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6. September 2012



Fünf Stolpersteine für Familie Stern verlegt

Sophia Steube

Burghaun
Bereits zum dritten Mal sind am Mittwoch in Burghaun Stolpersteine verlegt worden. Damit soll an fünf weitere ehemalige jüdische Bürger aus Burghaun erinnert werden. Familie Stern fiel den Verbrechen während der NS-Zeit zum Opfer.

„Was werden unsere Familien Strauß und Stern durchgemacht haben? Wie viel Verzweiflung muss in ihren Herzen gewesen sein?“ Diese Fragen, die Josef Staufer von der Initiative Stolpersteine in Burghaun stellte, versetzten die Besucher der Verlegung mitten in die Thematik. Denn wieder ging es um ehemalige Burghauner Bürger – um die Geschichte Burghauns selbst. Am Mittwoch wurden nicht nur fünf weitere Stolpersteine verlegt, es war gleichzeitig ein markantes Datum: Vor genau 70 Jahren wurden mit den Familien Stern und Strauß die letzten Juden aus Burghaun abtransportiert. Elisabeth Sternberg-Siebert von der Initiative Stolpersteine in Burghaun erinnerte an dieses traurige Ereignis.

„Der jüdische Teil der Dorfgemeinde darf nicht vergessen werden“, betonte Bürgermeister Alexander Hohmann (SPD) und sagte dem Projekt seine volle Unterstützung zu. Die gab es auch vom Bauamt der Gemeinde, denn zum ersten Mal wurden die Betonquader von Gemeindemitarbeitern verlegt und nicht vom Künstler Gunter Demnig, der das Projekt initiiert hat. In Burghaun sind mittlerweile 45 Stolpersteine vor den jeweils letzten selbstgewählten Wohnorten der NS-Opfer eingelassen.

Kinder agieren als Paten

Wie bei den letzten beiden Verlegungen haben sich auch diesmal wieder Ritter-von-Haune-Schüler eingebracht. Die Kinder lasen Zeitzeugenberichte vor und sangen ein jüdisches Lied. Sie agieren zudem als Paten für den Stolperstein von Samuel Stern.

Auch Ruth Sternberg aus Burghaun brachte sich mit ein: „Ich habe die Patenschaft für einen Stolperstein übernommen, weil es mir wichtig ist, dass nicht nur ein Name auf einer Deportationsliste an den Menschen erinnert.“ Die 43-Jährige ist nun Patin des Stolpersteins von Marga Stern, einem Mädchen, das gerade einmal 13 Jahre alt war, als sie nach Auschwitz deportiert wurde. Aus ähnlichen Beweggründen übernahm Martin Siebert die Patenschaft für den Stolperstein von Markus Stern. Der Junge solle nicht nur als eine Zahl unter sechs Millionen untergehen, erklärte der 79-Jährige aus Peine (Hannover).

Musikalisch untermalt wurde die Verlegung von Ute Fischer und Marcel Terwiel. Zudem sprachen Pfarrer Gerhard Bug und Pfarrer Johannes Zechmeister Grußworte. Linde Weiland, ehemalige Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Fulda, trug ein jüdisches Gebet vor, die Biografie der Familie gab Theresa Noll wieder.


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