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17. August 2012



Fürstenecker Sommerakademie lockt 50 fleißige Schüler

Von Sabine Burkardt

Fürsteneck
Der Schulunterricht hat kaum begonnen, da freuen sich manche Schüler schon wieder auf die Herbstferien. Andere verkürzen ihre Ferien freiwillig um zwei Wochen: 50 hessische Oberstufenschüler beschäftigten sich in der Schülerakademie intensiv mit Mathematik, Physik, Informatik und Geschichte.

Strahlende Gesichter im Mathematikunterricht, aufmerksame Zuhörer im Geschichtskurs: Was in der Schule fast unmöglich erscheint, ist in der Hessischen Schülerakademie auf Burg Fürsteneck die Regel. „In der Schule gibt es ja immer welche, die nicht mitmachen wollen. Hier ist jeder motiviert und interessiert“, sagt die 18-jährige Vanessa aus Hofheim, die ihre Ferien zum zweiten Mal opfert. Sie genießt das Forschen, Experimentieren und Diskutieren genauso wie Samira aus Frankfurt: „Wir lernen hier vieles, was über den normalen Schulstoff hinaus geht. Und man kommt viel schneller voran“, sagt die 16-Jährige.

Die Akademie richtet sich in erster Linie an Schüler, die über den Tellerrand hinausschauen wollen. „Diese Jugendlichen wollen lernen. Sie sind so wissensdurstig, dass wir sie manchmal fast bremsen müssen“, sagt Akademieleiterin Dr. Cynthia Hog-Angeloni von der Universität Frankfurt. Sogar beim Abendessen entstünden manchmal hitzige Debatten darüber, wie beispielsweise das Navi den kürzesten Weg findet oder warum „die Deutschen zu Deutschen“ und „die Franzosen zu Franzosen“ wurden.

Unterricht und Betreuung liegen in den Händen von Professoren, Dozenten der Goethe-Universität Frankfurt sowie Lehramtstudenten. „Lernen und Lehren lautet das didaktische Konzept der Akademie“, sagt Hog-Angeloni. Denn die Schüler erhalten einen Einblick in das wissenschaftliche Arbeiten, die Lehramtstudenten hingegen können bei der Arbeit mit den Schülern ihre fachlichen Fähigkeiten überprüfen.

Auch außerhalb der Kurszeiten, in denen Referate, Gespräche oder praktische Übungen auf dem Programm stehen, wird reger Gedankenaustausch unterstützt. In kursübergreifenden Angeboten wie Naturkunde, englisches Theater, klassische Musik und musikalische Improvisation finden die Schüler eine passende Ergänzung. „Bei unserem ganzheitlichen Konzept spielt auch der musisch-kulturelle Aspekt eine entscheidende Rolle“, erklärt Akademieleiter Professor Dr. Wolfgang Metzler. Die Kombination lässt die Schüler ein Tagespensum von 8 bis 21 Uhr locker durchhalten.

Zum Abschluss werden die Ergebnisse der knapp zweiwöchigen Arbeit einem breiten Publikum präsentiert. Ob Datenkompression, historisches Wissen, Kammermusik, Algorithmen oder die Barometrische Höhenformel: das Wissen und die Fähigkeiten der Jugendlichen sind schier erstaunlich. Dabei sprechen die Schüler so locker und sicher von Butandruck, Rückstoßprinzip oder MST-Heuristik, wie manch andere Altersgenossen von ihrer letzten Shopping-Tour.

„Akademien sind für alle begabten und interessierten Schüler offen, nicht nur für die Hochbegabten“, sagt Hog-Angeloni. Viele Schüler seien mehrmals dabei, oft bildeten sich Grundlagen für spätere Kooperationen oder Freundschaften. So wie bei Gregor und Samira aus Bad Homburg, die sich für die Mathematik und Physikkurse angemeldet hatten: „Wir haben uns letztes Jahr hier kennengelernt. Wir blieben in Kontakt und, naja, in diesem Jahr sind wir halt zusammen da“, sagt Gregor ein wenig verlegen.


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