Zwei Landwirte über die Auswirkungen der Witterung
Von Anne Hämel
kreis fulda
Graue Wolken, wenig Sonne und immer wieder Regen. Der Sommer zeigt sich nicht von seiner besten Seite. Nicht nur die Ferienkinder, auch die Landwirte hoffen auf besseres Wetter.
„Um die 23 Grad, trocken und sonnig“, beschreibt Peter Bleuel (44), Landwirt aus Oberrode , das optimale Erntewetter für Gerste und andere Getreidearten. Er hält Schweine auf seinem Hof, den er 1996 von seinen Eltern übernommen hat, und baut Weizen, Gerste und Raps an.
Das feuchte Witterung bringt ihn um diese Jahreszeit noch nicht aus der Ruhe, im Gegenteil. „Der Regen ist ein guter Ausgleich für das trockene Frühjahr“, sagt er. „Ab nächste Woche bräuchten wir dann aber beständig gutes Wetter“, ergänzt er, für die Getreideernte. Schaut man auf Getreidefelder, kann man hier und da abgeknickte Halme entdecken. „Da ist aber noch nichts verloren“, sagt Bleuel. Man habe nicht gleich entscheidende Ertragseinbußen. Und er fügt zuversichtlich hinzu: „Wenn sich nächste Woche das Wetter ändert und der Wind dreht, dann sind wir auf einen Schlag fertig.“
Laut Meteorologen handelt es sich in diesem Jahr um einen durchschnittlichen Sommer, das bezeugen auch die Kalender, in denen Bleuel die Erntezeit der Vorjahre festgehalten hat. Immer um den 23. Juli wurde das Getreide geerntet. Verschiebt sich die Ernte nach hinten, wird auch das Erntefenster für spätere Kulturen kleiner. Die Arbeiten kommen dann geballt auf die Bauern zu.
Witterung ist zu feucht zum Mähen
„Da der Weizenbestand extrem feucht ist, wächst die Gefahr der Ausbreitung von Pilzen“, sagt Hubert Schmelz. Ob die gewohnte Qualität erreicht werden könne, werde sich noch herausstellen.
Aber Getreide ist es auch nicht, was ihm Sorgen macht. Der 52-Jährige Landwirt aus Großentaft betreibt neben dem Anbau von Weizen, Gerste, Raps und Mais Mutterkuhhaltung. Für die Tiere braucht er Heu als Futter. „Normalerweise hätten wir vor drei Wochen bereits Heu machen müssen“, erklärt er. Bei der feuchten Witterung kann er aber nicht mähen und das Gras einlagern. Normalerweise könne dreimal im Jahr Heu gemacht werden, in diesem Jahr falle wohl ein Schnitt weg. Das Gras liegt jetzt schon so lange, dass das neue Gras schon darunter herauswächst. Mit einem positiven Wetterumschwung hätten sich seine Sorgen dann aber auch verflüchtigt.
In diesem Jahr sei nicht der Sommer das Problem sondern der starke Frost Anfang des Jahres, durch Teile der Wintergerste kaputt gegangen waren. Die Bauern mussten daher ein zweites Mal in Saatgut investieren. Diese Flächen wurden in den meisten Fällen mit Sommergerste bestellt, die in den nächsten Wochen geerntet werden könnte.
Da bleibt nur, auf das für nächste Woche recht positiv vorausgesagte Wetter zu hoffen und geduldig zu sein. Das Wetter kann man nämlich nicht ändern, da sind sich die beiden Landwirte einig. „Wir haben rund ums Jahr mit dem Wetter zu tun, da muss man sich drauf einstellen“, sagt Schmelz und auch Bleuel meint: „Man muss es nehmen, wie es ist. Da rege ich mich nicht auf.“ Wetter gleiche sich immer wieder aus. Außerdem, fügt er mit einem Lachen hinzu, könne man es Landwirten ja sowieso nie recht machen.
Ein Interview mit Karl-Heinrich Claus vom Beratungsteam Pflanzenbau beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen in Petersberg.lesen Sie in der Printausgabe der Fuldaer Zeitung am Samstag.
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