Energieversorgers: Die Liberalen beklagen zu hohe Ausschüttungen, fordern die Berufung eines zweiten Vorstands neben Günter Bury und warnen vor den Risiken eines Windkraftprojekts vor Borkum.
Die ÜWAG weist die Kritik als sachlich unbegründet zurück, ÜWAG-Aufsichtsratschef Landrat Bernd Woide (CDU) spricht von schlechtem Stil. Übermorgen wollte ÜWAG-Alleinvorstand Günter Bury blendende Zahlen vorstellen: Der Umsatz ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr von 409,1 auf 452,3 Millionen Euro gestiegen, der Konzernüberschuss stieg von 13,5 auf 16,2 Millionen Euro.
Doch statt sich feiern zu lassen, muss sich Bury gegen Kritik von FDP-Kreistagsfraktionschef Mario Klotzsche verteidigen, die er in einer Pressemitteilung äußert. Diese Kritik macht Woide wütend. . „Herr Klotzsche pflegt einen eigentümlichen Stil. Er hätte bei der Verbandsversammlung alle Zeit der Welt, Fragen zu stellen und seine Kritik vorzutragen. Fragen sind ja berechtigt. Vieles bei der ÜWAG ist kompliziert. Aber stattdessen verbreitet er Erklärungen voller Aktionismus und Halbwissen. Das ist schlechter Stil“, schimpft der Landrat.
Klotzsche nimmt in seiner Erklärung zunächst Bury selbst ins Visier. Angesichts wachsender Aufgaben brauche die ÜWAG einen zweiten Vorstand – wie es bei der ÜWAG früher der fall war. Alleinvorstände bei Unternehmen dieser Größenordnung seien eine absolute Ausnahme.
Die ÜWAG erklärt, rechtlich seien Alleinvorstände in Ordnung, für ausreichend Kontrolle sorge der Aufsichtsrat. „Das Thema gehört in den Aufsichtsrat, nicht in die Öffentlichkeit“, erklärt Woide. Falls, wie angestrebt, ÜWAG und GWV demnächst einen Konzern bildeten, „spricht viel dafür, dass dieser mindestens zwei Vorstände hat“, sagt Woide.
Bei dem für Erdwärme-Bohrungen zuständigen Tochterunternehmen Terra-Therm beklagt Klotzsche, dass das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren mehr als 1,5 Millionen Euro Verluste erwirtschaftet habe. Terra-Therm könne sich im freien Wettbewerb nicht durchsetzen und lebe von internen Aufträgen der ÜWAG. Woide räumt ein, dass sich Terra-Therm in einem schwierigen Markt bewege, aber Erdwärme sei sauber und – anders als Solarenergie und Windkraft – grundlastfähig, also zuverlässig und damit zukunftsfähig.
Bei der Beteiligung der ÜWAG am Windpark Borkum-West-II liefen die Kosten aus dem Ruder, die Inbetriebnahme habe sich verzögert, kritisiert die FDP weiter. Der Betrieb sei mit großen Risiken verbunden. „Die technischen Anforderungen an Windkraftanlagen in der Nordsee und deren Verkabelung wurden stark unterschätzt. Statt billiger ist die Stromproduktion dort oft teuer als auf dem Land“, warnt Klotzsche. „Die Kritik ist deutlich überzogen“, erwidert ÜWAG-Vorstand Bury.
Die um zwei Jahre verschobene Inbetriebnahme sei vor allem darauf zurückzuführen, dass Erfahrungen des benachbarten Windparks Alpha Ventus mit in die Planungen und den Bau einbezogen worden seien. Außerdem schreitet die technische Entwicklung rasant fort, so dass ausgereiftere Komponenten eingesetzt würden als noch vor einigen Jahren. Dies führe zu einer erhöhten Wirtschaftlichkeit des Projekts. Dennoch seien Offshore-Windparks ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende, erklärt ÜWAG-Chef Bury.
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Excalibur (16) | 19. June 2012;19.06.2012;1340126619 --> 19 Juni 2012
Getroffene Hunde bellen
Der Stil von Herrn Woide macht hoffentlich viel mehr wütend. Hier wird mal wieder sachliche und völlig berechtigte Kritik geäußert, dann wird der Aufsichtratsvorsitzender(der gutes Geld für seinen Posten bekommt) gleich wütend. Warum gehört diese Kritik nicht in die Öffentlichkeit Herr Woide?(Maulkorbtheorie) Saubere Energie rechtfertigt keine 1,5 Mio Verlust. Und wenn Verluste Zukunftsfähigkeit bedeuten, dann gute Nacht Fulda. Das nenne ich CDU-Politik 1. Klasse
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aha21 (28) | 19. June 2012;19.06.2012;1340139359 --> 19 Juni 2012
Wirtschaftlichkeit?
Steht Erdwärme nicht auch noch in Konkurrenz zum Erdgas der GVW und was ist mit den Projektentwicklungskosten für das geplante Kohlekraftwerksprojekt und der Wirtschaftlichkeit des DSL Breitband Projekts?
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MythenMetzger (480) | 19. June 2012;19.06.2012;1340103292 --> 19 Juni 2012
Rücklagen für die Fusion
mit der GWV werden durch erhöhte Ausschüttungen gebildet ?
Wer sitzt im Aufsichtsrat ? Fachleute oder Politiker ?
Und : Statt Ausschüttungen, wie wäre es mit Preissenkungen ?










