Gewerbetreibende sorgen für Bauboom in Eiterfeld
Von Victoria Bott
Eiterfeld
Es tut sich einiges im Gewerbegebiet Brandersliede in Eiterfeld: Neun neue Projekte gibt es, die zum Teil schon abgeschlossen sind. Unter anderem baut die Firma Giebel eine neue Produktionshalle, die an die Firma Ondal Friseurtechnik vermietet wird.
Im gesamten Gewerbegebiet sind nur noch 5000 Quadratmeter frei. Die Pläne für eine Erweiterung konkretisieren sich. Am Rande des Gewerbegebietes in Richtung Leibolz rollen derzeit die Bagger. Die Eiterfelder Firma Giebel baut am Ende des Friedländer Wegs für Ondal eine neue Produktionshalle.
Der Grund: Die Halle im Sachsenweg, in der Ondal derzeit produziert, benötigt der Eigentümer, die Firma Isel, künftig für eigene Zwecke, erklärt Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (parteiunabhängig). „Damit hatte für Ondal eine neue Standortsuche begonnen. Ich bin froh, dass durch konstruktive Gespräche schnell ein Grundstück in der Gemeinde und eine Firma gefunden wurden, die die Halle baut“, freut sich Scheich. Dadurch seien 40 Arbeitsplätze gesichert worden.
Auf dem 60.000 Quadratmeter großen Grundstück der Firma Giebel war ursprünglich angedacht, eine Asphaltaufbereitungsanlage zu bauen. Firmenchef Heribert Giebel zog den Antrag Ende 2010 allerdings zurück, weil sich in der Gemeinde deutlicher Widerstand bildete und der Frieden im Ort gewahrt werden sollte.
„Vor etwa vier Wochen haben wir mit dem Bau der Halle begonnen, das Bauende ist für Oktober vorgesehen“, erklärt Giebel. Die neue Halle sei größer als die bisherige Produktionshalle von Ondal. Weitere Pläne für das Grundstück liegen derzeit noch nicht vor. „Das ergibt sich“, sagt der Geschäftsführer. Für die Zufahrt zur neuen Halle verlängert die Gemeinde den Friedländer Weg um etwa 150 Meter.
Aber auch an anderen Standorten im Gewerbegebiet geht es voran: Einen Bauantrag für ein 15 mal 40 Meter großes Gebäude, das für die Endfertigung und als Lagerhalle genutzt werden soll, hat die Firma Ley eingereicht. „Wir hoffen, dass wir noch in diesem Monat mit dem Bau starten können“, erklärt Prokuristin Maria Gesang. Notwendig sei die Erweiterung, weil ein großer Auftrag aus Amerika an Land gezogen wurde, dafür fehle der Platz.
Die Möglichkeit zur Erweiterung hat nun auch die Firma b + m surface systems, die ein angrenzendes Grundstück samt Anliegerstraße gekauft hat. „Damit hat das Unternehmen nun ein zusammengefasstes Betriebsgelände“, sagt Scheich. Im Sachsenweg gegenüber der Firma Weber Werbung wollen sich gleich drei Unternehmen ansiedeln. Florian Münkel aus Großentaft hat auf einem 7000 Quadratmeter großen Grundstück ein Geschäfts- und Wohnhaus mit Büroräumen sowie eine 600 Quadratmeter große Lagerhalle errichtet. Die Halle wird zu einem Drittel für seinen Online-Handel genutzt.
Die übrige Fläche steht zur Anmietung zur Verfügung. Gerade im Bau befindet sich eine neue Halle für Fahrzeuge der Eiterfelder Fahrschule Busold auf einem Grundstück von 2200 Quadratmetern. „Im vergangenen Sommer haben wir mit dem Bau begonnen, in zwei bis drei Monaten soll er abgeschlossen sein“, berichtet Markus Busold aus Dittlofrod. Direkt daneben plant Stuckateur Manuel Nattmann aus Eiterfeld eine Lagerhalle zu errichten. „Die Planungen sind abgeschlossen, wann genau der Bau startet, steht noch nicht fest“, sagt Nattmann.
Noch ein Ass im Ärmel
Im vergangenen Jahr ans Netz gegangen ist die Solarpark Eiterfeld GmbH auf einer Fläche von 22 355 Quadratmetern. Die Gemeinde hat das Grundstück am Rande des Gewerbegebietes in Richtung Leibolz verpachtet. Der Standort befindet sich gegenüber der neuen Produktionshalle für Ondal. „Das Grundstück ist sehr steil und wäre schwer zu erschließen gewesen“, verdeutlicht Scheich.
Somit sind im Gewerbegebiet nur noch 5000 Quadratmeter frei. 1986 wurde mit dem Bau des Gewerbegebietes begonnen, zuletzt wurde es 2001 erweitert. „Nun wurde der Beschluss gefasst, eine Studie zur Erweiterung zu erstellen“, hebt der Bürgermeister hervor. Es sei vorgesehen, das Gebiet in Richtung Leibolz zu verlängern. „Das ist eine absolut positive Entwicklung“, freut sich Scheich.
Es unterstreiche die gute Struktur im Gewerbegebiet – mit Kleinbetrieben, die innovativ seien, Chancen sähen und positiv in die Zukunft blickten, sowie global tätigen Unternehmen, denen in Eiterfeld gute Standortvoraussetzungen geboten würden.
Und wie Scheich durchblicken lässt, hat er noch ein Ass im Ärmel: Denn für die große Produktionshalle der ehemaligen Oberflächenveredelung Eiterfeld, die seit fünf Jahren leer steht, gibt es einen potenziellen Interessenten. „Ich bin optimistisch, dass sich da bald was ändert. Das liegt mir am Herzen“, sagt er – ohne mehr zu verraten.
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