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2. Februar 2012



Hans Eichel sprach in Burghaun über die aktuelle Finanzkrise

Von Suria Reiche

Burghaun
Der ehemalige Finanzminister Hans Eichel (SPD) war am Mittwoch zu Besuch in der Marktgemeinde Burghaun, um beim Neujahrsempfang des Gewerbevereins Burghaun über die aktuelle Finanzkrise zu sprechen. Dabei zeigte er sich als Politiker zum Anfassen.

Er schüttelte Hände, plauderte mit Gemeindevertretern und sprach mit viel Emotion und Wissen über die „Krise Europas“, wie er sie nennt. Auch Burghauns Bürgermeister Alexander Hohmann (SPD) war freudig überrascht, wie einfach und unkompliziert es war, den Finanzminister a.D. für einen Besuch in der Marktgemeinde zu gewinnen. Nur ein Anruf in Kassel war nötig, und schon war ein Termin gefunden.

Geladen hatte der Gewerbeverein Burghaun, und so bestand das Publikum zum größten Teil aus dessen Mitgliedern und Gewerbetreibenden, aber auch Mandatsträger, Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um den Eichels Ausführungen zu lauschen. Den Zug, so sagte er, benutze er immer für Langstrecken. „Da kann ich lesen, arbeiten, telefonieren und schlafen“, erklärte er. Der einzige Nachteil sei, dass man sich an die Abfahrtszeiten halten muss. Und so kam es, dass der Besuch in Burghaun aufgrund der Zugverbindungen recht kurz ausfiel.

Lang genug jedoch, um die Zuhörer mit seiner Meinung zur Finanzkrise zu fesseln. Sie sei eine Krise Europas und nicht eine der Währung. Der Euro habe sich seit seiner Einführung als stabile Währung erwiesen. „Ich frage mich gelegentlich, warum manche Menschen für eine Abschaffung des Euro plädieren“, sagte Eichel. Zu Zeiten der D-Mark sei die Preissteigerungsrate höher gewesen als jetzt. Das eigentliche Problem sei vielmehr, dass es nicht wirklich eine Integration innerhalb der EU gegeben habe. Denn diese sei der Motor einer Union.

Europäisch zu denken sei wichtig. Gerade in der heutigen Zeit. Denn was bringe es Deutschland, nur auf sich selbst zu achten. Immerhin erwirtschafte unser Land die Hälfte der Einnahmen im Außenhandel. Fehle anderen Ländern das Geld, komme das auch Deutschland teuer zu stehen. Daher sei es ein großer Fehler gewesen, zu denken, man müsse Ländern wie Griechenland nur Kredite geben und darauf warten, dass sie sie zurück zahlen. „Nein, wir müssen ihnen wirtschaftlich auf die Beine helfen“, sagte Eichel. Eigene Anstrengung und Hilfe für andere sei der richtige Weg. „Die Europäische Union hat nur eine Chance, wenn sich alle Länder zusammen schließen.“

„Das sind Inhalte, die von großer politischer Erfahrung zeugen“, betonte Bürgermeister Hohmann. Trotz des positiven Haushalts 2012 habe auch Burghaun die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen. Ein Beispiel dafür seien Einnahmeeinbußen von bis zu zwei Millionen Euro in einem Jahr. Als erster Ehrengast erhielt Eichel nach seiner Rede die 750-Jahr-Medaille der Gemeinde. „Thematisch passend zur Krise, denn sie ist aus Silber, eine gute Wertanlage“, sagte Hohmann mit einem Augenzwinkern.



Leser-Kommentare ( 5 )
  • fulda900 (128) | 5. February 2012;05.02.2012;1328479313 --> 05 Februar 2012
    Eichel und Griechenland

    Warum wird der Eichel eigentlich noch zu Vorträgen eingeladen? Das der SPD-Hohmann erfreut war ist doch klar, sie gehören ja beide zu dem "Verein" der uns Griechenland "eingebrockt" hat. Und so was will wieder in Berlin die Reg.-Geschäfte übernehmen um das nächste Unheil anzurichten. Gott bewahre!!

  • aus_Fulda (192) | 3. February 2012;03.02.2012;1328251733 --> 03 Februar 2012
    Lösung Griechenland -

    Warum macht man keine "Volksbefragung"? Alle Deutschen Stimmberechtigten sollten Abstimmen dürfen ob Grichenland die Währung weiter nutzen darf.

  • Marie (1) | 4. February 2012;04.02.2012;1328360054 --> 04 Februar 2012
    Volksentscheid

    Warum man keine "Volksbefragung" durchführt?
    1.) Weil das Grundgesetz, außer bei wenigen Ausnahmen, keine plebiszitären Entscheidungen vorsieht.
    2.) Weil die legitimatorischen Schwächen von Plebisziten darin bestehen, dass die Abstimmungsbeteiligung meist deutlich unter 50% liegt.
    Sinkende Wahlbeteiligung, Politikverdrossenheit- aber die Rufe nach direkter Demokratie. Wie passt denn das zusammen?!