Zwei Chirurgen haben die Rhön-Klinik verlassen
Von Rainer Ickler
Gersfeld
In der Rhön ist die ärztliche Notfallversorgung gefährdet, weil in den vergangenen zwei Jahren zwei Chirurgen die Rhön-Klinik in Gersfeld verlassen haben und keine Nachfolger gefunden werden konnten.
„Es kommt immer wieder vor, dass wir Patienten, die notfallmäßig mit leichterenVerletzungen zu uns kommen, weiterschicken müssen“, bedauert Jürgen Melchers, Verwaltungschef der Klinik. Sie müssen dann nach Fulda fahren. Dies sei der Fall, wenn die beiden Chirurgen der Klinik im Operationssaal tätig sind. „Wir wollen nicht, dass die Leute dann drei oder vier Stunden im Wartezimmer sitzen.“ Die Rhön-Klinik habe sich bemüht, die Ärzte inGersfeld zu halten. Die Kassenärztliche Vereinigung sei sogar auf die Verschlechterung der Notfallsituation hingewiesen worden, habe aber trotzdem dem Weggang zugestimmt.
Aber unbefriedigend ist die Situation für die Region. „Wir wollen dies ändern“. Melchers hofft, dass er im Oktober einen zusätzlichen Mediziner präsentieren kann, damit sich die Lage entspannt. Doch dies sei nicht einfach. Ähnlich wie bei den Hausärzten seien die kleinen Häuser am Land nicht so beliebt bei den Ärzten. „Es ist fast unmöglich, neue Belegärzte zu bekommen“, umschreibt er die Situation. Dabei sei das Gersfelder integrierte Modell – das Krankenhaus arbeitet nur mit Belegärzten – nach Angaben vonMelchers für die Krankenkassen billiger, weil zum Beispiel Doppeluntersuchungen wegfielen.
Im Jahr 2010 verließ ein Chirurg die Rhön-Klinik in Richtung Fulda, und kürzlich ist Dr. Wolfram Wagner ins Medizinische Versorgungszentrum an der Helios-Klinik in Hünfeld gewechselt. Durch diesen Aderlass seien die Probleme in der Notfallversorgung entstanden. Im stationären Bereich gebe es keine Probleme, sagt er. Da reichten die vorhandenen sieben Ärzte in den verschiedenen Abteilungen aus. Sie betreuten die Patienten an 365 Tagen im Jahr. Aber zusätzlich auch die ambulante Notfall-Versorgung in der Rhön zu gewährleisten, sei schwierig.
Bis zum Jahr 2010 seien sogar im Gersfelder Krankenhaus freiwillige chirurgische Notdienste auch am Wochenende angeboten worden. Durch den Wegfall der zwei Arztstellen, sei dies aber nicht mehr aufrecht zu erhalten gewesen.
Die Rhön-Klinik hat 24 Betten für die ambulante Behandlung und 112 Betten für die Reha-Behandlung. Der Akut-Bereich ist erst kürzlich gebaut worden. Das Land Hessen unterstütze den Ersatz-Neubau mit rund 7,5 Millionen Euro, um die ärztliche Versorgung am Lande zu verbessern. Sieben Belegärzte kümmern sich derzeit um die Patienten. Rund 90 Frauen und Männer sind beschäftigt.
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