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22. Februar 2012



Firma H.E.L.P. sucht noch 100 Aushilfen

Von Alexander Gies

Hünfeld
Die bislang in Fulda ansässige Firma H.E.L.P. zieht nach Hünfeld um und erweckt die seit 1997 leer stehenden Gebäude der Altdeutschen Buntweberei im Weiherser Weg zu neuem Leben. Zum Produktionsstart Ende März sucht das Unternehmen noch rund 100 Aushilfskräfte.

Die Firma H.E.L.P. Service, die den Fuldaer Brüdern Klaus und Thomas Seiler gehört, erwarb die komplette Immobilie vor etwa einem Jahr in einem Zwangsversteigerungsverfahren. Genutzt werden die Hallen künftig von der Firma H.E.L.P. Copacking, bei der der 47-jährige Thomas Seiler Geschäftsführer ist.

H.E.L.P. ist im Bereich Konfektionierung, Versand und Merchandising tätig. Ein bekanntes Beispiel dafür sind laut Seiler die Verkaufspackungen für den Kaffee Nestlé Classic. „Dafür verpacken wir das Glas zusammen mit einer roten Tasse in einem Karton, verschweißen es und stapeln es auf Paletten.“ Ein anderes Beispiel sei das Produkt Bübchen Babybad. Dabei werde die Ein-Liter-Flasche zusammen mit einer kleinen Dose Hautcreme verpackt. H.E.L.P. baut aber auch Bettgestelle zusammen oder beschichtet Fliesen für den Außenbereich.

In Fulda hatte die Firma rund zehn Jahre lang ihren Sitz in den Gebäuden der ehemaligen Firma Spielwaren-Jost in der Walter-Bauer-Straße sowie in einer benachbarten ehemaligen Tennishalle. Dort arbeiten zurzeit 60 Festangestellte und rund 190 Aushilfen. In Hünfeld kann sie sich auf einer Fläche von rund 7000 Quadratmetern ausbreiten, etwas weniger als in Fulda. „Allerdings war dort von Nachteil, dass wir zwei Standorte hatten. Außerdem konnten wir uns mit dem Vermieter nicht über die künftige Höhe der Miete einigen“, begründet Seiler seinen Wechsel nach Hünfeld.
Die Hallen der Altdeutschen Buntweberei werden zurzeit kräftig aufgemöbelt: Es gibt neue Böden, eine neue Heizung sowie Sanitäranlagen, und die meisten Dächer mussten auch erneuert werden. Insgesamt investiert H.E.L.P. in Gebäude und Sanierung mehr als eine Million Euro.

Ende März will Seiler an den Start gehen – und sucht bis dahin noch rund 100 Aushilfskräfte auf 400-Euro-Basis. „Sie müssen geschickt mit den Fingern sein und zuverlässig“, umschreibt er das Anforderungsprofil an die neuen Mitarbeiter. Pro Monat belaufe sich die Arbeitszeit der Aushilfen auf etwa 60 Stunden. Dabei arbeitet man im Zwei-Schicht-Betrieb von 7 bis 14.30 Uhr sowie bis 20 Uhr.

„Aber wenn sich in den Gesprächen herausstellen sollte, dass ein Großteil der Bewerber lieber von 8 bis 13 Uhr arbeiten würde, um danach ihre Kinder von Schule und Kindergarten abholen zu können, dann werden wir da flexibel sein“, wirbt Seiler um neue Mitarbeiter. H.E.L.P. wird die Liegenschaft alleine nutzen, allerdings sind etwa 800 Quadratmeter Büroräume noch frei für weitere Interessenten.



Leser-Kommentare ( 9 )
  • Frohnapfel (251) | 23. February 2012;23.02.2012;1330017395 --> 23 Februar 2012
    Tarifspielerei

    Im ersten Moment sieht es nach 6,67€ Stundenlohn aus. Der Unternehmer hat auf seiner Internetseite folgenden Eintrag "Tarifvertrag: Seit 01.01.2004 (BZA/DGB" Wenn er weiterhin der Tarifbindung unterliegt und die Arbeitnehmer organisiert sind dann sind wir schon bei über 8€ aktuell. Würde mich mal interessieren ob es noch Unternehmen in Osthessen gibt die den jeweils gültigen Tarifvertrag noch einhalten. Also alle die weniger als 8€ verdienen sofort beim H.E.L.P. melden.

  • ExFuldaer (349) | 24. February 2012;24.02.2012;1330081949 --> 24 Februar 2012
    Soll das viel sein?

    Lieber Frohnapfel,
    wollen Sie etwa behaupten, 8 € Stundenlohn sei viel?
    Rechnen Sie mal nach:
    8 Euro mal 170 Monatsstunden=1360 Euro brutto.
    Ziehen Sie 40 % Steuern und Sozialabgaben ab ( Single), dann bleiben 816 € netto.
    Minus Auto oder Fahrkarte, minus Mittagessen in der Kantine ( zuhause ist es billiger)
    Und ein alleinstehender Hartz4- Empfänger bekommt ja schon 800 Euro ( Hartz4- Satz plus Wohnung).

  • Frohnapfel (251) | 25. February 2012;25.02.2012;1330173958 --> 25 Februar 2012
    Tarifbindung

    In einem Satz hatte ich gefragt: gigt es Unternehmen in Osthessen die den jeweils gültigen Tarifvertrag einhalten. Das zeigt: Ich bin im DGB und kämpfe für den Mindestlohn von 8,50€. Es gibt genug Betriebe die weniger als 8,50€ bezahlen. Viel Betriebe begehen Tarifflucht. Noch schlimmer ist der 400€ Job der von den AG als Arbeitskräfte 2. Klasse angesehen wird. Kein Weihnachtsgeld, kein Urlaubsgeld und keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, obwohl es im Gesetz steht.