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18. April 2011



„Da saß der Schock erstmal tief“

Sabrina Mehler

Hünfeld
Überschwemmungen, Erdbeben, Tsunamis, Atomkrise – das sind die modernen Geißeln der Menschheit. In nahezu hellseherischer Fähigkeit hat die 17-jährige Monja Greschner die aktuellen Katastrophen der Welt bereits vor einem Jahr auf einem Bild vorausgesehen.

SPENDENKONTO

Ab einer Spende in Höhe von zehn Euro erhält jeder Spender auf Wunsch eine Farbkopie des Bildes als Dankeschön. Das Spenden-Konto der VR-Bank NordRhön hat die Kontonummer 942 52 68. Bankleitzahl ist 530 612 30.

Das Bild reichte sie damals beim VR-Wettbewerb „Jugend creativ“ ein. Jetzt hat sie eine grandiose Idee.

„Das Bild hat etwas Mystisches“, sagt ihr Vater Winfried. „Time Fuse“ hat Monja das Werk genannt – zu deutsch: Zeitzünder. Sämtliche vorstellbaren Klimakatastrophen sind darauf verewigt. Sofort ins Auge aber fallen zwei Schreckensszenarien: riesige Wellen, die drohend die Erde verschlucken, und ein Mann im Schutzanzug, auf dem das gelbe Symbol für Atomenergie prangt; im Hintergrund des Bildes der Schülerin stehen havarierte Atomkraftwerke.

Beängstigende Wirklichkeit

Heute sieht Monja die ein Jahr alte Darstellung mit anderen Augen, wie auch ihr Vater und Jörg Bachmann von der VR-Bank NordRhön in Hünfeld, die damals die Ortssieger des Wettbewerbs ermittelte. Denn die Katastrophen im Bild sind in Japan Wirklichkeit geworden.

Nun will Monja, die aus Hilders kommt und seit diesem Schuljahr die Fuldaer Eduard-Stieler-Schule besucht, helfen. Sie hat einen ergreifenden Brief an die Hünfelder Bank geschrieben: „Die Schicksale der Menschen in Japan gehen mir nahe. Mein Herz weint und ich möchte gerne helfen.“ Das Bild solle an den Meistbietenden versteigert werden und der Erlös den Menschen in Japan zugute kommen.

„Wir fanden diese Idee toll“, sagt Jörg Bachmann. Deshalb hat er sich weitergehende Gedanken gemacht. Damit Monja ihr Werk behalten kann, will die VR-Bank Faksimiles in A3-Größe, also Nachdrucke, erstellen. Diese sollen für eine Spende ab zehn Euro abgegeben werden. „Es wird ein Zwischenkonto errichtet, die Spenden werden an die ‚Aktion Deutschland hilft‘ weitergeleitet. Das ist ein Zusammenschluss namhafter karitativer Organisationen, der zurzeit auch Japan unterstützt“, erklärt Bachmann. Außerdem will die Bank die Erlöse „um einen namhaften Betrag“ aufstocken. „Wir lassen uns nicht lumpen“, verspricht der Hünfelder Bänker.

Monja ist einverstanden mit diesem Vorschlag. „Es ist mir einfach wichtig, etwas zu tun“, sagt die Schülerin, die immer noch kaum glauben kann, wie viele ihrer Prophezeiungen wahr geworden sind. „Ich habe Gänsehaut bekommen, als mir mein Vater eine SMS über die Ereignisse in Japan geschrieben hat. Da saß der Schock tief“, berichtet sie. Sie habe damals versucht, für den Wettbewerb mit dem Thema „Klima“ möglichst viele entsprechende Probleme in der Illustration unterzubringen. Sie habe sich damals an die Tsunami-Wellen von 2004 erinnert, und von der Tschernobyl-Katastrophe hat sie viel gehört: „All diese Dinge sind so schlimm, ich habe Angst davor“, sagt die sensible 17-Jährige.

Monjas Bild ist erschreckend, beklemmend: Wirbelsturm, Vulkanausbruch, Gletscherschmelze, riesige Wellen, flüchtende Menschen in ihren Fahrzeugen hat sie gemalt. Schon die Kunstlehrer-Jury, engagiert von der VR-Bank, staunte im April 2010 nicht schlecht, als sie das außergewöhnliche Werk in den Händen hielt. Keine hübsche Blumenwiese, keine freundliche Sonne am hellblauen Himmel, die die Erde in einen paradiesischen Zustand taucht, keine friedliche Naturwelt waren dargestellt, wie so oft der Fall in dieser Altersklasse. Statt dessen: beängstigende Wirklichkeit.

Ein Plakat von Monjas Werk wird nun in den Geschäftsstellen der VR-Bank NordRhön etwa vier Wochen lang ausgestellt. Sie und Jörg Bachmann hoffen nun, dass möglichst viele für die Kopie des außergewöhnlichen Werkes spenden.



Leser-Kommentare ( 2 )
  • FeuRenard (1) | 21. April 2011;21.04.2011;1303400738 --> 21 April 2011
    In guter Gesellschaft

    Herzlichen Glückwunsch!
    Mit dieser Meldung hat es die Fuldaer Zeitung auf das BILDblog geschafft. (http://www.bildblog.de/29612/zukunst/)

  • karcmarc (1) | 20. April 2011;20.04.2011;1303324313 --> 20 April 2011
    Aber klar doch...

    Wo bleiben denn die Eisbären in Japan? Kommen die noch?