Außergewöhnlicher Kreuzweg im Bonifatiuskloster beeindruckte
Hünfeld
Schüler des Wigbertgymnasiums und der Fuldaer Winfriedschule haben eindrucksvoll die Uraufführung des von Thomas Nüdling komponierten Kreuzwegs in der Hünfelder Klosterkirche untermalt.
„Es ist keine Illustration eines Kreuzweges im eigentlichen Sinn wie man die Kreuzwegdarstellungen aus dem Mittelalter kennt“. So beschreibt Ursula Feling-Al-Hami, Kunstlehrerin an der Winfriedschule, die bildlichen Darstellungen ihrer Schüler.
Das Konzert zur Passionszeit war ein schulübergreifendes Projekt von Wigbert- und Winfriedschule und lockte zahlreiche gespannte Besucher in die Kirche des Bonifatiusklosters. Die hohen Erwartungen, dass es ein außergewöhnliches, sich einander ergänzendes Zusammenspiel von Musik und Kunst werde, wurden vollauf erfüllt.
Die über 80 Chorsänger zeigten viel Ernst angesichts des Leidensweges Jesu und gleichzeitig offenbarten sie, dass sie Freude beim Singen von diesem schwierigen Thema hatten. Aufmerksam folgte der Chor, der aus Schülern der Winfriedschule und der Wigbertschule bestand, dem Dirigat von Thomas Nüdling und Katja Möller und verschmolz mit dem Orgelspiel von Regionalkantor Ulrich Moormann zu einem eindrucksvollen Hörerlebnis.
Acht Stationen wurden nach den Worten von Anna Marita Engel vertont. Bedrohlich und beklemmend waren die Melodien und dennoch eingängig und ansprechend. Am Ende jeder Station stand wie eine Art Refrain der flehentliche Ruf: „Gekreuzigter Herr Jesus Christus, erbarme dich unser“.
Besonderes Kunstwerk mit Bildern und Fotocollagen
Besonders eindrucksvoll wurden in der vierten Station Jesu Angst und Verlassensein umgesetzt, als die klaren Frauenstimmen klagten: „Still, ach, so still ist’s um ihn geworden, wo sind all die, die seine Wunder geseh’n?“. Doch gegen Ende ließ sich ein Hoffnungsschimmer auf Jesu Auferstehung und der Menschheit Erlösung erahnen.
Die Bilder und Fotocollagen der Schüler des Kunstleistungskurses der Fuldaer Winfriedschule taten ihr Übriges, um diese Aufführung zu einem besonderen Kunstwerk werden zu lassen. Mit viel Einsatz und Engagement haben sie sich künstlerisch mit den Themen Rassismus, Mobbing und Folter auseinandergesetzt. Herausgekommen sind dabei Bilder, die Selbstmord erkennen lassen, Einsamkeit oder aber auch die nackte Angst vor unzähligen Händen, die nach einem zu greifen scheinen.
Es war bemerkenswert, mit wie viel Einsatz sich die Schüler auf diese schweren, auch religiösen, Themen und die dazugehörige Musik eingelassen haben, und dies in außerordentlicher Art und Weise umgesetzt haben.
Diese Meinung vertrat auch Thomas Nüdling, der mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden war. Das Publikum war davon ebenso angetan und es fiel ihm nach langem Applaus sichtlich schwer, die Kirche einfach so wieder zu verlassen.
Von unserer Mitarbeitern
Verena Storch
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