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6. Mai 2012



Woide zum Stand des DSL-Ausbaus im Kreis

Von Rainer Ickler

Fulda
Die größeren Orte im Landkreis Fulda sind relativ gut mit schnellem Internet versorgt, Probleme gibt es aber in vielen Dörfern auf dem Land. Dort kann nur mit Einschränkungen im weltweiten Netz gesurft werden. Eine erste Bilanz zog Landrat Bernd Woide (CDU) im Kreistag.

„Setzt man voraus, dass 95 Prozent der Einwohner mit Internet versorgt sind, so sind im Mittelwert relativ niedrige Bandbreiten zu verzeichnen“, bilanzierte Landrat Bernd Woide (CDU) in der jüngsten Kreistagssitzung. Er erklärt, dass ein Ausbau mit der FTTC-Glasfasertechnologie flächenmäßig realisiert werden müsse, um den Herausforderungen der Zukunft und den Ansprüchen der Gegenwart Rechnung tragen zu können.

Hintergrund
Beim derzeitigen Ausbau gibt es zwei Möglichkeiten: FTTH oder FTTC. FTTH (Fiber to the home, Glasfaser bis zum Haus) ermöglicht sehr große Datenmengen von über 50 Mbit pro Sekunde. Es ist die Technologie der Zukunft. FTTC (Fiber to the curb, Glasfaser bis zum Kabelverzweigerkasten, die letzten Meter bis zum Haus sind Kupferkabel) ist beim Verlegen günstiger, erlaubt aber höchstens Übertragungsraten bis zu 50 Mbit pro Sekunde. / ic
Eine Möglichkeit ist die Erschließung durch die ÜWAG, ein Modell, das vom Landkreis befürwortet wird. Der Kreis ist Gesellschafter und unterstützt die ÜWAG mit fünf Millionen Euro in den Jahren 2012 und 2013 in diesem neuen Geschäftsfeld. „Es ist eine Investitionsbeteiligung an einem Unternehmen, an dem wir beteiligt sind. Die ÜWAG ist ein Partner, der uns flächendeckend unterstützt, und es ist ein Angebot, mit dem wir strukturell weiterkommen“, erklärte Woide. Im Kreistag zog der Landrat eine vorläufige Bilanz. Hintergrund war eine Anfrage der SPD.

Drei Gemeinden, Dipperz, Hofbieber und Flieden, haben bereits beschlossen, mit der ÜWAG zusammenzuarbeiten, um den Ausbau mit Glasfaserkabeln bis zu den Verteilerkästen sicherzustellen. In Dipperz sind die Arbeiten so gut wie abgeschlossen. In dem Künzeller Ortsteil Dietershausen wird ebenfalls eine auf Glasfaser basierende Lösung mit der ÜWAG umgesetzt.

Die Gemeinden Petersberg und Burghaun haben zum Breitbandausbau Verträge mit der Telekom geschlossen. So werden derzeit die noch schlecht versorgten Bereiche der Ortsteile Steinau und Steinhaus ans schnelle DSL-Netz angeschlossen. Für die Stadt Fulda sowie die Gemeinden Künzell und Bad Salzschlirf gibt es nach Auskunft des Landrats „geringen Handlungsbedarf“, weil es dort eine schon gute Versorgung durch die Telekommunikationsunternehmen gebe.

Die Gemeinde Eichenzell strebt eine eigene Lösung an. Sie sucht derzeit in einem Interessenbekundungsverfahren einen Netzanbieter, erklärte Bürgermeister Dieter Kolb (parteiunabhängig).Sobald ein Betreiber gefunden ist, werde mit den Arbeiten begonnen. In Eichenzell sollen die Glasfaserstränge bis zum Haus verlegt und damit ein superschnelles Internet ermöglicht werden. Bandbreiten von über 50 Mbit pro Sekunde werden dann möglich sein.

Gersfeld, Großenlüder, Hilders, Kalbach, Neuhof, Nüsttal, Rasdorf und Tann holen derzeit Angebote von Netzbetreibern ein. Die jeweiligen Gemeindevertretungen beziehungsweise Stadtverordnetenversammlungen müssen in den nächsten Wochen und Monaten entscheiden, ob sie Geld in die Hand nehmen, um schnelles Internet für alle Bürger zu gewährleisten. Woide nennt sie den „ersten Geleitzug“.

Eiterfeld, Hünfeld, Hosenfeld, Ebersburg, Poppenhausen und Ehrenberg sind der „zweite Geleitzug“. Sie lassen sich noch Zeit, um alle Ortsteile mit schnellem Internet zu versorgen. Diese Gemeinden haben laut Aussage von Landrat Woide Interesse an einem gebündelten Bekundungsverfahren, wollen sich jedoch nach gegenwärtigem Stand erst 2013 an einem Auswahlverfahren beteiligen.

Woide hofft auf einen dynamischen Prozess, in dessen Verlauf sich möglichst viele Kommunen für einen Ausbau entscheiden. Es gehe dabei um die Zukunftsfähigkeit des Landkreises.


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